Drei Szenarien, viele Emotionen: Kirchberg debattiert über Schulstandorte
Die Schulraumplanung in der Gemeinde Kirchberg lässt kaum jemanden unberührt. Nur so ist es zu erklären, dass sich 160 Interessierte am Mittwochabend in der Lerchenfeldturnhalle eingefunden haben, um sich vom Gemeinderat zur neuesten Entwicklung informieren zu lassen.
Letztendlich geht es um die Frage: Wie soll die Schullandschaft in der Fünf-Dörfer-Gemeinde in den nächsten Jahrzehnten aussehen? Es besteht deshalb Handlungsbedarf, weil die Primarschulen Sonnenhof Kirchberg (Baujahr 1958) sowie Eichbüel Bazenheid (Baujahr 1957) in die Jahre gekommen sind.
Via Podcast Infos zusammengefasst
KI geht auch an der Gemeinde Kirchberg nicht spurlos vorüber. Mithilfe der Künstlichen Intelligenz hat Gemeindepräsident Roman Habrik einen fünfminütigen Podcast zusammenstellen lassen, der die wichtigsten Informationen zur Schulraumplanung enthielt und den die Anwesenden am Mittwoch zu hören bekamen.

Dabei wird der Sanierungsbedarf der beiden Primarschulhäuser als Chance angesehen. Sollen etwa die Oberstufen in Kirchberg und Bazenheid zusammengelegt werden oder wird an den bisherigen Standorten festgehalten. Hierfür wurden drei Wege aufgezeigt.
Szenario 1: Die beiden bestehenden Standorte sollen behalten, saniert und erneuert werden. Szenario 2: Eine neue Oberstufe an einem komplett neuen Ort. In Kirchberg wäre eine mögliche Variante beim Rüteliweg, in Bazenheid in unmittelbarer Nachbarschaft der Sportanlage Ifang. Anstelle der jetzigen Oberstufen würden dort die Primarschulen einziehen. Szenario 3: Ein bestehender Standort wird so erweitert, dass er für alle reicht. Bei dieser Variante wäre allerdings nur der Ausbau in Kirchberg möglich. Für alle Varianten wird mit groben Kosten zwischen 60 und 70 Millionen Franken gerechnet.
Habrik betonte, dass aus raumplanerischer Sicht keine weiteren Varianten infrage kämen. Auch die immer wieder eingebrachte Idee, zwischen Kirchberg und Bazenheid eine Oberstufe zu bauen, sei aufgrund der heute bestehenden Raumplanungsgesetze nicht mehr umsetzbar.
Bevölkerung in Entscheidung einbinden
Im Anschluss an die Informationen hatten die Anwesenden die Möglichkeit, die Varianten anhand der aufgehängten Pläne im Detail zu studieren und direkt Wünsche und Anregungen anzubringen. Auf den grünen Zetteln sollten die positiven Feedbacks vermerkt werden, auf den roten die negativen sowie auf den gelben, was allenfalls noch vergessen ging.
So geht es weiter: Die Argumente werden nun gesammelt und ausgewertet. Anschliessend wird bis im Herbst eine Volksbefragung vorbereitet und durchgeführt, an der ermittelt werden soll, welche Variante von den Einwohnerinnen und Einwohnern favorisiert wird. Dazu sagte Roman Habrik: «Der Prozess ist so angelegt, dass die Bevölkerung ihre Meinung einbringen kann und auch soll.»
Der Gemeindepräsident erklärte weiter, bis im Herbst über noch offene Fragen zu informieren. Dies betreffe etwa die Turnhallen beim Eichbüelschulhaus. Sollte dieses abgebrochen werden, gäbe es eine Lösung für die Schulstunden, nicht aber für die Vereine. «Entgegen meiner Einschätzung an der Vorversammlung in Bazenheid müssen wir da für die Vereine sicher noch nachjustieren», sagte Habrik. Offen ist auch, wie der in Kirchberg vorgesehene Mehrzwecksaal in der Kostenschätzung berücksichtigt werden kann. Auch hier gebe es bis im Herbst Antworten.
Und zu guter Letzt wies Habrik darauf hin, dass die Gemeinde gemäss neuestem Zonenplan das frei werdende Land beim Sonnenhof- und Eichbüel-Areal in eine Wohnzone umzonen könnte, falls die Standorte künftig nicht mehr für schulische Zwecke benötigt werden. Nebst den Informationen zu den Bauvorhaben, hat auch Schulpräsidentin Dominique Dupont über die verschiedenen Organisationsformen der Oberstufe und deren Entwicklung im neuen Volksschulgesetz informiert. Bei einem Neubau müsste dies ebenfalls berücksichtigt werden.

Abstimmung Ende Jahr geplant
Geht es nach den Plänen des Gemeinderates soll Ende Jahr oder allenfalls zu Beginn des nächsten Jahres über das Generationenprojekt abgestimmt werden. «Dann beginnt die eigentliche Knochenarbeit», sagt Habrik. Es gelte die Wettbewerbsunterlagen anzufertigen und eine Bevölkerungsprognose zu erstellen, aufgrund derer ermittelt wird, für wie viele Kinder Raumbedarf besteht.
«Wir möchten noch in diesem Jahrzehnt den Spatenstich vollziehen», sagt Habrik auf die Frage eines Anwesenden, bis wann das Bauvorhaben umgesetzt sein soll.
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