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Betrüger erbeutet mehr als eine halbe Million Franken von einem St.Galler Senior

Ende Januar wurde ein 65-jähriger Mann aus dem Kanton St.Gallen um mehr als eine halbe Million Franken betrogen. Der Täter gab sich als Bankmitarbeiter aus.
Der Täter hatte Fernzugriff auf den Computer des Seniors. (Bild: BIld: Erwin Wodicka/Fotolia)

Eine bekannte Betrugsmasche erlebt derzeit ein Comeback und verursacht erheblichen finanziellen Schaden: Die Täterinnen und Täter behaupten, es gebe Sicherheitsprobleme mit Bankkonten, Versicherungsdaten oder dem Computer der angerufenen Person. Um das angebliche Problem zu beheben, fordern sie die Installation von Fernzugriffsprogrammen wie beispielsweise AnyDesk oder TeamViewer. Sobald der Zugriff gewährt wird, übernehmen die Täter den Computer, manipulieren Online-Banking-Vorgänge oder stehlen persönliche Daten. In mehreren Fällen wurden in der Schweiz hohe Geldbeträge abgebucht oder Konten vollständig leergeräumt, ohne dass die Betroffenen den Betrug sofort bemerkten.

Zwischen Montag, 26. Januar, und Donnerstag, 29. Januar, wurde ein 65-Jähriger aus dem Kanton St.Gallen Opfer dieser Betrugsmasche, wie die Kantonspolizei in einem Communiqué schreibt. Dabei wurde er um mehr als eine halbe Million Franken betrogen.

Der Täter habe sich am Telefon als Mitarbeiter der Hausbank des Geschädigten ausgegeben und ihm mitgeteilt, dass auf seinem Konto ein Betrug stattgefunden habe. Man werde ihm aber helfen, das Geld zurückzuerhalten. Bei einem erneuten Telefonat wurde der Geschädigte aufgefordert, das Programm AnyDesk zu installieren. Dadurch erlangte die Täterschaft Fernzugriff auf den Computer und im Endeffekt auch auf das Bankkonto des Geschädigten.

Bei verdächtigen Anrufen sofort auflegen

Die Kantonspolizei warnt in ihrer Medienmitteilung eindringlich: Keine Bank, keine Behörde und keine Polizei verlangt jemals Fernzugriff, Passwörter, Codes oder andere persönliche Daten. Ebenso werde nie jemand dazu aufgefordert, Bargeld oder Wertsachen zu übergeben. Fremde dürfen niemals Zugriff auf den privaten Computer erhalten, auch nicht unter dem Vorwand einer dringenden Sicherheitsprüfung.

Betroffene sollen bei unerwarteten oder verdächtigen Anrufen sofort auflegen und die betreffende Institution über die offiziell bekannte Telefonnummer selbst kontaktieren. Die Kantonspolizei ruft dazu auf, insbesondere ältere Menschen über diese Betrugsmaschen zu informieren.

Der Kantonspolizei St.Gallen wurden im Jahr 2025 weniger als 20 erfolgreiche Telefonbetrügereien samt Vermögensschädigung gemeldet. Gleichzeitig hätten die Bürgerinnen und Bürger auf einer speziell dafür eingerichteten Website mehr als 1000 erkannte Telefonbetrugsversuche gemeldet. Dies sei sehr wertvoll für die weitere Ermittlungsarbeit. Aus Sicht der Polizei sei die hohe Quote an gescheiterten Versuchen erfreulich. (kapo/pd)

 
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