Die Lieblingsrezepte aus fünf Jahren: So vielfältig waren Urs Baders Ostbröckli-Ideen
Tomatenwähe, das einfache Sommerglück

Urs Bader ist ein Geniesser, aber kein Snob. Er braucht keinen Hummer, ihm genügt eine frisch gepflückte, sonnenwarme Tomate. Dazu ein Cervelat, Dijonsenf und ein Stück knuspriges Brot, perfekt ist das Essglück, schreibt er. Und holt dann natürlich doch das Beste aus der einfachen Tomate heraus.
Nie wäre ich auf die Idee gekommen, mit Tomaten eine Wähe zu belegen. Urs Bader schon, vielen Dank! Es gelang ihm, immer wieder zu überraschen. Aus einfachen, bodenständigen Zutaten zauberte er Besonderes. Dabei blieb er stets saisonal: Im Sommer Tomaten und Beeren, im Herbst Marroni und im Frühling Barläuch.
Fleisch konsumiert er von fast allen Teilen des Tieres. Nose to tail, das ist gelebte Nachhaltigkeit. Urs Bader hat ein Herz für vernachlässigte, leicht zu übersehende Zutaten. Er liebt zum Beispiel den Estragon und hat deshalb eine Hymne auf ihn geschrieben. Damit befindet er sich in bester Gesellschaft. Auch der britische Kochbuchautor Nigel Slater und die Schweizer Spitzenköchin Tanja Grandits setzen das Kraut mit der Anisnote gerne ein.
Urs Bader wechselt in der Küche mühelos zwischen Gemütlichem, Traditionellem und Modernem. Er bereitet Kutteln zu, aber eben auch Quinoa.
Seine Tomatenwähe ist eine kulinarische Sommerfreude. Sie ist aber auch Sinnbild dafür, wie Urs Bader aus Alltäglichem Festessen gelingen. Und wie vielfältig er ist. Mit ein und derselben Wähe verköstigt er Fleischessende und Vegetarier. Auf die eine Hälfte kommt nur Ricotta und Gemüse, auf die andere Ricotta, Gemüse und Schinken. Eine Wähe, die beide glücklich macht und vereint.
Das Schreiben fällt nun weg, es bleibt Urs Bader mehr Zeit, um zu geniessen. Oder um seine Tomaten zu pflegen. Oder für beides. Auf dass seine Freude am Pflücken, Kochen und Ausprobieren noch lange anhält!
Drei Randen-Varianten zum Staunen

Ein Panna cotta, ein Tatar und eine Suppe: Mit diesen drei Varianten hat Urs Bader auch Randenmuffel zum Staunen gebracht. Denn nur schon optisch knallen diese drei Variationen so richtig. In seiner Zeit als «Ostbröckli»-Autor waren vor allem traditionelle Gerichte die Stärken des Hobbykochs. Schmorgerichte gehören zu Baders Favoriten. Fleisch und Fisch liegen ihm besonders gut. Aber eben nicht nur.
Wer ein Randen-Panna-cotta serviert, staunt erst einmal über das Prinzessinnenpinke Küchlein. Und obwohl Bader Fleisch mag, hat er mehrere vegetarische Tatar-Alternativen in seinem Repertoire. Das Randen-Tatar mit saurem Apfel und Meerrettich ist ein Genuss.
«Zu einer freudigen Überraschung wurde die erste Randensuppe, die ich einigermassen skeptisch zubereitet habe» schreibt Bader. Gelegen habe das an der orientalischen Note der Suppe – einfach köstlich. Danke, lieber Urs Bader, dass du immer neugierig warst und uns mit deinen Rezeptideen bereichert hast!
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