Toni Brunner: Kleines Land ganz gross – die Schweiz muss sich nicht verstecken
Der 1. August ist vorbei. Landauf und landab wurde der Geburtstag der Schweiz gefeiert. Oft auch mit Festreden. Und auch wenn in unserem Land längst nicht alles nur wunderbar ist, so muss man es auch nicht schlechterreden, als es ist. Die Schweiz muss sich im Vergleich mit anderen Nationen überhaupt nicht verstecken.
So belegt unser Land in internationalen Vergleichen regelmässig Spitzenplätze bei der Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Finanzstabilität, auch wenn sie im Jahr 2026 im IMD-Ranking auf den 3. Platz hinter Singapur und Hongkong zurückgefallen ist.
Zu den grössten Erfolgen gehören die vergleichsweise gute Infrastruktur, das stabile politische Umfeld sowie eine im Auslandsvergleich vorbildliche Haushaltsdisziplin.
Bei der Unternehmenseffizienz belegt die Schweiz konstant eine Spitzenposition, aktuell stehen wir auf Rang 6 weltweit.
Unser Land hat ein konstantes Wirtschaftswachstum: Das reale BIP-Wachstum von 1,3 Prozent (2024) ist robust, während Nachbarn wie Deutschland (minus 0,5 Prozent) in den vergangenen Jahren schrumpften.
Unsere Finanzen sind im internationalen Vergleich stabil. Wir haben eine niedrige Inflation: Mit 1,1 Prozent (2024) ist es gar extrem stabil im Vergleich zur Eurozone (2,6 Prozent).
Alle Schulden sind zu viel. Und trotzdem haben wir eine verhältnismässig geringe Staatsverschuldung: Die Bruttoschuldenquote liegt bei moderaten 38,3 Prozent, während Länder wie die USA (122 Prozent) oder Japan (252 Prozent) massiv höher verschuldet sind.
Unser Land repräsentiert eine starke Aussenwirtschaft: Ein Nettoauslandsvermögen von 974 Milliarden CHF (im ersten Quartal 2026) unterstreicht den Status als globaler Gläubiger.
Hervorzuheben sind auch das international immer noch gute Ansehen und die Lebensqualität, die die Schweiz ausstrahlt. Unser Land belegt Platz 1 im weltweiten RepCore Nations Ranking für das beste internationale Ansehen.
All das darf uns nicht dazu verleiten, zu selbstgefällig zu werden. Vergleiche können auch hinken. Unser Land macht im Vergleich mit anderen Staaten vieles richtig, aber man könnte auch sagen, viele andere Staaten haben in den vergangenen Jahrzehnten sehr vieles falsch gemacht, überbordet und hatten instabile politische Verhältnisse.
Sorgen bereiten darf einem durchaus auch hierzulande die Wirtschaftsdynamik. So verzeichnete unser Land bei internationalen Investitionen im Jahr 2026 einen Rückgang, was als Schwachpunkt angesehen werden muss und uns aufzeigt, dass man sich niemals auf den Lorbeeren ausruhen sollte. Wir haben es in den eigenen Händen, ob wir spitze bleiben.
Toni Brunner, der ehemalige Präsident der SVP Schweiz, ist Gastwirt und Bergbauer im Toggenburg. Er schreibt diese Kolumne wöchentlich im Turnus mit Paul Rechsteiner, Carla Maurer, Jérôme Müggler sowie Reena Krishnaraja und Marta Ulreich, die ihre Kolumnen gemeinsam verfassen.
Schlagwörter
-
Schweizerische Volkspartei
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben






Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.