Wachsende Bevölkerung hat Lichtensteig gerettet
Bei aller Innovationsfreude, Identität und Gemeinschaftsgefühl, die im Städtli Lichtensteig vorherrschten; der Erfolg lässt sich gut aus amtlichen Zahlen ableiten. Und diesbezüglich steht es um die Toggenburger Gemeinde gut. Dies sagte Stadtpräsident Mathias Müller an der Bürgerversammlung vom Montagabend, die von 128 Stimmberechtigten im «Krone»-Saal besucht wurde.
Das konstante Bevölkerungswachstum in den vergangenen 20 Jahren um rund 300 Personen habe das Städtli gerettet. «Dass wir so viele neue Steuerzahlende hatten, ermöglichte uns erst, gewisse Projekte angehen zu können», bekannte Müller. Gleichzeitig sei die früher sehr grosse Leerwohnungsziffer in Lichtensteig auf rund ein Prozent gesunken und auch die einst sehr hohe Sozialhilfequote sei «überproportional zurückgegangen».
Und zu guter Letzt seien in den letzten Jahren viele, wenn auch eher kleinere Unternehmen gegründet worden. «Wir wollen die Rahmenbedingungen so setzen, dass es auf diesem Weg weiter geht», versprach Mathias Müller. Auch sei es für Lichtensteig weiterhin von zentraler Bedeutung, dass die Zahl der Umnutzungen der leer stehenden Gewerbeliegenschaften weiter voranschreite.

55 Anschlüsse bis zum September
Einen gewissen Nachholbedarf habe Lichtensteig bei der Infrastruktur. Umso wichtiger sei es, dass Projekte wie der Fernwärmeverbund nun ins Rollen kämen. «Der Fernwärmeverbund ist sehr aktuell, weil es nun vorwärtsgeht. Wir sehen, was in der Welt passiert, und was es für Auswirkungen auf uns hat. Diese Abhängigkeit vom Ausland müssen wir reduzieren – und zwar durch lokales Brennholz, das hier verbrannt wird», erklärte Müller.
Im April soll die Baueingabe für die Wärmezentrale erfolgen. Und bis Ende September 2026 sollten mindestens 55 Anschlüsse an den Fernwärmeverbund vorhanden sein. «Wenn wir die haben, dann kommt das Projekt zum Fliegen», versicherte Mathias Müller der Versammlung.
Mehr Geld für sprachliche Frühforderung
Schulpräsidentin Petra Stump erklärte, dass gut die Hälfte der neu nach Lichtensteig ziehenden Kinder einen Migrationshintergrund hat. Essenziell sei deshalb eine gezielte, frühe Sprachförderung, «damit alle Kinder, ungeachtet ihrer Herkunft, die gleichen Startchancen haben», so Petra Stump. Um diese Unterstützung von Familien und Kindern bis zum Schuleintritt allen Bedürftigen zu ermöglichen, sei es nötig, das damit verbundene Stellenpensum von heute zehn auf 40 Prozent steigern zu können.
Keine Diskussion gab es über die Rechnung 2025, die mit einem Gewinn von 451'948 Franken abschloss. Budgetiert war ein Minus von 337'000. Stadtpräsident Mathias Müller führte den guten Rechnungsabschluss vor allem auf höhere Steuererträge sowie diverse Einsparungen zurück. Die Rechnung wurde ebenso einstimmig gutgeheissen wie das Budget 2026. Dieses geht von einem Aufwandüberschuss von 334'160 Franken aus. Und das bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 129 Prozent.
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