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«Es ist Zeit, die Verantwortung weiterzugeben»: Warum die Lichtensteiger Schulpräsidentin während der Legislatur zurücktritt

Petra Stump wird ihr Amt als Schulratspräsidentin auf Ende 2026 abgeben. Nach bald zehn Jahren im Amt habe sie diesen Entscheid sorgfältig abgewogen. Hinter ihrem Rücktritt stehen auch gesundheitliche Gründe.
von Andrea Häusler
Petra Stump wurde stets mit Glanzresultaten gewählt: 2020 erhielt sie alle gültigen Stimmen bis auf vier, 2024 alle bis auf 16. (Bild: zvg)

«Ende 2026 werde ich nach 10-jähriger Tätigkeit das Amt als Schulpräsidentin abgeben. Die vielen guten Begegnungen, intensiven Gespräche, aber auch gemütlichen Stunden möchte ich nicht missen. Dennoch spüre ich, dass es für mich nun Zeit ist, diese Aufgabe neuen Händen zu übergeben.» Was im Lichtensteiger Gemeindeblatt in wenigen nüchternen Sätzen angekündigt wird, hat Petra Stump viel persönliche Auseinandersetzung abverlangt.

Krankheit raubt zunehmend Energie

«Der Entscheid, während der Legislatur zurückzutreten, ist mir extrem schwergefallen», sagt sie und ergänzt: «Ich bin in einer Bauernfamilie gross geworden.» Durchzuhalten und sich selbst mit den eigenen Bedürfnissen zurückzunehmen, sei selbstverständlich gewesen. Auf die Signale ihres Körpers zu hören, habe sie erst Lernen müssen.

«Keine Sorge, es geht mir nicht schlecht», betont die 45-Jährige sogleich. Jedoch lebe sie seit 15 Jahren mit einer chronisch neurologischen Erkrankung. Diese verlaufe zwar stabil und schränke sie im Moment nur wenig ein. Sie spüre aber, dass die Krankheit ihr zunehmend mehr Kraft und Energie abverlangt.

«Das Amt macht mir extrem viel Freude. Ich bin mir jedoch auch der damit verbundenen Verantwortung bewusst.» Gerade deshalb habe sie sich eingestehen müssen: «Die zwei verbleibenden Jahre bis zum Legislaturende wären zu lang.»

Tätigkeit an der Musikschule bleibt

Petra Stump wurde 2016 in einer Kampfwahl zur Schulratspräsidentin gewählt und zog von Amtes wegen in den Lichtensteiger Gemeinderat ein. Im September 2024 wurde sie für die Amtsdauer 2025–2028 bestätigt – mit der doppelten Stimmenzahl, die für das absolute Mehr nötig gewesen wäre. Mit dem Umstand, dass sie die Amtszeit nicht wie vorgesehen zu Ende führen wird, hat sie sich inzwischen versöhnt. Sie sagt: «Ende Jahr sind es zehn Jahre, in denen ich als Schulratspräsidentin tätig war, und das passt doch wunderbar.»

Auch aus Sicht der Schule sei der Zeitpunkt passend. Kein laufendes Projekt erfordere besondere personelle Kontinuität: «Alles, was ansteht, ist gut aufgegleist, und ich habe ein gutes Gefühl, das Amt so zu übergeben.»

Wie bisher bleibt die ausgebildete Akkordeonlehrerin und Grundschullehrerin mit musikalischem Schwerpunkt mit einem Teilpensum an der Musikschule tätig.  «Daneben brauchen mich meine zwei Kinder im Alter von 12 und 16 Jahren nach wie vor als Mami.» Gleichzeitig kann sie sich aber gut vorstellen, noch einmal etwas Neues anzupacken, betont jedoch klar: «Nichts mit viel Verantwortung.»

Zweiter Rücktritt in Toggenburger Schulpräsidien

Petra Stump ist die zweite Schulratspräsidentin im Toggenburg, die ihr Amt auf Ende Jahr abgibt. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass in Wildhaus ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gesucht wird. Roger Widmer hat ebenfalls seinen Rücktritt eingereicht, wie diese Zeitung bereits berichtete. Der gelernte Landwirt und Teamchef der Grenzwache begründet seinen Entscheid mit seinem beruflichen Engagement. Während seine Ersatzwahl mit dem 14. Juni bereits festgelegt ist, steht jene von Petra Stump noch nicht fest.

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/ostschweiz/lichtensteig-schulratspraesidentin-petra-stump-tritt-zurueck-art-705367

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