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Von Tupperware und Foodkomas

Speerspitz/Seitenblick: Der Redaktor bringt seinen Zmittag oft von Zuhause mit. Ab und zu gönnt er sich aber auch eine ausgiebige Mahlzeit in einem Restaurant – Nachmittagstief inklusive.
Von zuhause mitgebrachtes Mittagessen spart Geld. (Bild: Symbolbild: Andrea Tina Stalder)

Der Zmittag ist im schweizerischen Arbeitsalltag eine feste und zentrale Grösse – auch bei uns auf der Redaktion. Allmittäglich treffen wir uns am runden Tisch im obersten Stock und machen uns über unser Mittagessen her.

Manchmal hole ich mir einen Take-Away-Zmittag im Coop-Restaurant nebenan. Doch habe ich mir vorgenommen, öfters das gefüllte Tupperware von Zuhause mitzubringen.

Obwohl das gleichnamige US-Unternehmen im November 2024 Insolvenz anmelden musste, ist das Tupperware-Geschirr nach wie vor allen ein Begriff und gewissermassen auch ein Statement. «Ich plane voraus.», oder «Ich habe mein Leben – und mein Budget – im Griff», möchte uns die bunte Aufwärmbox sagen. Das Tupperware strahlt eine gewisse moralische Überlegenheit gegenüber den zerknitterten Take-Away-Kartons und leicht fettigen Papiertüten aus.

Und doch gibt es Tage, gerade jetzt, da der Frühling um die Ecke ist, an denen die Restaurants und bestuhlten Terrassen locken. «Heute gönn' ich mir etwas, heute gehe ich raus», denkt man sich. Ein knuspriges Focaccia oder das indische All-you-can-eat-Buffet. Doch während man die Mahlzeit noch geniesst, schmiedet der Körper bereits Pläne.

Pläne, die sich ungünstig mit den Pendenzen des Nachmittags kreuzen. Eigentlich sollte man noch den Bericht für die morgige Ausgabe beenden, doch der Körper fällt nach dem ausgiebigen Zmittag in ein unsägliches Nachmittagstief. Man fühlt sich verraten. Hatte der Körper eben noch begeistert zugestimmt, als man ihm Curry oder Focaccia zuführte, verlangt er nun Ruhe.

Plötzlich erscheint das Tupperware in einem anderen Licht. Der leicht trockene Reis, das pragmatische Gemüse – sie wollten nie beeindrucken, sie wollten nie spannend sein, sie wollten uns einfach durch den Tag bringen. Die stillen Helden eines stabilen Nachmittags sozusagen.

Natürlich nimmt man sich nach einem solchen Nachmittagstief vor, es mit dem Zmittag künftig nicht mehr derart zu übertreiben. Doch der nächste «Heute gönn' ich mir etwas»-Moment ist nur eine Frage der Zeit. Und mit ihm das nächste Nachmittagstief.

 
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