Vision «Leistungszentrum» gescheitert – Trainer kehren Volley Toggenburg den Rücken
Den Entscheid traf der Vorstand Ende März. «Nach den intensiven Vorarbeiten der letzten Monate ist uns der Schritt nicht leichtgefallen», lässt sich Volley Toggenburg-Präsidentin Maja Hedinger in der Medienmitteilung des Vereins zitieren. Die konsequente Fokussierung auf die Förderung des leistungsorientierten Nachwuchses auf verschiedenen Altersstufen bedinge optimale Rahmenbedingungen. «Wir mussten konstatieren, dass wir diesem Anspruch nicht in allen Bereichen gerecht werden», sagt Hedinger und ergänzt, dass auch wirtschaftliche Bedenken zum Entscheid geführt hätten.
Toggenburg nicht reif für ein Leistungszentrum
Detlev Schönberg hatte das Amt als Headcoach des NLA-Teams vor knapp einem Jahr mit klaren Vorstellungen übernommen: Im Zentrum stand die Vision, die Förderung und Ausbildung von Schweizer Spielerinnen konsequent auszubauen. Dies sollte unter anderem durch die Einrichtung eines Leistungszentrums mit einer regionalen Trainingsgruppe (U16) sowie durch den Aufbau eines 1. Liga-Teams für die Altersstufen U20 und U23 erfolgen.
Schönberg engagierte sich dabei nicht nur als Cheftrainer, sondern brachte sich auch massgeblich in die konzeptionelle Arbeit ein. Er wirkte an der Ausarbeitung des Leistungszentrums sowie an neuen Ausbildungs- und Trainingsplänen mit und brachte seine Erfahrung gezielt ein. «Wir haben Detlev Schönberg als Mann der Tat kennengelernt, der sich mit grossem Einsatz in die neue Aufgabe gestürzt und beim Aufbau von Neuem entscheidend mitgeholfen hat. Dafür sind wir dankbar», betont Maja Hedinger.
«Wir bedauern, dass die Zeit im Toggenburg noch nicht reif ist, um ein überregionales Leistungszentrum führen zu können», kommentiert Detlev Schönberg seinen geplanten Abgang. «Mit dieser Vision und meinem Erfahrungsschatz aus anderen Regionen im In- und Ausland bin ich vor einem Jahr angetreten.»
«Sehe meinen Platz nicht mehr hier»
Philip Brunner, der über sieben Jahre im Toggenburg wirkte und nun kurz vor seinem Berufstrainerabschluss steht, wird Volley Toggenburg ebenfalls verlassen. «Ich bin nach wie vor vom Konzept des Leistungszentrums überzeugt. Nach dem Entscheid des Vorstandes sehe ich hier meinen Platz nicht mehr», macht er klar.
Maja Hedinger bedauert auch diesen Entscheid und würdigt seine Erfolge: «Wir verlieren mit Philip Brunner einen Trainer, der einige Spielerinnen in Wattwil und in Chur ausgebildet, die heute NLA oder NLB hier in Wattwil oder bei anderen Clubs spielen.»
Rote Laterne nach Zürich abgegeben
Sportlich tut sich das NLA-Frauenteam über die Entlassung seines langjährigen Trainers Marcel Erni im Herbst 2024 hinaus schwer. Auf die verkorkste Saison 2024/25, die das Team als Schlusslicht der Playouts beendete und nur dank ausbleibender Aufsteiger aus der NLB in der höchsten Spielklasse blieb, folgte auch in dieser Saison kein Befreiungsschlag. In der neuen Spielzeit gingen die Spielerinnen aus dem Thurtal fünfzehn Mal als Verliererinnen vom Platz.
Die beiden einzigen Siege gab es gegen die Volleyball Academy aus Zürich. Nach drei Niederlagen in den Playouts schlossen die Toggenburger die NLA-Saison auf dem zehnten und letzten Platz ab. Vor dem Abstieg bleibt das Team jedoch erneut bewahrt – diesmal, weil sich die Volleyball Academy Zürich auflöst.
Trainer-Nachfolge noch nicht geregelt
Der Club hat den Prozess eingeleitet, eine Nachfolgelösung auf der Trainerposition sowohl für die NLA als auch für die 1. Liga zu finden, schreibt der Verein. Und Präsidentin Maja Hedinger lässt wissen: «Am Dreigestirn einer NLA mit möglichst vielen ambitionierten Schweizer Spielerinnen und einem 1. Liga-Team sowie einem 2. Liga Team für den Nachwuchs wollen wir festhalten.»
Die Trainerfragen dürften nicht die einzigen sein, die Volley Toggenburg in der nahen Zukunft umtreiben. Eine weitere Baustelle ist die Suche nach einer neuen Halle. Dies deshalb, weil der Kanton die Nutzungszeiten der Rietsteinhalle in Wattwil in den Ferien stark einschränkt, wie diese Zeitung berichtete.
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