520 Kühe, Kälbli und Jodelklänge: Alt St.Johann feiert seine Viehschau
Es ist ein goldener Herbstmorgen in Alt St.Johann, die Sonne geht gerade über dem Tal auf. Aus der Ferne klingen die Glocken und künden an, was an diesem Tag im kleinen Toggenburger Dorf Trumpf ist. Am Dienstag findet die alljährliche Viehschau bei der Talstation der Bergbahn statt.
Die traditionelle Auffuhr, bei der die Landwirtinnen und Landwirte mit Familie und Vieh auf der Strasse in Richtung des Festplatzes ziehen, lockt viele Menschen aus den Häusern. Bereits um 8.30 Uhr säumen sie die Strassenränder und warten gebannt auf die Attraktion. «Lueg jetz, döt chönd d’Chüeli», sagt eine Mutter zu ihren beiden Töchtern.
Deren Augen leuchten, als die mal mehr, mal weniger geschmückten Tiere an ihnen vorbeilaufen. Vorneweg und hintendrein laufen die Bäuerinnen und Bauern, gekleidet in traditionelle Trachten oder Edelweisshemden. Es weht der Stumpenduft durch die Luft, verbunden mit Jodelklängen. Es ist eine Idylle, die sich auf 900 Metern über dem Meer entfaltet. Tradition, Folklore und Brauchtum wird gelebt.
Kälblipräsentation löst «Jöö»-Momente aus
Die Viehschau hat hier im Toggenburg Volksfestcharakter. 520 Tiere sind angemeldet, in Reih und Glied stehen sie an ihren Plätzen. Dort werden sie, herausgeputzt und geschmückt, von den Schauexperten nach verschiedenen Kriterien in verschiedenen Kategorien begutachtet und beurteilt. Die Sieger der verschiedenen Kategorien werden nach dem Mittagessen gekürt.

Das Highlight der Schau ist neben dem Beisammensein die Kälblipräsentation vor dem Mittag. Die Töchter, Enkel und Söhne der Landwirte führen ihr Kälbli in den Ring und sagen nacheinander ein Sprüchli auf, in dem es um die Geschichte ihrer Tiere geht. Der Speaker trifft es gut, wenn er sagt: «Da treibt es einem doch fast Tränen in die Augen.»
Es ist ein gelungener Anlass in Alt St.Johann, den Bäuerinnen und Bauern sowie Besucherinnen und Besucher geniessen dürfen. Aus dem goldenen Herbstmorgen wird ein goldener Herbsttag – mit strahlenden Gesichtern. Da ist es beinahe schon nebensächlich, wer als Sieger von dannen ziehen wird. (lmo)

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