«Macht wütend»: Pferd statt Hirsch im Bündnerland erschossen – das sagt der St.Galler Jägerpräsident
Herr Weigelt, was löst der Fall aus Graubünden bei Ihnen aus?
Peter Weigelt: Es macht mich betroffen, dass hier Unschuldige zu Schaden gekommen sind. Egal, ob Tier oder Mensch. Gleichzeitig macht mich der Fall wütend. Von einem Jäger muss man verlangen können, dass er vor dem Abdrücken genau weiss, worauf er zielt.
Kann man als Jäger solche Fälle zu hundert Prozent ausschliessen?
Menschliches Versagen gibt es immer irgendwo. Mit einer tödlichen Waffe darf man jedoch kein Restrisiko eingehen. Jeder Jäger ist für seinen Schuss zu hundert Prozent selbst verantwortlich. So ist es auch seine Aufgabe, sich entsprechend auf den Abschuss vorzubereiten.
Denken Sie, dass es eine Erklärung für dieses Versehen gibt?
Nein. Da gibt es keine Erklärung. Ob schlechtes Wetter oder schlechte Lichtverhältnisse: Wenn die Bedingungen nicht gut genug sind, wird nicht geschossen.
Das Jagdpatent wurde dem Mann direkt entzogen. Zu Recht?
Das ist selbstverständlich gerechtfertigt. Der Jäger hat gegen einen klaren Grundsatz verstossen, da gibt es keine Entschuldigung dafür.
Haben Sie schon von Fällen in Ihrer Region gehört?
Nur von einem Fall im Thurgau. Damals hielt ein Jäger Schafe für Wildschweine. Seine Erklärung für den Fehlschuss war, dass es Nacht gewesen sei und er die Tiere nicht gut erkennen konnte. Das sind für mich keine Entschuldigungen. Wenn man nicht sicher ist, drückt man nicht ab.
Die Jagdsaison in Graubünden hat erst gerade begonnen. Welche Auswirkungen hat es, dass bereits jetzt ein Fehlschuss passiert ist?
Auf die Jagd in Graubünden hat das aus meiner Sicht wenig Einfluss. Dort ist die Jagd traditionell gut verankert. Jedoch liegt die Aufmerksamkeit der Medien nun auf dem Fehlverhalten und nicht auf der wichtigen Arbeit der Jäger. Für das Image der Jagd ist das sehr schädlich.
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