Damals im Toggenburg: Die Mission des Dominic «Belmondo»
Vor 100 Jahren
19. Juli: Toggenburg. Der prächtige Sonntag, wohl der schönste im bisherigen trüben Jahre, war ein Wonnetag für die Berg- und Talwanderer. Die Berge erhielten grossen Besuch, auf dem Säntis sollen, trotz der teilweise noch nicht schneefreien Aufstiege, einige hundert Besucher gewesen sein. Erfreulicherweise hat nun während der letzten Woche auch der Zuzug an Kuranten eingesetzt, sodass die Fremdenpensionen im Obertoggenburg teilweise vollbesetzt sind.
Grösseren Umfang nimmt auch der Autoverkehr an. Insbesondere deutsche Reisegesellschaften bevorzugen seit einiger Zeit die Toggenburgerroute als Durchgangsstrasse nach Graubünden und in die Innerschweiz. Auch der Privatverkehr mit Kraftwagen nimmt ungeahnte Formen an, sodass in Wattwil gestern innerhalb von acht Stunden circa 440 Automobile gezählt wurden.
Vor 50 Jahren
21. Juli: Toggenburg. «Verkehrsprobleme». Dem «Toggenburger Anzeiger» vom Montag, 19. Juli 1926, entnehmen wir folgende Meldung über die Verkehrsfrequenzen in Wattwil, «Es nimmt ungeahnte Formen an, sodass in Wattwil am Sonntag innerhalb von acht Stunden circa 440 Automobile gezählt wurden.»
Der Verkehrszähler Bunt registrierte am 18. Juli 1976, auf den Tag genau 50 Jahre später, 12'872 Fahrzeuge. Der Schreiber aus dem Jahre 1926, der dem Privatverkehr die Annahme eines ungeahnten Ausmasses attestierte, hätte wohl in seinen kühnsten Träumen nie mit der damaligen Verkehrsdichte in seinem verträumten Toggenburg gerechnet, dabei handelte es sich noch um einen ruhigen Sonntag, der normale Durchschnitt lag bei 14 000 bis 15 000 Fahrzeugen.
Vor 20 Jahren
22. Juli: Mühlrüti. Man neigt schnell dazu, den jungen Dominic Lenherr auf Dominic Belmondo umzutaufen. Mit Leib und Seele hat sich der junge Mann den Belmondo-Mofas verschrieben. Seine fachmännischen Kenntnisse hat er sich selbst beigebracht, hat praktisch geübt, und den Vater oder den Onkel um Rat gefragt. Trotz seinen vierzehneinhalb Jahren ist er sich bewusst, was «seine Mofas» für einen Kultstatus in sich bergen. Er verbaut nur Originalteile, auch wenn die Besorgung manchmal mühsam und zeitaufwendig ist.
Vor 10 Jahren
22. Juli: Libingen/Zürich. Das Landesmuseum beim Hauptbahnhof Zürich ist ein markanter Bau. 1898 im Stil des Historismus errichtet, fällt es auf durch seine märchenschlossartigen Türme und seine mächtigen Sockel aus Tessiner Gneis. Was nur wenige wissen: Seine Fassade wurde aus Toggenburger Steinen gefertigt. Der verwendete Kalktuff wurde in Libingen unterhalb der Engelschwand, nahe der heutigen Grillstelle im Hohl gebrochen. (red)
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