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«Es hängt zu viel von Hana Polakova ab»: Dass sagt die Trainerin der Nesslau Sharks vor dem Playoff-Start gegen Zäziwil

Christine Kündig steht im dritten Jahr als Trainerin an der Bande des Frauen-NLB-Unihockey-Teams Nesslau Sharks. Nachdem zweimal schon in den Playoff-Viertelfinals Endstation war, soll es im dritten Anlauf mit dem Halbfinaleinzug klappen. Doch die Formkurve zeigte zuletzt in die falsche Richtung.
Nach dem Rücktritt von Bettina Pfiffner steht Christine Kündig Co-Trainer Martin Biber zur Seite. (Bild: Beat Lanzendorfer)
Auf die Tore von Topscorerin Hana Polakova (links) werden die Nesslau Sharks in den Playoffs angewiesen sein. (Bild: Beat Lanzendorfer)

In mehreren Sportarten beginnt mit den Playoffs die spannendste Zeit der Meisterschaft – auch im Unihockey. Dort treffen die Frauen der Nesslau Sharks in der NLB im Viertelfinal auf Zäziwil. Es ist dasselbe Duell wie vor zwölf Monaten, als sich die Bernerinnen in drei Spielen gegen die Obertoggenburgerinnen durchsetzten. Gingen die Sharks vor Jahresfrist als Favorit ins Rennen und kam das frühe Ausscheiden etwas überraschend, sieht die Ausgangslage nun anders aus. Die von Christine Kündig trainierten Sharks gelten als Aussenseiter. Auch deshalb, weil es in der Qualifikation zwei Niederlagen gegen das Team aus dem Emmental absetzte. Zuletzt ein 3:4 am vergangenen Wochenende.

Das Viertelfinal-Duell des Tabellendritten (Zäziwil) gegen den Tabellenfünften (Nesslau Sharks) beginnt am Samstag. Allerdings nicht wie vorgesehen zuerst in Zäziwil, sondern um 19 Uhr in der Nesslauer Büelenhalle. Dies darum, weil den Bernerinnen am Samstag keine Halle zur Verfügung steht. Tags darauf reisen die Obertoggenburgerinnen dann ins rund 200 Kilometer entfernte Konolfingen, wo um 17 Uhr Spiel 2 auf dem Programm steht. Gespielt wird im Modus «best of five». Es sind also drei Siege für das Weiterkommen nötig.

Einbruch in der zweiten Saisonhälfte

Dass die Sharks als Ranglistenfünfter in die Playoffs gehen, erstaunt etwas. Das Ziel lautete Top 3. Und hierfür sah es lange Zeit vielversprechend aus. Nach einem starken Start mit 17 Punkten aus sechs Spielen lag die Mannschaft an der Tabellenspitze. Der Einbruch kam nach der überraschenden Derby-Niederlage gegen Appenzell (2:4). In der Folge kamen aus zehn Spielen nur noch 13 Punkte hinzu. In den letzten sechs Runden gab es lediglich noch einen Sieg. Die Trainerin möchte nichts schönreden, betont aber, dass sie in den letzten Runden gegen jene vier Mannschaften gespielt hätten, die in der Tabelle jetzt die Top 4 seien.

Gibt es weitere Gründe für den Einbruch am Ende der Qualifikation? Kündig sagt: «Wir haben seit Weihnachten mehrere verletzte Spielerinnen. Das zwang uns zu diversen Umstellungen.» Nach Visp seien sie zum Beispiel mit zwölf Spielerinnen gereist. Und einige der verletzten Spielerinnen hätten zuvor «extrem gut gespielt». Kündig spricht auch die Defensive an, die in der ersten Phase der Meisterschaft ein Bollwerk darstellte. «Sie war unser Prunkstück. Wir haben über einen längeren Zeitraum am wenigsten Gegentore zugelassen.» Mit 54 erhaltenen Treffern stellen die Sharks mittlerweile aber «nur» noch die drittbeste Abwehr hinter Wasa St.Gallen und Zäziwil.

Der Blick auf die Statistik zeigt auch, dass sich die Mannschaft in der Offensive schwertat. Als Tabellenfünfter nur 50 Tore geschossen, das ist ungewöhnlich. Zum Vergleich: Die Top 4 haben alle 70 und mehr Treffer erzielt.

Auf die Tore von Topscorerin Hana Polakova (links) werden die Nesslau Sharks in den Playoffs angewiesen sein. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive ist auch auf das Fehlen der langjährigen Top-Scorerin Karin Schlumpf zurückzuführen. Im Oktober Mutter geworden, kehrt sie wahrscheinlich auf die kommende Saison aufs Hallenparkett zurück. «Hana Polakova ist zwar in die Bresche gesprungen und schiesst die erhofften Tore. Es hängt aber einfach zu viel von ihr ab», sagt Kündig. Die Trainerin würde sich wünschen, dass vorne auch andere Verantwortung übernehmen und konsequenter den Abschluss suchen.

Sofortiger Rücktritt von Bettina Pfiffner

Schon in der Endphase der Qualifikation kam es zu einer Veränderung an der Seitenlinie. Vereins-Ikone Bettina Pfiffner, die zusammen mit Christine Kündig das Trainerduo bildete, reichte schweren Herzens ihren sofortigen Rücktritt ein. Nebst dem Aufbau der eigenen Naturheilpraxis und der Betreuung der Juniorinnen sei die Belastung einfach zu gross geworden.

Kündig steht nun Martin Biber als Co-Trainer zur Seite. Obwohl in den Playoffs noch kein Ball gespielt ist, plant der Verein bereits die kommende Saison. «Das läuft parallel», sagt Kündig. Und weiter: «Es wird voraussichtlich zwei drei Abgänge geben, das Gros bleibt aber zusammen.» Wie sieht es bei ihr aus? «Ich habe für ein weiteres Jahr zugesagt.» Somit wird es für die 42-Jährige, die am Walensee wohnt, das vierte Jahr als Trainerin der Nesslau Sharks.

Vorerst gilt ihr Fokus allerdings den Playoffs. Nachdem unter dem Trainerduo Kündig/Pfiffner zweimal im Viertelfinale Endstation war, soll es nun endlich für die Halbfinals reichen. «Wenn wir uns dieses Ziel nicht gesetzt hätten, müssten wir ja gar nicht antreten», sagt die Trainerin.

 
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