Nostalgie Skirennen in Unterwasser: Nach dem Rennen ist vor dem Après-Ski
Die Café-Bar in der Talstation in Unterwasser war am Samstag die erste Station für die Teilnehmenden am nostalgischen Skirennen von Nostalski Toggenburg. Bevor es rennmässig durch den mit rund 20 Toren gesteckten Torlauf ging, war wie bei den Odermatts und Co. mentale Vorbereitung angesagt. Damit ein solches Rennen überhaupt stattfinden kann, braucht es viele helfende Hände. Die 14 Chrampfer am Berg waren bis kurz vor elf Uhr damit beschäftigt, die Strecke auszustecken, Tore zu setzen und die Zielflagge aufzustellen.
Als Novum gab es in diesem Jahr eine Kamerafahrt, ähnlich wie man sie vom Lauberhornrennen in Wengen kennt. Lady Li und Mister Aldo übernahmen die Rollen der Fahrer vor der Kamera.
Auch im Nostalgieskifahren gibt es Weltmeisterschaften. Dieses Jahr waren mit dem amtierenden Weltmeister Romeo Bittel aus Ried-Brig und Aldo Menato aus Ostermundigen zwei Weltmeister am Start, beide haben diesen Titel bereits zweimal gewonnen. Seit 20 Jahren werden die Nostalgie-Weltmeisterschaften im österreichischen Leogang ausgetragen.
Vergangenheit trifft auf Gegenwart
Bei Nostalski Toggenburg sind vier Kategorien am Start: Königsklasse – Holzski ohne Kanten, Oldies – Holzski mit Kanten, Retro – Metallski und Snowboard bis Jahrgang 1989 und Fassdauben. Der teilweise eisige und sulzige Schnee am Übungslifthang machte das Fahren nicht einfach – obwohl die Bergbahnen die Piste am Vortag bestens präpariert hatten.
Je nach Kategorie unterschieden sich Technik und Fahrstil deutlich. Für die Fans am Pistenrand gab es daher einiges zu bestaunen. Nicht nur Fussgänger mit Glocken feuerten die Fahrerinnen und Fahrer an, auch zahlreiche Kinder und Jugendliche, die selbst für ihre Skirennen trainierten. In ihren Blicken lag bisweilen ein grosses Fragezeichen. Sie fragten sich wohl, wie man mit diesen Skis fahren kann.
Vom Rennen auf die Tanzfläche

Nebst dem Skirennen mit traditioneller Ausrüstung wird bei Nostalski Toggenburg auch die Geselligkeit gefeiert. Bereits in den 1930er-Jahren wurde das Vergnügen nach dem Skifahren gross geschrieben. Im Hotel Sternen in Unterwasser schwangen Jung und Alt zu jazziger Livemusik von Orchestern im Dancing das Tanzbein. Nach dem zweiten Weltkrieg bis in die 1970er Jahre war der «Sternen Unterwasser» ein bekannter Treffpunkt für den Wintersporttourismus.
Auch andere Hotels im Obertoggenburg hatten während den Wintermonaten Liveorchester. Beliebte Orchester im Sternen Unterwasser waren das Berolina Quartett und die Flashlights aus Deutschland, gefeiert bei Gästen und Einheimischen. Während mehreren Jahren spielten sie von Weihnachten über Sylvester bis nach den Winterferien auf. Die Tanztee-Veranstaltungen nach dem Skifahren begannen bereits am Nachmittag und wurden «Thé Dansant» genannt.

Auch andere Anlässe, wie Skirennen, profitierten von der Livemusik. Rangverkündigungen wurden oft in den Sälen der Hotels ausgetragen. Mit einem Tusch des Orchesters wurden den Gewinnerinnen und den Gewinnern Medaillen und Sachpreise übergeben. Damals war es auch üblich, mit den Skischuhen zu tanzen. So manch eine Skilehrerin oder Skilehrer lernte unter diesem Umstand tanzen, egal ob Walzer oder Rock’n’Roll.
Mit Umzug zum Après-Ski

Nach dem nostalgischen Skirennen am Samstag ging es zum Après-Ski. Erste Station war die Schneebar am Rand der Rennpiste, wo bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen der erste Durst gelöscht wurde. Später versammelten sich die Teilnehmenden im Tal zu einem Umzug durchs Dorf Unterwasser – Ziel war wiederum das Hotel Sternen.
Wie in früheren Zeiten folgten Musik und Rangverkündigung. Die Siegerinnen und Sieger aller Kategorien wurden ausgezeichnet und erhielten ihre Preise. Danach wurde im Dancing das Tanzbein geschwungen – früher eben zu Livemusik eines Orchesters, heute zu Konservenmusik von DJane Gais. Manche der Gäste schwelgten dabei in Erinnerung an frühere Zeiten und genossen es sichtlich, wieder einmal richtig Après-Ski zu feiern.
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