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193 Werke auf engstem Raum: Lichtensteiger Benefizausstellung liess das Städtli zusammenrücken

Ganze 63 Künstlerinnen und Künstler präsentieren dieser Tage im Living Museum Lichtensteig in dessen Räumen ihre Werke. An der Vernissage wurde es am Freitagabend eng.
Viel los, wenig Platz: Bei der Vernissage kam man fast automatisch mit anderen ins Gespräch. (Bild: Christof Lampart)
Eng ist es auch an den Wänden: Fast 200 Werke werden ausgestellt und verkauft. (Bild: Christof Lampart)

Kultur auf engstem Raum. Das gibt es gegenwärtig im Living Museum Lichtensteig zu sehen. Zum einen, weil die Wände der Räume im «Stadtufer» bis aufs Engste mit gemalten und fotografierten Bildern behängt sind. Am Freitagabend war dann zusätzlich der Publikumsandrang gross. Wer pünktlich zur Vernissage der Benefizausstellung erschien, konnte sich kaum umdrehen, ohne mit anderen Menschen zusammenzustossen. Die Enge war aber nicht unangenehm. Denn so kam man mal mit Kunstschaffenden, mal mit anderen Besuchenden spontan und unkompliziert ins Gespräch.

Die Niederschwelligkeit spiegelt sich auch im Wirken des Living Museum wider. Es ist ein offenes, farbenfrohes und unkompliziertes Kunst- und Keramikatelier für alle, die ihren kreativen Ausdruck suchen. Es bietet auch Menschen mit psychischer Beeinträchtigung eine Plattform. Wer hier künstlerisch tätig ist, findet viele Möglichkeiten vor: Malerei, Zeichnen, Drucktechnik, Ton oder textiles Gestalten sind möglich.

Dementsprechend gibt es an der Ausstellung viel Unterschiedliches zu sehen, zu beachten und zu diskutieren - und zu kaufen. Denn der grammatikalisch falsche und zum inneren Stolpern herausfordernde Ausstellungstitel «Wohin bleiben wir?» ist im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kohle, Kies und Knete zu verstehen. Auf diesen Spagat wies auch Lichtensteigs Stadtpräsident Mathias Müller hin, als er bemerkte, dass bildende Kunst und die gesellschaftliche Teilhabe daran «unverzichtbare, aber materiell nicht konkret bezifferbare Werte» für eine Gesellschaft darstellten.

Eng ist es auch an den Wänden: Fast 200 Werke werden ausgestellt und verkauft. (Bild: Christof Lampart)

Ausstellung läuft noch bis am Sonntag

Gleichwohl ist damit noch nicht die Existenz des Living Museum Lichtensteig gesichert. Denn Räume und Materialien kosten nun einmal. Und so wies Müller auch darauf hin, dass man all diese Werke für einen guten Zweck kaufen könne. «Sie nehmen so nicht nur ein Stück Kultur mit nach Hause, sondern gestalten auch die Zukunft des Living Museum Lichtensteig», so der Stadtpräsident. Je mehr Bilder, Plastiken und andere Objekte bis zum Ausstellungsende am kommenden Sonntag (26. April) verkauft werden, desto geringer sind in naher Zukunft die finanziellen Sorgen der Betreiber, teilen sich doch die Kunstschaffenden und das Living Museum Lichtensteig den Erlös hälftig.

 
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