So viele Menschen sind 2025 im St.Galler Strassenverkehr gestorben
Philipp Sennhauser, der Leiter der Verkehrspolizei St.Gallen, fasst die Lage auf den Strassen des Kantons zusammen: «Hinter dem Lenkrad und der Lenkstange sitzt ein Mensch. Ein Mensch, der Fehler machen kann». Zu solchen Fehlern ist es zwischen Bodensee und Pizol auch im Jahr 2025 zuhauf gekommen. Am Dienstag hat Sennhausers Behörde dazu Zahlen geliefert.
Wie viele Unfälle hat es gegeben?
2508 Unfälle hat die Verkehrspolizei gezählt. Damit liegt 2025 auf dem Niveau der Vorjahre, aber niedriger als in der Zeit vor Corona. Der Knick während der Pandemie, als weniger Menschen auf den Strassen unterwegs waren, ist im Verlauf deutlich zu erkennen.
Dabei gilt zu beachten: Hinterlegt sind in der Statistik nur Unfälle, die von der Polizei erfasst wurden. Kleinere Blechschäden, bei denen sich die Unfallbeteiligten ohne Zutun der Polizei geeinigt haben, sind nicht in der Statistik hinterlegt.
Wie viele Menschen wurden dabei verletzt?
Bei solchen Blechschäden bleibt es oftmals nicht. Alleine im Jahr 2025 haben 13 Menschen auf den Strassen des Kantons ihr Leben gelassen — darunter ein Kind unter neun Jahren und zwei Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren.
In den vergangenen zehn Jahren waren es 145 Menschen, die bei Unfällen umgekommen sind. Das sind viele Leben, wenngleich die meisten Unfälle glücklicherweise glimpflich ausgehen.
Was bedeutet leichtverletzt und schwerverletzt?
Als Verletzte gelten alle Unfallbeteiligte, die körperlichen Schaden genommen haben. Dabei werden drei Kategorien nach folgenden Kriterien unterschieden.
Geringe Beeinträchtigung, leichte Einschränkung der Bewegungen, Verlassen der Unfallstelle aus eigener Kraft, ambulante Behandlung.
Schwere, sichtbare Beeinträchtigung, normale Aktivität zu Hause für mindestens 24 Stunden verhindert, Spitalaufenthalt mehr als ein Tag.
An der Unfallstelle oder innerhalb von 30 Tagen an den Unfallfolgen verstorben.
Was ist die Ursache der Unfälle?
Die Hauptursache der meisten Unfälle sind überhöhte Geschwindigkeit sowie Unaufmerksamkeit eines Beteiligten. Eine grosse Rolle spielen aber auch sogenannte «bewusstseinsverändernde Stoffe»: Medikamente, Drogen und allen voran Alkohol.
Letzterer ging vergangenes Jahr besonders häufig mit Verletzungen einher. In zwei von fünf Unfällen, in denen der Genuss von Alkohol die Hauptursache war, kamen Personen zu Schaden. Verursacher waren laut der Statistik in der Regel nicht die jungen Leute, die am Wochenende mit zu viel Promille ins Auto gestiegen sind.
In 94 Alkohol-Unfällen sind Menschen 2025 zu Schaden gekommen, 75 Mal sass dabei ein Mann am Steuer. 45 der Verursacher und Verursacherinnen waren älter als 45. Besonders häufig endeten Alkoholfahrten innerorts mit einem Unfall, bei dem sich jemand verletzt hat (70).
Wo kam es zu den meisten Unfällen?
Unabhängig vom Alkohol sind mehr als die Hälfte aller Unfälle innerorts passiert, allen voran in der Stadt St.Gallen, wo der Verkehr am dichtesten ist und die meisten Menschen unterwegs sind. Auf der Autobahn kam es trotz der höheren Geschwindigkeit zu den wenigsten Unfällen, bei denen die Beteiligten zudem in den meisten Fällen unverletzt blieben.
Allerdings gibt es im Kanton auch bedeutend weniger Kilometer Autobahn als sonstige Strassen. Unter Autobahn summiert die Polizei auch Unfälle auf Autostrassen, Zubringern oder anderen Nebenanlagen. Laut der Openstreetmap sind das im gesamten Kanton etwa 400 Kilometer Fahrbahnlänge. Das gesamte Strassennetz im Kanton St.Gallen ist rund 3000 Kilometer lang.
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