Schon wieder Schwarzarbeiter auf der Kanti-Baustelle in Sargans festgenommen
Mitarbeitende der Kantonspolizei St.Gallen sowie des Amts für Wirtschaft und Arbeit führten am Dienstagmorgen eine Kontrolle auf einer Grossbaustelle durch. Dabei stellten sie fest, dass ein 50-jähriger Vietnamese ohne die nötige Bewilligung arbeitete. Auch ein 27-jähriger Kosovare konnte keine Bewilligung vorweisen. Ein 48-jähriger Albaner versuchte erfolglos, vor der Kontrolle zu fliehen. Auch er hatte keine Arbeitsbewilligung. Die drei Männer wurden vorläufig festgenommen, schreibt die Kantonspolizei in einem Communiqué.
Das Migrationsamt verfügte im Falle des 27-Jährigen und des 48-Jährigen eine Wegweisung sowie ein Einreiseverbot, die Staatsanwaltschaft erliess einen Strafbefehl. Die Strafbefehle sind noch nicht rechtskräftig. Es gilt die Unschuldsvermutung. Beim 50-Jährigen befinden sich straf- und ausländerrechtliche Massnahmen in Prüfung.
Die Arbeitgeber der Männer, die als Subunternehmer tätig waren, werden bei der Staatsanwaltschaft aufgrund der Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung angezeigt. Ob ferner Verstösse im Bereich der Abrechnung von Sozialversicherungsbeiträgen und von Quellensteuer vorliegen, werde abgeklärt.
Zweiter Fall von Schwarzarbeit auf der Kanti-Baustelle
Das Hochbauamt stellte fest, dass zwei Erstunternehmen nicht gemeldete Subunternehmen beauftragt hatten. Schwarzarbeit sei für den Kanton nicht akzeptabel, schreibt die Staatskanzlei in einer Mitteilung. Das Hochbauamt habe sämtliche nicht gemeldeten Subunternehmen per sofort von der Baustelle verwiesen und die Erstunternehmen kontaktiert. Es habe darauf hingewirkt, dass die Zusammenarbeit mit den beiden nicht gemeldeten Subunternehmen per sofort beendet wird. Zu Verzögerungen im Bauablauf der Kantonsschule Sargans werde es voraussichtlich nicht kommen.
Bereits im August 2024 wurden Schwarzarbeiter auf der Baustelle der Kantonsschule Sargans entdeckt. Damals war ein Eisenlegerunternehmen fehlbar. Bei der Kontrolle flogen vier Männer ohne Arbeitsbewilligung auf.
Das Bau- und Umweltdepartement habe die zuständigen Behörden daraufhin gebeten, vermehrt Kontrollen auf den kantonseigenen Baustellen durchzuführen. Bis zum nun vorliegenden Fall seien keine Verfehlungen festgestellt worden.
Der Fall von 2024 führte des Weiteren zu einer juristischen Überprüfung der vertraglichen Absicherung des Kantons gegen Schwarzarbeit durch das Hochbauamt. Diese ergab, dass bereits alle Möglichkeiten ausgeschöpft seien. Der Kanton dürfe aus vergaberechtlichen Gründen keine schwarze Liste mit fehlbaren Unternehmen führen.
Seit Jahren beobachten die Gewerkschaften vermehrt dubiose Firmen auf den Baustellen im Kanton, schreibt der Kantonale Gewerkschaftsbund St.Gallen in einer Medienmitteilung. Er sehe sich durch die Vorfälle in Sargans bestätigt, dass der Kampf gegen Schwarzarbeit im ganzen Kanton verstärkt werden muss. Er fordert mehr Kontrollen und zusätzliche Ressourcen im Kampf gegen Schwarzarbeit. (pd/nat)
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