Wolzenalp AG: Mit dem «Zoom Room» in eine neue Ära gestartet
Die Wolzenalp ist um eine Attraktion reicher: Der sogenannte «Zoom Room» beim Berggasthaus ist ein Glasbau, der Innen- und Aussenbereich miteinander verbindet und sich bei schönem Wetter nahezu vollständig öffnen lässt. Was den Besuchenden das Gefühl gibt, mitten in der Natur zu sitzen. Im letzten Frühjahr, nach der Schneeschmelze, wurde der Bau begonnen und Anfang Juli vollendet. Noch vor den Sommerferien.
Entsprechend gespannt waren die Wolzenalp-Stammgäste, aber auch viele Neugierige, aufs Resultat. «Es war schön zu sehen, wie gut der ‹Zoom Room› bei den Leuten ankam. Was wir vor allem bei unseren traditionellen Sonntagsbrunchs bemerkten», weiss Wolzenalp-Verwaltungsrat Sepp Giger, Ebnat-Kappel, zu berichten.
Guter Sommer, schlechter Winter
Nach dem «ausserordentlich erfolgreichen» Vorjahr, so steht es im Geschäftsbericht, verlief das letzte Jahr moderater. Der Gesamterlös der Wolzenalp AG reduzierte sich in diesem Zeitraum von 1,5 Millionen auf 1,24 Millionen Franken. Die Rechnung konnte nur dank «konsequenter Kostenkontrolle und einem ausgeprägten Spargedanken» mit einem positiven Jahresergebnis nach Abschreibungen von 2110 Franken abschliessen.
Ausschlaggebend fürs magere Resultat war der schneearme Winter. Während sich das Sommergeschäft als «stabile Säule» zeigte, brach das Geschäft in der zweiten Jahreshälfte ein. So musste im Wintergeschäft, gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzrückgang von 110'000 Franken hingenommen werden. Per Ende April 2026 – dem Ende ihres Geschäftsjahrs - wies die Bilanz der Wolzenalp AG noch flüssige Mittel von 92'000 Franken aus. Dass die Rücklagen schon bald wieder ansteigen, davon geht der Wolzenalp-Verwaltungsrat jedoch optimistisch aus. Schreibt er doch im Jahresbericht: «Mit der Realisierung des neuen ‹Zoom Rooms› beim Bergrestaurant wird sich dieser Wert in den kommenden Jahren jedoch wieder erhöhen».

Anwaltskanzlei verschlief die erste Frist
Nicht erhöht, sondern vermindert, wird sich nach der heutigen Wolzenalp Generalversammlung wohl das Aktienkapital haben. Denn der Verwaltungsrat beantragt die Herabsetzung des Aktienkapitals um 150'000 Franken. Somit betrüge dieses nachher noch 900'000 Franken. Die Vernichtung von 600 Namensaktien zu 250 Franken wird durchgeführt, weil bei der gesetzlich vorgeschriebenen Umstellung von Namens- auf Inhaberaktien etliche Aktionärinnen und Aktionäre nicht mehr ausfindig gemacht werden konnten. «Bei einem Unternehmen wie diesem, das derart viele Aktionärinnen und Aktionäre hat, kommt es mit der Zeit schon vor, dass viele verstorben sind und deren Kinder und Enkel nichts davon wissen, dass ihre Eltern oder Grosseltern bei uns Aktionäre gewesen sind», schildert Sepp Giger die Problematik.
Ursprünglich hätte der Schritt letztes Jahr erfolgen sollen. Doch da die mit dem öffentlichen Schuldruf zur Herabsetzung des Aktienkapitals beauftragte Anwaltskanzlei die gesetzliche Frist für den Schuldruf verpasste, musste das Geschäft auf die nächste GV verschoben werden. «Der eine Partner dachte, dass der andere es schon erledigte hätte, und der andere dachte genauso», fasst Sepp Giger den Fauxpas zusammen. Dass die Herabsetzung des Aktienkapitals aber jetzt noch scheitern könnte, glaubt Giger nicht. «Wir gehen davon aus, dass das durchgewunken wird.»
Aus für Skilift Tanzboden hat keine Konsequenzen
Ebenso wenig Konsequenzen sollte das vor wenigen Tagen verkündete Aus des Skilifts Tanzboden in Ebnat-Kappel für die Wolzenalp haben. Zwar verband die beiden Destinationen bis jetzt eine Partnerschaft, doch ging diese nicht über ein gemeinsames Ski-Abo hinaus. «Wir haben zusammen die Saisonkarte angeboten. Ansonsten gibt es zwischen dem Skilift Tanzboden und der Wolzenalp keine weiteren Verflechtungen», so der Verwaltungsratspräsident der Wolzenalp AG, Rolf Hager, auf Anfrage.
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