Weniger als Pizza, mehr als Sandwich: Panuozzo ist der perfekte Imbiss für die ersten Mahlzeiten draussen
Ein Sandwich ist ein Sandwich und eine Pizza ist eine Pizza. So eindeutig ist die Welt nicht. Und das schmeckt in diesem Fall richtig gut.
Wenn Kinder in der Badi nach dem zwanzigsten Sprung ins Bassin Hunger bekommen und am Kiosk mit leuchtenden Augen ein Pizzwich bestellen, ist das Leben gut. Der freundliche Koch faltet eine Pizza zusammen und im Nu entsteht aus dem italienischen Lieblingsgericht ein Eingeklemmtes. Ein kleines grosses Glück!
Ein junges Gericht aus dem Unesco-Essensland
Was in der Badi Pizzwich heisst, nennt sich in städtischen Pop-Ups und Imbisslokalen Panuozzo. Giuseppe Mascolo, ein Pizzaolo aus Gragnano, soll es 1983 erfunden haben – als Abendessen für seine Kinder. Sie liebten es so sehr, dass Mascolo den Imbiss auf die Karte seiner Pizzeria nahm. Dort bot das Panuozzo fortan Restaurantgästen Abwechslung.
Es handelt sich um ein junges Gericht aus einem Land, das für seine traditionelle Esskultur bekannt ist. Seit Ende 2025 zählt die italienische Küche zum immateriellen Unesco-Kulturerbe.
Lange braucht nur der Teig
Natürlich wird das Panuozzo längst nicht mehr nur in Italien gegessen. In Hannover und in Wien werben angesagte Lokale damit, ebenfalls in Zürich und in St.Gallen. In der «Sala d Attesa», die aus dem Bahnhof St.Gallen ausgezogen und im Warteraum der Appenzeller Bahnen wieder eröffnen wird, war es zum Beispiel erhältlich.
Wie bei der Pizza ist ein guter Teig entscheidend. Und der dauert. Je länger er aufgeht, desto luftiger und knuspriger fällt er aus. Während wir schlafen, arbeitet und entwickelt er sich nachts weiter. Und wie für die Pizza gilt: Jede kann ihr Panuozzo füllen, wie sie mag. Persönliche Lieblingsvariante: mit geschmorten Peperoni aus dem Ofen, dem Käse Asagio und rotem Pesto.

Ist der Teig gereift, geht es plötzlich ganz schnell. Den Teig wie eine kleine Pizza formen, mit etwa 10 Zentimeter Durchmesser, mit etwas Öl bestreichen und zusammenklappen. Das Panuozzo wird zweimal gebacken. Zuerst kommt es leer in den Ofen, dann mit Füllung und nur solange bis der Käse weich wird, aber noch nicht überall rausfliesst.
Rezept für vier Panuozzos
Zutaten: 600 g Pizzamehl, etwa 3,5 dl kaltes Wasser, 3 g Hefe, 10 g Salz, etwas Öl, etwa 100 g Hartweizendunst, 2 Peperoni, 100 g Asiago, ein Glas rotes Pesto, Basilikum
Zubereitung: Die Hefe mit dem Wasser mischen und fünf Minuten stehen lassen. Salz unter das Mehl rühren und das Wasser sowie die 2 Esslöffel Öl hinzufügen. Fünf Minuten lang kneten, bis der Teig geschmeidig ist. Den Teig nun in einer mit einem feuchten Tuch abgedeckten Schüssel für mindestens 24 Stunden gehen lassen. Alternative: Den Teig in eine luftdichte Box geben, mit etwas Öl begiessen. So ist er während mehrerer Tage im Kühlschrank haltbar.
Für das Panuozzo den Teig in vier Stücke schneiden. Hartweizendunst auf die Arbeitsfläche geben und die Teilstücke zu Kugeln formen. Diese noch einmal 30 Minuten ruhen lassen. In der Zwischenzeit die Peperoni in Stücke schneiden, mit Öl, Salz und Pfeffer marinieren. Rund 10 Minuten im auf 200 Grad vorgeheizten Ofen backen. Asagio in dünne Scheiben schneiden.
Den Teig mit den Fingern von innen nach aussen vergrössern und letztlich über den Handrücken dehnen, bis er einen Durchmesser von etwa 10 Zentimetern hat. Mit etwas Öl bestreichen und zusammenklappen. Für 6 bis 8 Minuten bei 230 Grad (Unterhitze mit Umluft) backen.
Rausnehmen, mit rotem Pesto bestreichen und mit Asagio, den Peperoni und Basilikum belegen. Noch einmal in den Ofen legen für ein paar Minuten, bis der Käse weich wird.

Einen deutlichen Vorteil hat das Pizzasandwich gegenüber der Pizza. Es lässt sich besser mitnehmen und unterwegs essen, auch ganz ohne Teller und Besteck. Der Teig umgibt und schützt die Zutaten und gibt dem Ganzen Halt. Das Panuozzo ist perfekt für die ersten Frühlingsessen draussen an einem schönen Ort in der Sonne, an denen es noch mehr sein soll als ein Salat und doch nicht noch eine Nudelsuppe. Italianità schadet in solchen Momenten nie, auch unter Kirschblüten oder der eigenen Terrasse in St.Gallen nicht.

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