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Einmal mehr: Das Toggenburg gegen den Rest - und Lichtensteig gegen das Toggenburg

Das Thurtal gegen alle. Im Toggenburg stimmte am Sonntag die Mehrheit wie schon oft anders als der Rest des Kantons und Landes. Wobei Lichtensteig mal wieder Gegenentwurf des Gegenentwurfs war.
Die Toggenburgerinnen und Toggenburger stehen nach Abstimmungen wiederholt auf verlorenem Posten. (Bild: Symbolbild: Andrea Tina Stalder)

Im oberen Bereich des Thurverlaufs hat man sich längst daran gewöhnt: Das Schweizer Volk oder auch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Kanton St.Gallen sind für oder gegen etwas, im Wahlkreis Toggenburg sieht man es anders. Dieses Muster zeigte sich auch am Sonntag. Etwa bei der kantonalen Abstimmung über das Kita-Gesetz. Diese war im Prinzip eine klare Sache. Fast 58 Prozent des St.Galler Souveräns stimmten dafür, gut 42 Prozent waren dagegen. Auch alle Wahlkreise stimmten zu – ausser das Toggenburg.

Im Thurtal war eine Mehrheit von knapp 53 Prozent dagegen. Sieben der zehn Gemeinden stellten sich quer – und waren damit auf verlorenem Posten. Nur Wattwil, Kirchberg und Lichtensteig sprachen sich für das neue Gesetz aus. Während der Ja-Stimmen-Anteil in den beiden einwohnermässig grössten Gemeinden Kirchberg und Wattwil mit gut 51 bzw. 53 Prozent nicht allzu hoch war, stimmten in Lichtensteig über 61 Prozent dafür. Auf einen Nein-Stimmen-Anteil von 61 Prozent brachte es Mosnang. Die 3000-Seelen-Gemeinde verwarf das Gesetz damit so deutlich wie keine andere Kommune im Kanton. Auf knapp 58 Prozent Nein-Stimmen brachte es Neckertal. Mit nahezu 57 Prozent war das Nein in Bütschwil-Ganterschwil, Lütisburg und Nesslau ebenfalls beträchtlich.

Beim Kita-Gesetz ging es darum, die kantonalen Fördergelder für Kinderbetreuung künftig nach einheitlichen Regeln direkt den Familien zugutekommen zu lassen, statt dass jede Gemeinde die Unterstützung unterschiedlich regelt. Befürworter versprachen mehr Chancengleichheit und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gegner kritisierten den Verlust von Gemeindeautonomie und die einseitige Förderung von Fremdbetreuung.

In Lichtensteig war es ganz knapp

Gar entgegen dem nationalen Trend stimmte das Toggenburg am Sonntag bei der Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz». Während schweizweit knapp 55 Prozent dagegen waren, waren im Toggenburg über 64 Prozent dafür. Das ist der deutlichste Ja-Stimmen-Anteil aller Wahlkreise im Ringkanton St.Gallen. Auch bei dieser Abstimmung schwang Mosnang im Toggenburg obenaus: fast 74 Prozent Ja-Stimmen. Mit Lichtensteig stimmte eine einzige Gemeinde des Thurtals gegen die SVP-Initiative – und das auch nur mit lediglich neun Stimmen Unterschied. Wobei im Falle dieser Abstimmung zu erwähnen ist, dass die Initiative im Kanton St.Gallen mit knapp 54 Prozent angenommen worden wäre. Nur die vier Städte St.Gallen, Rapperswil-Jona, Wil und Rorschach sowie die Gemeinden Flawil, Gaiserwald und Mörschwil waren neben Lichtensteig dagegen.

Mit dieser Initiative sollte verhindert werden, dass die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz vor dem Jahr 2050 auf über zehn Millionen Menschen wächst.

 
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