Die SVP fordert mehr Tempo beim Bau einer neuen Brücke
Die neue Mühlaubrücke soll Ende 2028 fertig sein. Das fordern SVP-Kantonsrat Christian Vogel und die SVP-Ortsparteipräsidenten Marc Keller (Kirchberg) und Mike Lötterle (Lütisburg) in einer Medienmitteilung.
Die derzeit gesperrte Mühlaubrücke zwischen Bazenheid und Lütisburg stammt aus dem Jahr 1952 und wird durch einen Neubau ersetzt. Die Übergabe an den Verkehr soll gemäss den Gemeinden Kirchberg und Lütisburg aber erst in vier Jahren, also im Jahr 2030, erfolgen. Nun verlangt die SVP, den Bau zu beschleunigen.
Neue Betonbrücke für 40 Tonnen geplant
Die neue Betonbrücke soll eine Tragkraft von 40 Tonnen haben und Ende 2028 eröffnet werden – nicht erst 2030. Die Planerarbeiten - Projektierung und Bauleitung – wären inzwischen vergeben. Der bisher vorgesehene Ablauf sehe fast ein ganzes Jahr für die Projektierung vor. Zu lange findet die SVP.
Deshalb fordern SVP-Kantonsrat Christian Vogel und die beiden SVP-Ortsparteipräsidenten Marc Keller (Kirchberg) und Mike Lötterle (Lütisburg) die Gemeinderäte von Kirchberg und Lütisburg nun auf, sämtliche rechtlich zulässigen Möglichkeiten zur Beschleunigung auszuschöpfen. Die Gemeinden sollen zudem transparent aufzeigen, wie eine Eröffnung Ende 2028 erreicht werden kann.
Lange Umwege, hohe Kosten, Gefahren und Ärger
Die Mühlaubrücke wurde am 1. Mau dauerhaft gesperrt, weil sie einsturzgefährdet ist. Zuvor überquerten täglich rund 4’100 Fahrzeuge die Brücke, darunter etwa 400 Lastwagen. Seither müssten Verkehrsteilnehmer teure und mühsame Umwege in Kauf nehmen, schreibt die SVP weiter. Gerade bei hohen Treibstoffpreisen würden zusätzliche Kilometer ins Gewicht fallen. Hinzu kommen mehr Arbeitsstunden und höhere LSVA-Kosten für den Schwerverkehr. Besonders betroffen sei auch die Landwirtschaft. Selbst Velofahrer und Wanderer könnten die Brücke nicht mehr nutzen.
Der Mehrverkehr belaste andere Strassen im unteren Toggenburg. Das Dorf Lütisburg mit seinem Schulhaus im Zentrum müsse den Grossteil des Verkehres bewältigen. Zudem stehe dem Dorf nur noch eine Brücke über die Thur zur Verfügung.
Für die Sicherheit zähle jede Minute
Wie wichtig alternative Verkehrsverbindungen sind, zeigte sich am 8. September. Nach einem schweren Unfall auf der H16 bei Bazenheid hätte die Strecke zwischen dem Anschluss Bräägg und Lütisburg für die Unfallaufnahme gesperrt werden müssen. Die Feuerwehr richtete eine Umleitung ein. Der rasche Ersatz der Mühlaubrücke bringe wichtige Ausweichrouten und Entlastungen der Hauptverkehrsachse zurück ins untere Toggenburg.
Auch für die gemeinsame Feuerwehr von Kirchberg und Lütisburg habe die Sperrung Folgen. Gemäss Zeitungsberichten verlängere sich die Anfahrtszeit um rund vier Minuten. Bei einem Brand, einem Unfall oder einer anderen dringenden Intervention, zähle nicht nur jede Minute, sondern auch eine freie Strasse. Die rasche Wiederherstellung der Verbindung sei deshalb auch eine Frage der Sicherheit.
Zeitplan bei der Letzibrücke als Vorbild
Dass ein straffer Zeitplan möglich sei, zeige die Letzibrücke. Die Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil und Lütisburg hätten dort innert fünfeinhalb Monaten die Mitwirkung, die Bürgerversammlung und die öffentliche Auflage durchgeführt. Die Verkehrsfreigabe der sanierten Letzibrücke sei für den Frühherbst 2027 vorgesehen. Damit wird eine Wiedereröffnung rund eineinhalb Jahre nach den Kreditbeschlüssen angestrebt.
Die SVP Toggenburg erwarte deshalb auch bei der Mühlaubrücke ein entschlossenes Vorgehen. Die Gemeinderäte sollen ihre Verantwortung wahrnehmen und alle Möglichkeiten nutzen, damit die Verbindung möglichst schnell wieder offen ist. (pd)
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