Nach dem Aus der HSG-Kooperation: Kanton St.Gallen gleist Zukunft des Medizinstudiums auf
Seit 2020 bieten die Universitäten St.Gallen und Zürich gemeinsam den Joint Medical Master am Standort St.Gallen an. Diese Zusammenarbeit ist bis Ende Juli 2030 befristet und wird danach in ihrer bisherigen Form nicht weitergeführt. Die HSG ist am künftigen Studienangebot nicht mehr beteiligt.
Stattdessen soll die Universität Zürich die medizinische Masterausbildung in St.Gallen künftig selbst unter dem Namen «UZH Medical Campus Ostschweiz» führen. Die Kantone St.Gallen und Zürich haben dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet, wie der Kanton St.Gallen am Donnerstag mitteilt. Gleichzeitig soll die Zahl der Studienplätze von derzeit 40 auf 100 erhöht werden.
Hintergrund ist unter anderem der Bedarf an Ärztinnen und Ärzten. Die Kantone gehen davon aus, dass eine Ausbildung in der Region die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Medizinerinnen und Mediziner später auch dort arbeiten.
Ostschweizer Spitäler bleiben beteiligt
Für die Ausbildung soll die Universität Zürich weiterhin mit verschiedenen Ostschweizer Gesundheitseinrichtungen zusammenarbeiten. Dazu gehören HOCH Health Ostschweiz, die Psychiatrie St.Gallen, das Ostschweizer Kinderspital sowie niedergelassene Ärztinnen und Ärzte.
Geplant sind zudem ein bis zwei nicht-klinische strukturelle Professuren sowie bis zu drei sogenannte Professuren ad personam für wissenschaftlich qualifizierte Personen am St.Galler Standort.
Bis 2030 will die Universität Zürich ihr Medizinstudium im Rahmen des Projekts «Med500+» ohnehin reformieren und die Zahl der Studienplätze ausbauen. Erkenntnisse daraus sollen auch in die Ausbildung in St.Gallen einfliessen.
Noch ist die langfristige Weiterführung allerdings nicht definitiv. Die unterzeichnete Absichtserklärung bildet zunächst die Grundlage für die weiteren Verhandlungen. Im Kanton St.Gallen sollen mit dem neuen Gesundheitsgesetz, das derzeit im Kantonsrat beraten wird, die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Bis im Frühjahr 2027 wollen die Kantone St.Gallen und Zürich einen verbindlichen Kooperationsvertrag ausarbeiten. (sae)
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