«Nur so kommen wir vorwärts»: Ideen und Projekte sollen die Gemeinde noch attraktiver machen
Unter dem Motto «Zämä hebä, zämä lebä, zämä witergoh» entstanden in den letzten Monaten in Wildhaus-Alt St. Johann Ideen zu zahlreichen Projekten, welche die Gemeinde vorwärtsbringen sollen. 100 Personen waren am Freitagabend im Hotel Hirschen in Wildhaus anwesend, um die zusammengetragenen Ideen und Projekte vorzustellen und zu diskutieren.
Der Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St. Johann, Thomas Diezig, fasste seine Gefühle an diesem Abend so zusammen: «Wir haben eine spannende Phase hinter uns, in der viele Ideen entstanden sind» Er sei stolz und dankbar für das, was die Projektgruppen in den letzten Monaten geleistet hätten. «Nur so kommen wir vorwärts, wenn wir gemeinsam Projekte angehen. Man spürt die Energie, die dahintersteckt», fügte Diezig an. Total setzten acht Projektgruppen 17 Projektskizzen um.
Durch den Abend führte eine Gruppe der Planval AG. Auf Gemeinde- und Regionalentwicklung spezialisiert, hat die Firma aus Zürich die partizipative Gemeindeentwicklung vor Ort begleitet. Deren Co-Projektleiterinnen, Sabina Ruff und Nora Huber, erklärten: «Heute wollen wir die Projekte kennenlernen und Kontakte knüpfen, die vielleicht dazu führen, dass man Synergien nutzen kann. Auch wollen wir das vergangene Jahr feiern, an dem ihr alle so intensiv gearbeitet habt.»
Ideen von Bar-Events bis zu Nachtbussen
Bei der Vorstellung der Ideen zeigte sich, dass die Arbeiten unterschiedlich weit gediehen sind. Während der Frischmarkt in Unterwasser am 21. Mai seinen Betrieb aufnimmt und die Gruppe der Jungen, die wollen, dass abends in der Gemeinde etwas läuft, bereits ein erstes Bar-Event organisierten, sind andere Gruppen, wie die der Mobilität, noch nicht übers reine Gedankenspiel hinausgekommen. Was zum einen der Komplexität der Fragen, zum anderen aber auch den damit verbundenen Kosten geschuldet ist.
Ideen wie die Einführung eines Nachtbusses oder eines Ortsbusses, der auch das Klanghaus bediente, sind vorhanden. Sie zu realisieren, obliegt aber nicht der Kompetenz der Projektgruppe. «Wir übergeben jetzt heute alles Thomas – und er schaut dann, was wir optimieren können», erklärte die Gruppensprecherin in Richtung Gemeindepräsident Thomas Diezig.

«Wird einiges an Manpower brauchen»
Ein Ansinnen ist auch die Schaffung eines grösseren Schlechtwetterangebots, beziehungsweise die bessere Sichtbarmachung der bestehenden Angebote. Eine Gruppe beschäftigte sich mit der Zwischennutzung des Freizeitzentrums, falls in der 50-jährigen Curling-Halle mal grössere Umbauten anstünden. Die Ideen reichten von einer Indoor-Minigolf-Anlage über eine Wellnesslandschaft bis hin zu einer Kletterwand an der Aussenseite der Halle.
Den Ausbau des Bike-Angebots strebte eine weitere Gruppe an. Sie will noch im April den Trail begehen und fotografieren und dann definieren, wie viel Material und Zeit das Ganze beanspruchen wird. «Für die Realisierung kurzfristiger Massnahmen wird es einiges an Manpower dafür brauchen», erklärte ein Gruppesprecher.
Synergien nutzen, Austausch fördern
Die Vernetzung und Zusammenarbeit regionaler Organisationen und die Steigerung der Lebensfreude, Gesundheit und Autonomie älterer Menschen, hat sich die Gruppe Leben im Alter auf die Fahne geschrieben. «Wir wollen der Einsamkeit entgegenwirken», erklärte deren Sprecherin. Dafür sollen Angebote zusammengebracht und miteinander abgestimmt werden, um Synergien zu nutzen und den Austausch zu fördern.
Eine weitere Gruppe nahm der zeitgemässen Kommunikation zwischen der Gemeinde, Einheimischen und Touristen an, zum Beispiel das Aufstellen von elektronischen Infotafeln oder die Nutzung und Schulung der Gemeinde-App.
Zum Schluss informierte Thomas Diezig über den Stand beim Zwingli-Begegnungszentrum. Beim Umgang mit Architekt Peter Zumthor lerne man «Flexibilität», sagte Diezig mit einem Schmunzeln. Der Rat der Begleitgruppe sei vor allem dann gefragt, wenn es «um die Gestaltung herum» gehe. Aktuell sei eine Stiftung in Gründung. Thomas Diezig versprach: «Sobald wir mehr Infos haben, werden wir informieren.»
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