Zwei Frauen sind bei der Wahl fürs Schulpräsidium Lichtensteig Kopf an Kopf
Es dürfte auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hinauslaufen. Für die Ersatzwahl des Schulpräsidiums Lichtensteig wird ein zweiter Wahlgang nötig. Am aktuellen Wahlsonntag erreichte niemand von den vier Kandidatinnen und Kandidaten das absolute Mehr von 303 Stimmen. Am nächsten dran waren Simone Kramer mit 225 Stimmen und Margrit (Mädi) Bergamin mit 207 Stimmen.
Im ersten Wahlgang kandidierten zudem Pascal Brändle und Corinna Honegger. Auf Brändle entfielen am Sonntag 125 Stimmen, auf Honegger deren 47. Die amtierende Schulpräsidentin Petra Stump gibt ihr Amt Ende Jahr ab. Die Stimmbeteiligung betrug bei der Wahl um ihre Nachfolge 44,76 Prozent.
Kramer wird erneut antreten
Mit Kramer und Bergamin holten die beiden Kandidatinnen die meisten Stimmen, die auch von der überparteilichen Findungskommission zur Wahl vorgeschlagen wurden.
Für Kramer, die für die Grünen antritt, ist bereits klar, dass sie sich auch beim zweiten Wahlgang vom 29. November wieder zur Verfügung stellen wird. Die Schulleiterin und ausgebildete Lehrerin ist zufrieden mit dem Resultat des ersten Wahlgangs. «Ich habe mich intensiv gezeigt», blickt sie auf den Wahlkampf zurück. Sie habe die Bevölkerung zu einem Stamm mit Kaffee und Kuchen eingeladen und auf Instagram sowie per Whatsapp-Status auch online Wahlkampf betrieben.
Kramer war bereits 2024 für ein politisches Amt in Lichtensteig angetreten. Damals bei den Gesamterneuerungswahlen für den Gemeinderat, als sie gegen ihren auch jetzigen Gegenkandidaten Pascal Brändle unterlag. Im Gegensatz zu damals, als sie noch relativ neu in Lichtensteig lebte, sagt Kramer: «Ich bin heute im Städtli bekannter.» Vor dem zweiten Wahlgang werde sie sich erneut der Bevölkerung präsentieren. Wie genau, weiss sie aber noch nicht.
Bergamin will erst Gespräche führen
Auch Mädi Bergamin zeigt sich am Wahlsonntag zufrieden: «Ich finde, ich habe ein sehr gutes Resultat erreicht.» Die parteilose Kandidatin und Kindergartenlehrperson freut sich über die Unterstützung – auch von ihrem Umfeld während des Wahlkampfes. Zur Frage, ob sie im zweiten Wahlgang wieder antritt, wollte sich Bergamin am Sonntag noch nicht äussern. «Ich möchte das Ergebnis zuerst in Ruhe auf mich wirken lassen und Gespräche führen, bevor ich über die nächsten Schritte entscheide.»
Ihren ersten Wahlkampf hat Bergamin positiv erlebt. Sie habe viele neue Leute kennenlernen und gute Gespräche führen dürfen. «Auch haben mich viele Personen nach dem Podium auf meinen Auftritt angesprochen.» Um sich zu präsentieren, hat Bergamin zudem ihre Flyer selbst verteilt, um «Briefkastengespräche» zu führen und die Bevölkerung zu einem Kafitreff eingeladen. Bergamin spricht von einem «intensiven und bereichernden ersten Wahlkampf».
Brändle überlegt noch, was sinnvoll ist

Weniger zufrieden ist Pascal Brändle, der von seiner Partei, der FDP, nominiert wurde. «Es ist nicht ganz das, was ich mir erhofft habe», sagt der amtierende Gemeinderat. Auch er bedankt sich für die erhaltenen Stimmen, kann aber noch nicht sagen, ob er im zweiten Wahlgang erneut antritt: «Ich werde das Resultat erst einmal verdauen und überlegen, was sinnvoll ist.»
Den Wahlkampf hat der Kantonspolizist und Leiter der Polizeistation Uznach-Schänis als positiv wahrgenommen. Nebst der öffentlichen Kandidatenvorstellung habe er mit Flyern für sich geworben.

Corinna Honegger, die deutlich am wenigsten Stimmen auf sich vereinen konnte, sagt hinsichtlich zweiter Wahlgang: «Ich denke nicht, dass ich erneut antreten werde.» Für die Hausfrau und gelernte Bäckerin-Konditorin (parteilos) war der Wahlkampf eine neue Erfahrung. «Ich bin erstaunt, dass ich nicht so viele Stimmen holen konnte. Aber es hat wohl nicht sein sollen.» Sie hätte das Amt gerne gemacht, sei aber mit der Haltung angetreten, es so zu nehmen, wie es kommt. Die Enttäuschung halte sich daher in Grenzen.
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