Thurbo kollidiert mit Kleinlaster: Passagiere und Lokführer wohlauf, aber 75'000 Franken Schaden
Am Donnerstagmorgen, kurz nach 8 Uhr, ist es gemäss Kantonspolizei St.Gallen in Neu St.Johann beim Bahnübergang in der Nähe des Johanneums zu einem Zusammenprall zwischen einem landwirtschaftlichen Gefährt und einem Thurbo-Zug gekommen.
Gemäss Informationen dieser Zeitung ereignete sich der Zusammenprall in unmittelbarer Nähe des Johanneums in Neu St.Johann. Ein 47-jähriger Mann war auf der Johanneumstrasse unterwegs. Gleichzeitig fuhr ein Zug von Nesslau in Richtung Wattwil. Gemäss jetzigem Kenntnisstand übersah der 47-Jährige beim Bahnübergang an der Toggenburgerstrasse das Wechselblinklicht. Als sich die Bahnschranken schlossen, blieb sein Fahrzeug zwischen den Schranken auf dem Bahnübergang stehen. Der 47-Jährige verliess das Fahrzeug.
Trotz eingeleiteter Vollbremsung konnte der Lokführer nicht mehr verhindern, dass der Zug in den Fahrzeuganhänger prallte. Gemäss der Thurbo AG verkehren Züge auf dem betroffenen Streckenabschnitt in Neu St.Johann mit maximal 65 km/h, was einen Bremsweg zwischen 80 und 110 Metern ergibt – je nach Schienenbegebenheiten. «Wie schnell der Zug effektiv unterwegs war, wird erst der Untersuchungsbericht zeigen, vermutlich aber langsamer als 65 km/h», sagt Christian Baumgartner, Mediensprecher der Thurbo AG.

Passagiere und Lokführer unverletzt und wohlauf
Durch den Aufprall kippte die Ladung des Anhängers auf den Gleisbereich. Verletzt wurde bei der Kollision niemand; sämtliche Fahrgäste konnten den Zug verlassen und ihre Reise mit einem Ersatzangebot fortsetzen. «Wir haben die Meldung erhalten, dass auch der Lokführer den Unfall unbeschadet überstanden hat und wohlauf ist», sagt Baumgartner.
Für die Bergungs- und Räumungsarbeiten blieb die Bahnstrecke zwischen Nesslau und Ebnat-Kappel für mehrere Stunden gesperrt. Es entstand Sachschaden von rund 75'000 Franken. Ob und inwiefern der Thurbo-Zug und das Gleis, das von der Südostbahn AG unterhalten wird, beschädigt wurden, ist aktuell unklar. Das Fahrzeug werde nun in die Werkstatt gebracht und von einem Techniker ordnungsgemäss überprüft, sagt Thurbo-Mediensprecher Christian Baumgartner. «Uns schmerzt am meisten, dass das Fahrzeug nun mehrere Tage nicht einsatzfähig ist.»
Der Bahnübergang bleibt voraussichtlich bis Freitagnachmittag gesperrt. Eine Umleitung ist signalisiert. Im Einsatz standen mehrere Patrouillen der Kantonspolizei St.Gallen und Sachverständige der Bahnunternehmen. Die genaue Unfallursache wird geklärt.
Grundsätzlich fahre der Lokführer nach Signal, sagt Baumgartner. Das heisst, wenn die Barriere schliesst, erhält der Lokführer grünes Licht und kann zufahren. «Darin liegt die Schwierigkeit für Lokführer, wenn Fahrzeuge zwischen Bahnschranken geraten – sie fahren nach Sichtverkehr», sagt Christian Baumgartner.
Erst zweiter bekannter Fall im laufenden Jahr
Gemäss dem Thurbo-Mediensprecher passieren Fälle wie jener in Neu St.Johann sehr selten. Anfang Jahr habe sich ein ähnlicher Vorfall auf der Linie entlang des Bodensees ereignet. Ein Vorteil gegenüber anderen Ländern sei sicherlich, dass Bahnübergänge in der Schweiz beidseitig mit durchgehenden Barrieren versehen sind. Christian Baumgartner sagt: «Dies verhindert gefährliche Situationen, weil die Fahrzeuglenkenden vernünftig warten und nicht probieren, das Auto zwischen den Barrieren durchzulenken.»
Die Kantonspolizei St.Gallen rät Fahrerinnen und Fahrern, sollten sie dennoch mit dem Auto zwischen den Bahnschranken eingeklemmt werden, die Schranke zu durchfahren. Diese verfügt über eine Sollbruchstelle und ein schwerwiegender Unfall mit der Zugkomposition kann so verhindert werden.
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