Misswahl, Chälbli-Cup und Festbetrieb: Bütschwil feiert bald die 125. Viehschau
Wenn sich 300 bis 400 Kühe auf der Schulhauswiese in Dietfurt versammeln, kann das nur eines bedeuten: Es ist Viehschau. Am Freitag, 25. September, ist es so weit. Doch es ist keine normale Ausgabe. Der Viehzuchtverein Bütschwil feiert Jubiläum und trägt die 125. Viehschau aus.
OK-Präsident Roger Bachmann aus Bütschwil ist Landwirt mit Milchvieh und Legehennen. Er sagt: «Ich finde es schön, dass wir diese Tradition auch in der heutigen Zeit noch aufrechterhalten.» Selbst hat er schon als Besucher an den Viehschauen teilgenommen, im Organisationskomitee ist er das erste Mal. Mit der Planung wurde bereits im Januar begonnen, zum gewöhnlichen Rahmenprogramm sind ein paar Neuerungen dazugekommen.
Chälbli-Cup, Champions und Missen
Gestartet wird wie immer: Frühmorgens werden die Kühe, Rinder und Kälber von den teilnehmenden Landwirten «salonfähig» gemacht. Sie werden unter anderem gewaschen und gebürstet, um sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Dann marschieren die Tiere zusammen mit ihren Besitzern nach unten ins Dorf. Vormittags findet der «Chälbli-Cup» statt, bei dem der Nachwuchs der Landwirtinnen und Landwirte Kälber präsentieren darf. Zusätzlich findet wegen des Jubiläums der «Betriebscup» statt, ebenfalls vormittags. Dann kann jeder Betrieb drei Kühe im Schauring zeigen.
Am Nachmittag geht es dann mit den Spezialwettbewerben weiter. Zuerst werden folgende Tiere ausgezeichnet: der «Jungvieh-Champion», die «Schöneuter» (Jung und Alt) sowie die schönste Mutter-Tochter-Paarung. Im Anschluss geht es bei den Misswahlen um die schönsten Kühe Bütschwils: die «Miss Fleckvieh», die «Miss Original Braunvieh» und die «Miss Braunvieh». Bei dem «Original Braunvieh» handelt es sich um die ursprüngliche, traditionelle Form der Rasse. «Braunvieh» steht für die modernere Zuchtlinie.
Auch Roger Bachmann hatte bereits das Vergnügen, an einer solchen Misswahl mit einer seiner Kühe zu gewinnen. Etwa 2023, als er mit seiner Kuh Valery den Titel «Miss Bütschwil Fleckvieh» gewonnen hat. Dazu sagt er: «Eine solche Auszeichnung erfüllt einen natürlich mit Stolz und zeigt die Qualität für den eigenen Zuchtbetrieb.»

Gemeinsam feiern statt Vieh handeln
An der 125. Viehschau in Bütschwil werden vom Organisationskomitee 1000 bis 1500 Leute erwartet. Um diesen Andrang zu bewältigen, helfen rund 40 Personen in der Festwirtschaft mit, darunter Landfrauen und Bäuerinnen. «Ich bin allen Freiwilligen, den Tierausstellern und dem Organisationskomitee dankbar. Ein solcher Anlass wäre ohne ihren Einsatz nicht möglich», sagt Bachmann.
Während früher an Viehschauen der Viehhandel im Zentrum stand, ist es laut Bachmann heutzutage primär das Zusammensein. Dafür gibt es eine Festwirtschaft und abends tritt die Einsiedler Jugend-Volksmusikformation «Echo vom Rappämöisli» in der Turnhalle in Dietfurt auf. Um noch mehr Besucherinnen und Besucher anzulocken, wurde der Anlass dieses Mal bewusst auf einen Freitag gelegt. Laut OK-Präsident Bachmann sollten gerade Leute ohne einen grossen Bezug zur Landwirtschaft vorbeikommen. Er witzelt: «Damit die Leute wieder wissen, woher die Milch und das Fleisch kommen.»
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