­
­
­
­

Kein Knallen mehr: Wildhaus-Alt St.Johann plant ganzjähriges Feuerwerksverbot

Nach einer Umfrage in Wildhaus-Alt St.Johann haben sich fast 70 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen und ‑teilnehmer für ein Feuerwerksverbot in der Gemeinde ausgesprochen. Der Gemeinderat will nun das entsprechende Reglement anpassen – 2027 könnte das Verbot in Kraft treten.
Schon bald könnte lautes Feuerwerk in der obersten Toggenburger Gemeinde verboten sein. (Bild: Symbolbild: Lorena La Spada)
Thomas Diezig, Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St.Johann. (Bild: zvg)

Die Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann plant, ein ganzjähriges Feuerwerksverbot einzuführen. Wie die Gemeinde im Newsletter am Freitag mitteilt, hatte die Bevölkerung vom 21. August bis zum 15. September die Möglichkeit, an einer Umfrage zum Thema Feuerwerk teilzunehmen. Insgesamt füllten 693 Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde die Umfrage aus. Davon sprachen sich 487 Personen für ein ganzjähriges Verbot von lautem Feuerwerk aus. Dies entspricht fast 70 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen und ‑teilnehmer. 205 Personen seien gegen ein ganzjähriges Verbot, wie es im Newsletter weiter heisst.

Auslöser für die Umfrage sei ein Antrag zum Thema Feuerwerk gewesen, der beim Gemeinderat eingereicht worden war, wie Gemeindepräsident Thomas Diezig auf Anfrage sagt. Der Antrag wurde von der Landwirtschaft, der Jagd und dem Verein Lot (Lebenswertes oberstes Toggenburg), welcher sich seit über 40 Jahren für Natur, Landschaft und Heimatschutz in der Berggemeinde Wildhaus-Alt St.Johann einsetzt, eingereicht. «Der Gemeinderat hat sich danach mit der Thematik befasst, kontrovers darüber diskutiert und sich dann entschieden, die Meinung der Bevölkerung einzuholen», sagt Diezig.

Thomas Diezig, Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St.Johann. (Bild: zvg)

Keine Ausnahmen an Feiertagen

Der Gemeinderat sei erfreut über die sehr hohe Beteiligung an der Umfrage und dem überraschend klaren Resultat. Gemeindepräsident Diezig erklärt sich die vielen Stimmen für ein ganzjähriges Feuerwerksverbot damit, dass die Ruhe in der Gemeinde sehr geschätzt werde. Er weist darauf hin, dass das geplante Verbot nur lautes, knallendes Feuerwerk betrifft. «Vulkane oder Fackeln sind vom Verbot nicht betroffen», sagt Diezig. Auch an Feiertagen soll das Verbot eingehalten werden, Ausnahmen oder Bewilligungen würden keine erteilt werden. Bei einem Inkrafttreten des Verbots würde bei einem Verstoss eine polizeiliche Anzeige erfolgen.

Der Gemeinderat ist derzeit dabei, das kommunale Reglement über Ruhe, Ordnung und Sicherheit anzupassen. «Die Ausformulierung des Artikels ist im Gange», sagt Diezig. Anschliessend wird die Reglementsanpassung während 40 Tagen dem fakultativen Referendum unterstellt. Wird dieses ergriffen, kommt das geplante Verbot vors Volk. Wird es nicht ergriffen, rechnet der Gemeindepräsident mit einer Einführung des Verbots im Verlaufe des Jahres 2027.

 
Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Kommentare
Keine Kommentare

    Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben

Kommentare hinzufügen

Ähnliche Artikel

Politik zu Verbot für Junge: «Kern des Übels ist nicht Social Media»

Die Schweizer Bevölkerung möchte strengere Regeln für Social-Media-Plattformen und gar ein Verbot für Jugendliche, zeigt eine repräsentative Umfrage von watson. Bei den Parteien hat die Forderung aber einen schweren Stand.
09.09.2026

Trockenheit in der Ostschweiz: Diese Verbote gelten in Ihrem Wohnkanton

Die anhaltende Trockenheit hat in der Ostschweiz zu unterschiedlichen Einschränkungen geführt. Unsere Übersicht zeigt, welche Verbote in den Kantonen St.Gallen, Thurgau sowie Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden aktuell gelten.
05.08.2026

Hacker erbeuten persönliche Daten aller (!) Einwohner: Dänemark erlebt den digitalen Supergau

Nach einem beispiellosen Datenleck, das die ganze Bevölkerung betrifft, zeigen sich im Vorzeigeland die Risiken einer schnellen Digitalisierung.
07.10.2026

Wettbewerb

1x 2 Tickets für das Benefizkonzert «Balsam für die ...
Balsam für die Seele

Umfrage der Woche

Wie verbringen Sie dieses Jahr die Herbstferien?
­
­