«Aus raumplanerischer Sicht sinnvoll»: So sieht der Region-Toggenburg-Präsident Wil West
Dass die traditionelle Neujahrsbegrüssung des Vereins Region Toggenburg, zu der die regionalen, kantonalen und eidgenössischen Politikerinnen und Politiker aus dem Toggenburg eingeladen waren, erst am Freitag in Wildhaus über die Bühne ging, hing mit den traurigen Ereignissen in Crans-Montana zusammen. Denn just an jenem Tag, als der Anlass ursprünglich hätte stattfinden sollen, am 9. Januar, wurde der nationale Trauertag ausgerufen und die Neujahrsbegrüssung entsprechend abgesagt.
Nun, beim zweiten Anlauf, schneite es am Freitagmorgen heftig in Wildhaus, sodass Vereinspräsident Kilian Looser, Gemeindepräsident von Nesslau, die Gekommenen launisch zum «Winter-Brunch» im «Hirschen» begrüsste.
Raumkonzept Toggenburg in den Fokus rücken
Looser erinnerte daran, dass am 8. März mit der Abstimmung über Wil West ein Volksentscheid anstehe, der nicht nur für Wil, sondern für die ganze Ostschweiz von grosser wirtschaftlicher Bedeutung sei. Er verhehlte nicht, dass aus seiner Sicht Wil West ein gutes Projekt sei. Dies im Wissen, dass Wil West gerade im Toggenburg sehr umstritten ist. So plädieren bekanntlich sechs der elf Toggenburger Kantonsräte für ein Nein – allesamt SVP-Vertreter.

Doch für Looser ist klar: «Egal, welche Meinung man zu Wil West hat: aus raumplanerischer Sicht ist so eine Konzentration sinnvoll. Denn es wird am Ende viel mehr Land geschützt, wenn 22 Gemeinden gemeinsam an einem Ort eine Gewerbezone betreiben, als wenn alle Gemeinden eine eigene Gewerbezone haben und diese entwickeln müssen.»
Generell müsse das neue Raumkonzept im Toggenburg klar seinen Fokus auf die Entwicklung der Wirtschaft legen. «Staat und Regelungen haben wir schon genug. Wenn nur der Staat wächst, dann ist das nicht gesund. Uns ist es ein Anliegen, hier einen Beitrag zu leisten, damit alle noch mehr Geld verdienen. Denn dann geht es uns allen gut», so Kilian Looser.
Für Looser profitiert auch das Toggenburg
Denn durch die Realisierung von Wil West würden sich viele neue Steuerzahlende rund um Wil herum – also auch im Toggenburg – ansiedeln. «Ich bin überzeugt, dass 3000 bis 4000 neue Arbeitsplätze in der Region Wil mehr Steuern bringen als ein paar Kartoffeln», bemerkte Kilian Looser.
Ausserdem seien die Bauern im Kanton St.Gallen selbst nicht zimperlich, wenn es darum gehe, Kulturland zu vernichten. Denn allein für den Bau von neuen Ställen würden jährlich 30‘000 Quadratmeter Kulturland benötigt. «Und das ist schliesslich auch nicht nichts», so Kilian Looser.
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