Eines der bekanntesten Fertiggerichte: So lässt sich Fisch à la Bordelaise mühelos selbst zubereiten
Dieses Gericht kommt kein bisschen aus Bordeaux, wie man wegen des Namens annehmen könnte. Aber ein bisschen Französisch schadet halt nie. Es tönt so elegant. Ausserdem ist Frankreich bekannt für seine Lebenskunst. Dort leben viele Geniesserinnen und Geniesser. Schlemmerfilet à la Bordelaise, das muss doch besser schmecken als Schlemmerfilet mit Kräuterbutterpaniermehlkruste.
Doch eben, mit Frankreich hat Schlemmerfilet à la Bordelaise nichts zu tun. Eigentlich kommt das Gericht aus dem Tiefkühler. Es soll eines der ersten Fertiggerichte überhaupt gewesen sein. Auf den Markt gebracht hat es der deutsche Hersteller Iglo. Gefolgt sind Findus, aber auch Coop und Migros mit ihren Eigenmarken. Sie alle produzieren heute Schlemmerfilet à la Bordelaise. Den überbackenen Fertigfisch kennen fast alle. Man ass ihn gelegentlich daheim als Kind, später als Studierende in der Mensa, heute als Mitarbeitende in der Kantine. Schmeckt eigentlich gut. Nur fragen sich Essende immer mal wieder: Wie viel Fisch steckt überhaupt unter der üppigen Panade und woher kommt er?
Wer Fertiggerichten entwachsen ist und keinen Fisch von irgendwo konsumiert, Schlemmerfilet à la Bordelaise aber nicht aus dem Leben streichen will, muss das nicht. Das Gericht selbst zuzubereiten, ist ziemlich einfach. Nach dem Besuch beim Fischhändler des Vertrauens, fehlt nur noch ein gutes Rezept für eine knusprige Panade. Hier ist es.

Schlemmerfilet à la Bordelaise (für 4 Personen)
Zutaten: 4 × 140 g Dorsch, eine Zitrone, 150 g Butter, eine Handvoll Petersilie, eine Handvoll Schnittlauch, 60 g geriebener Parmesan, 40 g Pankomehl, 2 Eigelbe, 1 dl Bouillon, Salz, Pfeffer
Zubereitung: Ofen auf 200 Grad vorheizen. Butter frühzeitig aus dem Kühlschrank nehmen und weich werden lassen. Petersilie und Schnittlauch klein schneiden. Schale der Zitrone abreiben. 1 dl Bouillon anrühren und wärmen. Gratinform einölen, den Fisch in die Form legen, den Zitronenabrieb auf ihm verteilen. Butter mit Kräutern mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eigelb, Parmesan und Pankomehl zur Kräuterbutter geben. Den Saft einer halben Zitrone dazupressen. Die Masse auf die vier Fischteile verteilen und ungefähr 25 Minuten bei 200 Grad backen. Falls sich die Panade zu wenig bräunt, am Schluss für ein paar Minuten den Heissluftgrill einschalten.
Dazu passt: Salat mit einer leichten Joghurtsauce oder Reis und Gemüse.
Wer keinen Dorsch findet, hat Alternativen. Mit Forelle, Heilbutt oder Zander funktioniert das Gericht ebenfalls. Die Gratinform mit Backpapier auslegen, damit der Fisch nicht anbrennt. Oder man entscheidet sich (wie oben) für etwas Flüssigkeit, die mit in die Form kommt. Das Fischgericht passt wegen der üppigen Panade gut zu einem simplen Salat. Um das Buttrige auszugleichen, kombinieren wir eine leichte, säuerliche Joghurtsauce dazu. Dafür griechischen Joghurt mit etwas Wasser mischen, klein geschnittenen Schnittlauch unterrühren und mit etwas Salz und Pfeffer würzen.
Rasch riecht es köstlich aus dem Ofen. Wie früher, als das Schlemmerfilet à la Bordelaise noch ein Fertiggericht war. Von Bordeaux träumen kann man ja trotzdem. Auch wenn man nun weiss, dass das Essen nichts mit der Stadt an der Garonne zu tun hat.

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