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«Endlich schiessen wir auch Tore», die Trainerin zeigt sich nach der Vorbereitung zuversichtlich

Die Frauen der Nesslau Sharks erreichten in der letzten Saison erstmals in der NLB das Playoff-Halbfinale. Geht es nach Trainerin Christine Kündig, darf es in dieser Saison noch etwas mehr sein. Wieder dabei ist die einstige Top-Scorerin Karin Schlumpf.
Karin Schlumpf, vorne, kehrt nach ihrer Babypause zurück und dürfte die Offensive der Nesslau Sharks beleben. (Bild: Archivbild: Beat Lanzendorfer)
Christine Kündig, Trainerin der Nesslau Sharks. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die Zeit des Wartens hat ein Ende. Am Samstag um 20 Uhr geht es für die Frauen der Nesslau Sharks wieder los. In der 18 Runden umfassenden NLB-Qualifikation spielen sie zum Auftakt beim UHC Bremgarten. Tags darauf geht es ins Berner Oberland zu den Zulgtal Eagles. Gegen den Zweitligisten treten die Sharks um 13 Uhr im Cup als klare Favoritinnen an.

Im Kader der Obertoggenburgerinnen hat sich einiges verändert. Geblieben ist Trainerin Christine Kündig, die ihre vierte Saison in Angriff nimmt. Wieder dabei ist nach ihrer einjährigen Babypause Karin Schlumpf. Mit der einstigen Top-Scorerin bieten sich in der Offensive wieder mehr Optionen.

Sharks setzen auf den Nachwuchs

Nach der rund dreimonatigen Vorbereitung zeigt sich Christine Kündig zuversichtlich für die Meisterschaft. Sie sagt: «Aufgrund der Testspiele sind wir auf einem guten Weg.» Im Frühjahr hätten sie gegen ein U21-Team klar verloren, im August zwei Tests gegen NLA-Mannschaften dann gewonnen. Ihr sei aber bewusst, dass es erst ab Samstag zählt. Was sie hervorhebt: «Mich hat gefreut, dass wir endlich auch Tore geschossen haben. In der Vergangenheit taten wir uns da schwer.»

Christine Kündig, Trainerin der Nesslau Sharks. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Nicht mehr dabei sind sechs Spielerinnen. Nadja Abderhalden, das Eigengewächs, wollte einmal etwas anderes sehen und hat zu Wasa St.Gallen (NLB) gewechselt. Während Christine Allenspach in die 1. Liga Kleinfeld zu Winterthur United ging, zog es Claudia Cerny zu Appenzell (NLB). Noch im Verein, aber nicht mehr in der ersten Mannschaft sind Nicole Meisser und Daniela Brunner. Sie verstärken neu die zweite Mannschaft. Zu guter Letzt Livia Müggler. Vor einem Jahr aus Frauenfeld gekommen, hat sie ihren Rücktritt verkündet. Über sie sagt Christine Kündig: «Da gehen uns einige Skorerpunkte verloren.»

Die Abgänge werden in erster Linie durch Neuzuzüge aus dem U21-Förderkader ersetzt. Die Nesslau Sharks sind dafür bekannt, dass sie konsequent auf den Nachwuchs setzen. Zusätzlich wechseln mit Mascha Nydegger und Sybille Hangartner zwei 1.-Liga-Spielerinnen der Zürich Oberland Pumas zu den Sharks. Und mit Jana Künzler kommt eine weitere Verteidigerin mit NLA-Erfahrung aus Laupen. Vor zwei Wochen wurden die Sharks dann noch ausserplanmässig dazu gezwungen, auf der Torhüterposition zu reagieren. Weil sich Bettina Lusti das Kreuzband riss, konnte Alina Räuflin als zusätzliche Torhüterin verpflichtet werden. Die 24-Jährige verfügt über Erfahrung in der NLA bei den Dürnten-Bubikon Riders.

Und dann freut man sich in Nesslau über das Comeback von Karin Schlumpf. Sie trainiert nach ihrer Babypause schon länger wieder mit und dürfte heiss auf die ersten Ernstkämpfe sein. Kündig dämpft allerdings die Erwartungen: «Dass Karin wieder dabei ist, macht unsere Offensive natürlich stärker. Dennoch ist uns klar, dass sie nach einem Jahr Babypause etwas Zeit braucht, um ihre Topform zu finden.»

Sie wollen Leistungen der Vorsaison wiederholen

Nochmals auf die letzte Saison angesprochen, sagt die Trainerin der Sharks: «Klar waren wir enttäuscht, dass es in den Playoff-Halbfinals gegen Wasa nicht zu mehr gereicht hat. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es unsere beste Saison war.» Zur Erinnerung: Die Sharks erreichten die Playoffs und überstanden dort zum ersten Mal die erste Runde, bevor das Aus im Kantonsduell gegen Wasa kam. Wohin soll es in diesem Jahr gehen? «Wir waren letzte Saison im Halbfinale, der nächste logische Schritt ist nun das Finale», sagt Kündig und zeigt sich selbstbewusst. Unter dem Strich schätzt sie ihr Team als mindestens so gut ein wie die letztjährige Mannschaft.

Ihr ist allerdings nicht entgangen, dass die anderen Teams ebenfalls gut gearbeitet haben. Wasa St.Gallen sei sicher wieder vorne dabei. Aus der Ferne betrachtet ist aber wohl etwas Substanz verloren gegangen. Die Giffers aus dem Kanton Freiburg sind laut Kündig sehr stark. Bremgarten habe gute Transfers getätigt, Basel sei ambitioniert. Lejon Zäziwil hätte einige Wechsel gehabt und die Chilis aus Rümlang-Regensdorf seien ohnehin immer eine Wundertüte.

Die Erkenntnis vor dem Start: Es wird spannend. Alles deutet darauf hin, dass die zehn Teams umfassende NLB nah aneinandergerückt sind. Der Modus ist derselbe: Die besten Acht ziehen in die Playoffs ein, wobei sich die Top 3 ihre Gegnerinnen in den Viertelfinals aussuchen dürfen.

Nesslau Sharks mit neuem Co-Trainer

Die 42-jährige Sekundarlehrerin Christine Kündig arbeitet seit dieser Saison mit einem neuen Co-Trainer zusammen. Der 53-jährige Cornel Alpiger wohnt in Neu St.Johann, ist seit vielen Jahren im Verein und kennt die Verhältnisse im Obertoggenburg bestens. Zudem verfügt er als Mitarbeiter des Unihockeyverbandes sowie als Trainer des Regionalen Leistungszentrums über viel Erfahrung. Christine Kündig sagt über ihn: «Er bringt neue Inputs und Ideen und kann dem Team so helfen.»

Für das erste Spiel in Bremgarten kann das Trainerduo praktisch aus dem Vollen schöpfen. «Im Moment sind alle fit, wir sind also bereit.» sagt Christine Kündig.

 
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