HSG konkretisiert Klimaziele: Netto-Null bei Betriebsemissionen bis 2030
Die Universität St.Gallen (HSG) hat 2019 den Global Climate Letter for Universities and Colleges unterzeichnet, der Teil der damaligen UNFCCC Race to Zero-Kampagne war. Auf dieser Grundlage erarbeitete die Universität einen detaillierten Klimaplan, der die ursprüngliche Verpflichtung konkretisiert und mit spezifischen Massnahmen unterlegt.
Um dieser Verpflichtung nachzukommen, hat das HSG-Rektorat laut einer Medienmitteilung entschieden, die Netto-Null für die direkten betrieblichen Emissionen bis 2030 sowie eine Reduktion sämtlicher Emissionen um 25 Prozent bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 2019 anzustreben. Für Letzteres konzentriere sich die HSG auf Massnahmen in den Bereichen Mobilität, Beschaffung und Verpflegung. Die Spezifizierung schafft damit Klarheit über die bereits bestehenden Ambitionen.
Für die Umsetzungsphase bis Ende 2028 soll an den priorisierten Hebeln in den Bereichen «Reisen», «Beschaffung» und «Verpflegung» weitergearbeitet und die Datengrundlagen für die Treibhausgasbilanzierung verbessert werden. Zu den ergänzenden Massnahmen gehören etwa die Erhöhung der Flächeneffizienz in der Gebäudenutzung oder das Pendelverhalten von Studierenden und Mitarbeitenden, aber auch die Berücksichtigung aktueller Entwicklungen wie die zunehmende Nutzung von KI.
Die HSG nennt in ihrer Mitteilung auch konkrete Erfolge auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen: 2025 lagen die Gesamtemissionen der HSG rund 10 Prozent unter dem Niveau des Basisjahrs 2019. Bezogen auf die Emissionsintensität pro Person entspricht dies sogar einem Rückgang von gut 20 Prozent. Bei den direkten betrieblichen Emissionen konnte der Energieverbrauch der Campusliegenschaften im Zeitraum 2014 bis 2024 um mehr als ein Drittel gesenkt werden, obwohl die Zahl der Studierenden im gleichen Zeitraum um fast 40 Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig produziert die HSG mit mittlerweile fünf Solaranlagen auf dem Campus einen wachsenden Teil ihres Strombedarfs selbst.
Fortschritte zeigen sich auch bei Emissionen, die ausserhalb des direkten Einflussbereichs der HSG entstehen, etwa in der Beschaffung oder durch die Mobilität von Studierenden und Mitarbeitenden. So sind Emissionen aus eingekauften Gütern und Dienstleistungen sowie aus Investitionsgütern zwischen 2024 und 2025 um 21.6 Prozent zurückgegangen. Und obwohl Emissionen aus der Mobilität immer noch der grösste Einzelfaktor in dieser Kategorie sind, konnten die Emissionen aus Geschäftsreisen im Vergleich zu 2024 etwas gesenkt werden.
Auch baulich verfolgt die HSG ihre Klimaziele konsequent. In Zusammenarbeit mit dem Kanton St.Gallen als Eigentümer der Campusliegenschaften wird die bisherige fossile Wärme- und Kälteversorgung schrittweise durch ein System mit Erdsonden und Wärmepumpen ersetzt. Ausserdem setzt der neue Campus Platztor bereits in der Planung auf nachhaltiges Bauen und soll zum Vorbild für Bauprojekte im postfossilen Zeitalter werden. (hol)
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