Oberbürerin fordert Heuferien für Schülerinnen und Schüler im Kanton St.Gallen
Stand jetzt kommen St.Galler Schülerinnen und Schüler in den Genuss von drei zusammenhängenden Wochen Herbstferien. Mit ihrer am Montag lancierten Petition will Adelina Karrica aus Oberbüren die Schulferienaufteilung im Kanton auf den Kopf stellen. «Aus unserer Sicht ist die Verteilung der schulfreien Zeit wenig ausgewogen und bringt sowohl für Kinder als auch für Familien verschiedene Herausforderungen mit sich», schreibt Karrica. Ihre Vorstellung: Wie im Kanton Thurgau sollen Schulkinder künftig nur noch zwei Wochen im Herbst, dafür eine Woche über Pfingsten schulfrei haben.
Adelina Karrica hat die Petition am Montag mit ihrer Schwester ins Leben gerufen. Bis am Mittwoch sammelte sie über 500 Unterschriften. Für die dreifache Mutter ergeben drei Wochen Herbstferien wenig Sinn: «Nach den Sommerferien folgen direkt die nächsten Ferien. Das ist einfach zu viel, so kurz nach der Sommerpause. Danach müssen sich die Kinder erst wieder einfinden und neu motiviert werden, und kurz darauf stehen bereits die Weihnachtsferien an», sagt sie. Gleichzeitig fehle im Frühling – besonders zwischen den Oster- und Sommerferien – eine längere Erholungsphase.
In der Petition fordert sie jetzt, «die dreiwöchigen Herbstferien zu überdenken und stattdessen Frühlingsferien (Heuferien) rund um die Auffahrt einzuführen», so wie es der Kanton Thurgau mit den Pfingstferien handhabt. Während die Mehrheit der Gemeinden in Appenzell Ausserrhoden drei Wochen Herbstferien einplant, verteilen einige ihre Ferien anders und bieten stattdessen eine Woche Heuferien zwischen Auffahrt und Pfingsten an. Im Kanton Appenzell Innerrhoden gibt es keine Heuferien, dafür aber sechs Wochen Sommerferien.
Für Karrica ist klar: Eine Verschiebung würde Familien und Schulen entlasten und den Bedürfnissen der Kinder besser entsprechen. Die aktuelle Ferienaufteilung stelle viele Familien vor grosse organisatorische und berufliche Schwierigkeiten: «Nicht alle berufstätigen Eltern haben das Glück, dass die Grosseltern in der Nähe sind, die die Kinderbetreuung übernehmen.» Lange Ferien seien besonders herausfordernd, da Eltern für mehrere Wochen eine Betreuung organisieren müssten, was Aufwand und Kosten verursache.
Das Thema ist nicht neu. Bereits 2016 hat die St.Galler Regierung eine Interpellation zur Schulferienaufteilung beantwortet: Sie will am Modell mit drei Wochen Herbstferien festhalten, denn es habe sich bewährt.
Christoph Ackermann, Präsident des Verbands St.Galler Volksschulträger, sieht derzeit weiterhin keinen Grund, die Ferienregelung zu ändern: «Es gibt auch pädagogische Überlegungen: Im letzten Quartal finden zahlreiche Schulreisen, Klassenlager, besondere Aktivitäten und Abschlusswochen statt. Eine zusätzliche Woche dazwischen kann eher hinderlich sein. Gleichzeitig hilft die kurze Zeit zwischen Sommer- und Herbstferien vielen Erstklässlern, erst einmal anzukommen und durchzuatmen, um danach mit frischen Kräften zu starten», sagt er «TVO».
Eine verbandsinterne Befragung im vergangenen Jahr zeigte aber: Beide Modelle haben ihre Vor- und Nachteile. Die eine Hälfte spricht sich für eine Änderung der Ferienaufteilung aus, die andere dafür, es beim bisherigen Modell zu belassen.
Alle vier Jahre legt der Bildungsrat des Kantons St.Gallen den Ferienplan neu fest – bis zum Schuljahr 2028/2029 steht er bereits. Adelina Karrica will ihre Petition noch diese Woche dem St.Galler Bildungsdepartement einreichen.
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