Das grosse Teilen: Tapas traditionell und auf Schweizer Art
Kleinere oder grössere Teller mit Häppchen – was wir als Apéro oder Buffet kennen - hat auch in anderen Ländern Tradition. Die Tapas aus Spanien sind weltberühmt. Oliven, Meeresfrüchte, Croquetas oder Fleischgerichte sind typische Speisen, die in vielen Regionen Spaniens zum Wein oder Bier gereicht werden. «Tapa» bedeutet auf Deutsch «Deckel». Der Begriff gibt einen Hinweis auf den Ursprung der Tapas. So sollten die Häppchen ursprünglich auf Brot oder kleinen Tellern einen Deckel fürs Glas bilden und so das Getränk vor Staub oder Fliegen schützen.
Klassiker: Patatas bravas

Patatas bravas sind wohl der Klassiker unter den spanischen Tapas. Der Flawiler Koch Ralph Schelling beschreibt in seinem Buch «Simple is Best», wie sich die knusprigen Kartoffelschnitze auch ohne Frittieren zubereiten lassen. Schon vorneweg: Das Resultat ist vielversprechend.
Zutaten- 500 g festkochende Kartoffeln
- 1 gehäufter EL Backpulver
- 3 EL Olivenöl
- Salz
- Geräuchertes Paprikapulver
Zubereitung: Backofen auf 190 Grad vorheizen. Die Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden. Das Backpulver in kochendem Wasser auflösen und die Kartoffeln ungefähr 10 Minuten darin garen. Danach abgiessen und etwa zehn Minuten trocknen lassen. Mit dem Öl mischen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Etwa 15 Minuten knusprig backen und mit Salz und Paprika würzen.
Natürlich passt Ketchup dazu. Oft wird eine pikante Sauce dazu gereicht.
Pimientos de Padrón

Pimientos de Padrón sind eine Paprikasorte, die es in Spanien häufig gibt. Sie schmecken herb, sind aber überhaupt nicht scharf – was man wegen ihrer Ähnlichkeit zu den Chilis vermuten könnte. Padrón ist der Ort, an dem diese Paprikas oft angebaut werden.
- Öl (zum Beispiel Rapsöl oder Olivenöl)
- 300 g Pimientos de Padrón
- Meersalz
- Optional: Etwas Zitrone
Öl auf hoher Stufe in einer Pfanne erhitzen, die Pimientos darin von allen Seiten anbraten. Anschliessend zum Abtropfen auf ein Küchenpapier legen und salzen. Dann rasch servieren - wer mag, gibt ein paar Spritzer Zitronensaft darüber. Im Sommer lassen sich die Pimientos bestens auf dem Grill zubereiten.
Erfrischender Bohnen-Dip

Kein Bestandteil einer typischen Tapas-Karte ist dieses Bohnenmousse. Ein Dip gehört für mich dazu, wenn es darum geht, verschiedene Speisen zu teilen. Dieser Weisse-Bohnen-Dip ist schnell gemacht und vor allem so schmackhaft, dass ich ihn schon einmal in einer Ostbröckli-Ausgabe beschrieben habe.
Zutaten- 400 g weisse Bohnen aus der Dose, abgetropft und abgespült
- 90 g griechischer Joghurt
- 1 EL Zitronensaft
- Salz, Pfeffer
Randen-Blini mit Meerrettich

Die Basler Köchin Tanja Rüdisühli präsentiert in ihrem Kochbuch «Schweizer Tapas» einige tolle Ideen, die das Tapasbuffet bereichern. Vom geschmorten Lattich mit Schabziger übers Blumenkohl-Brokkoli-Panna-Cotta bis zu diesen Randen-Blini. Die pinken Pfannküchlein serviert Rüdisühli mit einer Meerrettichcreme, Saiblingsfilet und Randensprossen. Auch ohne Fisch sind sie ein Hingucker und bilden auch farblich einen tollen Kontrast.
Zutaten- 50 g Kartoffeln, mehligkochend
- 1 Ei
- 100 g Randen, gekocht und fein püriert
- 5 g Hefe, aufgelöst
- 38 g Wasser
- 50 g Mehl
- Salz
- Sonnenblumenöl zum Anbraten
- wenig gekochte Randen (als Topping)
- Meerrettichmousse
Die Kartoffeln in Salzwasser kochen und pürieren. Dann das Eigelb und die pürierten Randen dazugeben. Mit dem Hefewasser und Mehl zu einem Teig rühren. Den Teig aufgehen lassen. Anschliessend das Eiweiss mit einer Prise Salz steif schlagen und unter den Teig heben. Das Öl in der Pfanne erhitzen und mit einem Löffel Teig in die Pfanne geben – es sollten fünflibergrosse Taler entstehen. Auf beiden Seiten anbraten.
Nun gekochte Randen in kleine Würfel schneiden. Das Meerrettichmousse – liegt beim Grossverteiler im Kühlregal – und die Randenwürfeli auf den Randenblinis anrichten.
Polenta-Würfel

- 250 g Polenta
- 300 ml Milch
- 300 ml Gemüsefonds
- Salz, Pfeffer
- wenig Öl zum Anbraten
Polenta nach Packungsanleitung kochen. Dann in eine Form geben und gut auskühlen lassen. Eine Silikonform eignet sich gut, aber auch eine Cakeform oder eine Gratinform geht. Die Cakeform mit etwas Klarsichtfolie belegen und die Polenta in die Form geben.

Dann die Polenta in Würfel schneiden und in der Bratpfanne von beiden Seiten anbraten.
Noch ein trüber Februartag in Sicht? Laden Sie Gäste ein und stellen Sie Tapas auf den Tisch, der Rest ergibt sich von selbst! Mit der Geselligkeit nach südländischem Vorbild geht womöglich wenigstens im Herzen die Sonne auf.

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