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Listerien-Käse aus der Ostschweiz: Rückruf jetzt auch in Zürich, Basel und Luzern

Die Migros weitet den Listerien-Rückruf auf neun Weichkäse und weitere Regionen aus. Betroffen sind auch Produkte bei Coop und Lidl. Die Spur führt zu einer Thurgauer Käserei.
Die Migros ruft die Minibries der Gossauer Eberle Spezialiäten zurück. (Bild: zvg)

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat am Dienstag eine öffentliche Warnung herausgegeben. Betroffen sind die Minibries Marroni, Knoblauch, Steinpilz und Chili der Gossauer Eberle Spezialitäten AG. In den Produkten seien Listerien nachgewiesen worden, eine Gesundheitsgefährdung könne nicht ausgeschlossen werden. Das BLV empfiehlt, die Käse nicht zu konsumieren.

Bereits am Montagabend hatte die Migros Ostschweiz die Sorten Chili, Steinpilz und Knoblauch vorsorglich zurückgerufen. Am Dienstag kam der Minibrie Marroni dazu, der bei Coop verkauft wurde. Inzwischen hat die Migros den Rückruf auf neun Weichkäse ausgeweitet, und zwar unabhängig vom Verbrauchsdatum. Damit reicht er über die Ostschweiz hinaus: Einzelne Produkte wurden auch in Filialen der Migros Zürich, Basel, Luzern und Aare verkauft. Betroffen sind folgende Käse:

Auch Thurgauer Käserei betroffen

Ebenfalls am Dienstag hat die Strähl Käse AG aus Siegershausen einen Rückruf gestartet. Bei eigenen Kontrollen seien Hinweise auf Listerien festgestellt worden, schreibt das Unternehmen. Zurückgerufen werden der Sandwich-Brie sowie die Sorten Bonaparte Nature, Pfeffer und Chili. Andere Käsesorten seien nach aktuellem Kenntnisstand nicht betroffen, da sie einen anderen Produktionsprozess durchlaufen.

Ausgelöst wurde der Rückruf durch einen Laborbefund, den Strähl am Freitagabend erhalten hatte. Er betraf Minibries, die als Halbfabrikat an einen Kunden geliefert worden waren. Um welchen Kunden es sich handelt, schreibt das Unternehmen nicht. Daraufhin liess Strähl weitere Produkte untersuchen: In Mustern wurden Spuren von Listerien-DNA gefunden. Der definitive Laborbefund steht noch aus.

Ein Grossteil der Ware sei gar nicht in den Verkauf gelangt, schreibt Strähl. Das Unternehmen habe die Bestände gesperrt und einen Lieferstopp verfügt. «Unsere eigene Qualitätssicherung hat die Auffälligkeiten festgestellt. Wir haben daraufhin unverzüglich reagiert», wird Inhaber und Geschäftsführer Peter Strähl zitiert. Krankheitsfälle seien keine bekannt. Strähl steht im Austausch mit dem Kantonalen Laboratorium Thurgau und klärt ab, wie es zur Kontamination kommen konnte.

Gefahr für Schwangere und Ältere

Bei Personen mit intaktem Immunsystem verläuft eine Listerien-Infektion laut BLV meist mild oder sogar ohne Symptome. Gefährlich ist sie für Neugeborene, Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere und immungeschwächte Personen: Bei ihnen können schwere, teils tödliche Verläufe auftreten. Bei Schwangeren kann eine Infektion zu einer Fehlgeburt führen. Wer eines der Produkte gegessen hat und unsicher ist, soll ärztlichen Rat einholen.

Die betroffenen Käse können in der Verkaufsstelle zurückgebracht werden, der Kaufpreis wird zurückerstattet. (pd/ame)

 
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