Grosses Interesse an kleinen Italienern: Fangemeinde von Aermacchi-Motorrädern traf sich in Bächli
«Das Aermacchi-Treffen hat eine lange Tradition im Toggenburg» erzählte Johann Hartmann, genannt Jo Headman und Gründer des Aermacchi Treffens, aus Oberhelfenschwil. Der 80-Jährige präsentierte seine Fotoalben und Ordner von den jährlichen Treffen in den 1980er- und 1990er-Jahren beim Restaurant Bahnhof in Brunnadern in Neckertal. Dort, wo vor 44 Jahren das erste Treffen stattgefunden hatte. Das Dorf blieb bis 2020 Durchführungsort, dann wurde der Traditionsanlass wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt. Beim Gast - & Ferienhaus in Bächli fand das Meeting der Fans nun zum vierten Mal statt.
Grosse Erfolge für kleinen Renner
Aermacchi – eine Kombination aus Aeronautica Macchi – geht auf das 1912 von Giulio Macchi in Varese gegründete Unternehmen Nieuport Macchi zurück, das in der Entwicklung und im Bau von Flugzeugen tätig war. Ab 1951 wurde mit der Fertigung von Motorrädern begonnen. 1973 wurde das Werk geschlossen.
Unvergessen sind die grossen Motorsport-Erfolge der kleinen Renner aus Italien. Der Berner Walter Rungg gewann insgesamt viermal die Motorrad-Bergeuropameisterschaft bis 250 ccm. Marcel und Randy Büchler vom Zweiradcenter Toggenburg brachten einige rare Exemplare zum Treffen. Darunter eine Aermacchi Ala d’Oro 125 Aletta.

Der unvergessene Australier John Dodds gewann 1970 den Motorrad Grand Prix von Deutschland auf dem Nürburgring in der 125-Klasse. Das war der einzige Sieg für die Marke aus Varese in der Motorrad-Grand-Prix-Geschichte. Eine von diesen in nur 50 Exemplaren gebauten Rennmaschinen brachte Marcel Büchler zum Treffen.
«Für die Ewigkeit gebaut»
In die Schweiz importiert wurden die Aermacchi-Motorräder von Yves Liengme aus Oberuzwil. Für Furore sorgten vor allem die für den Strassenverkehr zugelassenen 250- und 350-Modelle, die auch über ein Händlernetz in der ganzen Schweiz verkauft wurden. «Diese 20 Grad liegenden Einzylinder sind sehr robust und wurden für die Ewigkeit gebaut», erzählte damals der Schweizer Importeur.

Neben den vielen raren Maschinen ist Johann Hartmann eine absolute Aermacchi-Legende. Er entwickelte und baute die Polyester-Tank-Sitz-Kombinationen, die vorderen und hinteren Kotflügel und die Verkleidungen für den Importeur Yves Liengme. Dazu hat er auch die weltweit einzige Monocoque Aermacchi – made in Toggenburg – gebaut, die er leider nach Holland verkauft hat. Mit seinen Kursen, Holzchüeli selber schnitzen, war Hartmann schon mehrmals bei den lokalen Fernsehstationen zu Gast.
Schon seit Jahren hat Bruno Mazzoleni aus Eschenbach die Organisation der Aermacchi-Treffen übernommen. Dazu sagte er: «Auch 2025 wird das Treffen am zweiten Augustwochenende beim Bächli im Toggenburg stattfinden.»
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