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Zwischen Existenzkämpfen und frühem Saisonstart: Ein Blick in die Wiler und Toggenburger Skigebiete

Der Saisonstart kam für mehrere der kleinen Skilifte der Region bereits im November. Während einige sich über den frühen ersten Betriebstag freuen, warten andere noch auf genügend Schnee, stehen vor umfassenden Sanierungsarbeiten oder kämpfen gar ums Überleben.
von Lavinia Loosli
In Degersheim lag bereits genügend Schnee für den Skibetrieb. (Bild: Victor Schönenberger)
Nachtskifahren in Degersheim. (Bild: Victor Schönenberger)
In Oberhelfenschwil ist der Saisonstart geglückt. (Bild: zvg)
Nachtskifahren in Oberwangen. (Bild: zvg)

Die beiden grossen Toggenburger Skigebiete Wildhaus und Chäserrugg konnten am letzten Novemberwochenende mit einem Teilbetrieb in die Saison starten. Auch bei den kleinen Skilifte in den unteren Lagen fiel im November bereits der erste Schnee. Einige konnten so schon erste Betriebstage verbuchen, für andere reichte die Schneemenge noch nicht. Einige der kleinen Lifte stehen vor einer entscheidenden Saison oder blicken auf umfassende Sanierungsarbeiten. Eine Übersicht.

Degersheim

Beim Skilift Degersheim sind nötige Sanierungsarbeiten ein grosses Thema. Noch nicht dieses Jahr, aber bis 2028, wie Betriebsleiter Victor Schönenberger informiert. «In den nächsten drei Jahren sind Investitionen in der Höhe von rund 100'000 Franken für Sicherheitsauflagen vom Interkantonalen Konkordat für Seilbahnen und Skilifte nötig.» Betreffen würden diese aussergewöhnlichen Instandhaltungsarbeiten hauptsächlich einzelne Mastfundamente und die Montage eines Laufstegs. Und auch das Ersetzen von Anlagenkomponenten bei der Liftsteuerung und der Fernüberwachung ist notwendig.

Der Skilift hatte bereits zwei Tage geöffnet. Da es am Freitag, 21. November, geschneit hatte, konnten Schneesportler und -sportlerinnen am Wochenende vom 22. und 23. November auf die Piste. Der Betriebsleiter sagt: «Der Boden war nass, deshalb war es eine knappe Sache. Aber es hat gereicht.» Seit einigen Jahren bietet die Skilift Degersheim AG von Mitte November bis Mitte Dezember eine Aboaktion an. Noch können Saisonabos mit 20 Prozent Rabatt gekauft werden.

Nachtskifahren in Degersheim. (Bild: Victor Schönenberger)

Bächli Hemberg

Der Skilift Hörnli in Bächli Hemberg konnte die Saison bisher noch nicht eröffnen. Anlagenchef Hans Brunner sagt: «Grund dafür waren die Wetteraussichten mit Wärmeeinbrüchen und auch die beschränkten Möglichkeiten, die Piste bei nassem Schnee zu präparieren.» Erneuerungen oder Veränderungen im Angebot habe es laut Brunner nicht gegeben. Jedoch sei auch bei ihnen eine umfangreiche Sanierung in den nächsten Jahren vonnöten. Aufgrund dessen ist die Zukunft des Skilifts noch ungewiss. Brunner hofft für den Skilift auf schöne Wintertage. Der Skilift ist bereit zur Öffnung.

Hemberg

Der Skilift Hemberg konnte schon in die Saison starten. Die Pisten waren sogar bereits an zwei Wochenenden präpariert und für Skifahrende und Snowboarder benutzbar. Betriebsleiter Hansueli Rechsteiner sagt: «Die Saison ist gut angelaufen, die Leute sind gekommen. Wir waren parat.» Das Angebot bleibt diese Saison dasselbe und auch die Abopreise haben sich nicht verändert.

Ebnat-Kappel

Neben dem Skilift Hörnli in Bächli Hemberg steht auch der Skilift Tanzboden in Ebnat-Kappel vor seiner entscheidenden Saison, nachdem es in den letzten Jahren zu sehr wenigen Betriebstagen kam. Noch konnte der Skibetrieb nicht aufgenommen werden. Im Newsletter schreibt die Genossenschaft: «Leider spielt das Wetter aktuell noch nicht mit: Die Temperaturen sind zu warm und die Schneemenge reicht derzeit nicht für einen sicheren Betrieb.» Neu eingeführt wurden für diese Saison Frondienste am Skilift. Im Newsletter steht dazu: «Wer uns beim Anbügeln, Aufräumen oder anderen Arbeiten rund um den Skilift unterstützen möchte, kann sich gern beim Sekretariat anmelden.» Pächter und Pächterinnen für den Kiosk sind ebenfalls noch gesucht. Der Newsletter informiert ausserdem über eine vorgenommene Tarifanpassung. Ersichtlich ist sie auf der Website des Skilifts.

Krinau

Der Skilift Krinau startete am Samstag, 22. November, in die Saison. Und auch am Sonntag konnten Besuchende tags und nachts Ski- und Snowboardfahren. Zudem war der Skilift am darauffolgenden Wochenende ebenfalls geöffnet. Laut der Präsidentin des Skiclubs, Kristina Bösch, seien bereits viele Leute gekommen, teilweise auch aus Lichtensteig.

Oberhelfenschwil

Die Genossenschaft Skilift Oberhelfenschwil hat dieses Jahr einen neuen Präsidenten. Reto Bleiker hat das Amt vor dieser Saison übernommen. Er sagt gegenüber dieser Zeitung: «Wir hatten am 22. November Saisoneröffnung und glücklicherweise hatte es sogar Schnee.» Dementsprechend konnte der Skilift bereits öffnen und auch das folgende Wochenende Schneesportbegeisterte empfangen. In Oberhelfenschwil wurden für diese Saison bereits Revisionen gemacht, es gab etwa einen neuen Scheinwerfer fürs Nachtskifahren. Ansonsten blieb alles beim Alten. Weder bei den Abopreisen noch beim Angebot hat sich auf die neue Saison etwas geändert.

In Oberhelfenschwil ist der Saisonstart geglückt. (Bild: zvg)

Mogelsberg

Der Skilift Mogelsberg konnte seinen Betrieb am 22. November aufnehmen. An jenem Wochenende war der Schnee bei 30 Zentimetern Höhe, was die Öffnung des Skilifts und der Piste ermöglichte. Nun sind die Schneeverhältnisse nicht mehr ideal. Der Verkehrsverein Mogelsberg informiert: «Das Angebot bleibt dieses Jahr dasselbe.» Und auch die Nachmittagspauschale von fünf Franken bleibt gleich.

Gähwil

In Gähwil konnte der Skilift den Betrieb noch nicht aufnehmen. Betriebsleiter Theo Messmer sagt: «Wir hatten leider noch zu wenig Schnee. Inzwischen ist es wieder grün.» In der Saison 24/25 konnte der grosse Skilift ein Wochenende öffnen, der Zauberteppich und der Ponylift hatten zwischen sieben und neun Tagen geöffnet. Messmer sagt: «Bis jetzt hatten wir Glück, dass es immer eine Nullrunde gab. Der Zauberteppich ist Gold wert.» Er fügt hinzu: «Wir hoffen immer auf viel Schnee, dann könnte das Vollmond-Skifahren dieses Jahr vielleicht stattfinden.»

Für den Skilift seien vor allem die Winterferien rund um die Feiertage entscheidend. Eine Veränderung im Angebot gibt es für diese Saison keine. Jedoch gibt es eine preisliche Anpassung. «Die Familienkarte kostet seit dieser Saison 60 Franken, statt 55», sagt Messmer.

Wolzenalp

Das Skigebiet auf der Wolzenalp startete am 29. November in die Saison. Zwischen 20 und 50 Zentimeter Schnee reichten, um die Skipiste zu präparieren. Fridolin Früh, Betriebsleiter der Wolzenalp AG, sagt: «Ein Basisangebot zur Verfügung zu stellen, ist zu jedem Zeitpunkt wichtig, selbst wenn der Aufwand im November und frühen Dezember im Vergleich zum Ertrag gross ist. In der Hauptsaison ändert sich dieses Verhältnis deutlich.»

Wer lieber Schlittenfahren möchte, kann die Schlittenpiste bis ins Tal runter rodeln. Wer es lieber ruhig angehen möchte, kann die Winterwanderwege benutzen. Der Preisstruktur bleibt die Wolzenalp weiterhin treu.

Gamplüt

Das Hochplateau kann mit der Gondelbahn oder über einen Winterwanderweg erreicht werden. Der Schlittenbetrieb war bereits kurz geöffnet. Unterdessen sind die 80 Zentimeter Schnee vom Regen und Wind schon wieder abgetragen worden. Betriebsleiter Peter Koller sagt: «Wenn es genug Schnee hat, mache ich sofort eine Skipiste.»

Oberwangen

Die Genossenschaft Skilift Oberwangen wartet noch auf genügend Schnee, um den Skibetrieb aufnehmen zu können. Verwaltungsratspräsident Harald Wagner sagt gegenüber dieser Zeitung: «Ab dem zweiten Novemberwochenende richten wir jeweils alles ein, damit wir bereit sind.» In Oberwangen hatte es sogar bereits Schnee, jedoch zu wenig für eine Pistenpräparation. Wagner sagt: «Für die technische Beschneiung wurde es zu warm, deshalb konnten wir noch nicht starten.» Derzeit hofft Wagner auf viel Schnee.

Nachtskifahren in Oberwangen. (Bild: zvg)

Während sich an den Abopreisen nichts geändert hat, gibt es im Kinderland ein neues Förderband. «Es ist unser neues Highlight. So vereinfachen wir den Kleinsten den Einstieg in den Schneesport», sagt Wagner. Und auch die Website der Genossenschaft ist neu. «So haben die Leute eine bessere Übersicht und die Anmeldung für die Skischule ist einfacher.»

Mosnang

Nachdem der Skilift Mosnang letzte Saison kein einziges Mal für den Skibetrieb öffnen konnte, wartet die Akteingesellschaft auch dieses Jahr noch auf genügend Schnee. Der Präsident der Aktiengesellschaft, Lukas Birchler, sagt: «Unser Hang ist sehr steil, das heisst, es braucht noch einmal mehr Schnee als in anderen Skigebieten.» Ein neues Angebot gibt es nicht und auch an den Abopreisen hat sich nichts geändert.

Allerdings musste die Steuerung des Skilifts erneuert werden. Um diese Servicearbeiten finanzieren zu können, gab es jedoch eine spezielle Aboaktion. Über die Zukunft des Skilifts sagt Birchler: «Wir haben das grosse Glück, dass es eine kleine Wohnung bei der Bergstation hat. Mit der Miete können wir einen guten Teil der Grundkosten abdecken.» So ist es möglich, den Skilift auch in Zukunft zu finanzieren und zu betreiben.

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/ostschweiz/start-der-skisaison-202526-ueberblick-im-toggenburg-und-der-region-wil-art-716851

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