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Gemeinde Kirchberg erhält «Goldenen Schemel» für ihren erneuerten Dorfkern

Der Heimatschutz St.Gallen/Appenzell Innerrhoden hat die Gemeinde Kirchberg ausgezeichnet. Für ihren erneuerten Dorfkern hat die Gemeinde den «Goldenen Schemel» erhalten.
Zwei Goldene Schemel für die Gemeinde und die Bank. Gemeindepräsident Roman Habrik (links) und Bankleiter Andreas Fässler nahmen sie von Heimatschutz-Präsident Jakob Ruckstuhl entgegen. (Bild: Josef Bischof)
Sie zeichnen für den neuen Dorfkern verantwortlich: Architekt Thomas Schregenberger, der ehemalige Gemeindepräsident Christoph Häne und Bankleiter Andreas Fässler (von links) beim Rundgang. (Bild: Josef Bischof)
Der fünfstöckige Bankneubau steht im Zentrum des Kirchberger Dorfkerns Süd. Im Erdgeschoss des benachbarten Gebäudes befindet sich der Dorfladen. (Bild: Josef Bischof)
Reizvolle Durchsicht zwischen den Neubauten. (Bild: Josef Bischof)

Am Donnerstagabend fand ein Rundgang im Dorfkern Süd von Kirchberg statt. Dabei wollte der Heimatschutz St. Gallen/Appenzell Innerrhoden gute Baukultur vorstellen und würdigen. Mit dem Treffpunkt vor der Clientis Bank war klar: Die Aufmerksamkeit wurde auf den erneuerten südlichen Dorfkern mit dem Bankgebäude im Mittelpunkt gelenkt. Bei der späteren Mitgliederversammlung wurden die Gemeinde und die Bank für ihr Zusammenwirken bei der vorbildlichen Dorfkern-Erneuerung ausgezeichnet.

Christoph Häne, ehemaliger Gemeindepräsident von Kirchberg, begrüsste zur Führung namentlich Thomas Schregenberger, den Architekten des erneuerten Dorfkerns, und Andreas Fässler, den Vorsitzenden der Clientis Bank Toggenburg. Mit ihnen zusammen hat er vor zehn Jahren die Erneuerung des Dorfkerns in Angriff genommen.

Die gewachsene Struktur südlich der historischen Ortsmitte habe damals nicht dem entsprochen, wie man sich einen Dorfkern vorstelle, sagte Häne. Die Landi habe viel Platz beansprucht und verkehrstechnische Probleme verursacht. Als sie ihren Standort ins Industriegebiet nach Bazenheid verlegt und sich die Clientis Bank nach einem neuen Standtort umgesehen habe, sei für die Gemeinde die Gelegenheit günstig gewesen, die Erneuerung des Dorfkerns Süd anzustossen.

Sie zeichnen für den neuen Dorfkern verantwortlich: Architekt Thomas Schregenberger, der ehemalige Gemeindepräsident Christoph Häne und Bankleiter Andreas Fässler (von links) beim Rundgang. (Bild: Josef Bischof)

Eine ganzheitliche Zentrumsentwicklung

Das Landi-Areal hat mit den benachbarten Landreserven der politischen Gemeinde und weiteren verfügbaren Grundstücken eine grosse zusammenhängende Landfläche ergeben. Damit ist eine ganzheitliche Zentrumsentwicklung möglich geworden. 2015 sind drei Büros zu einer Testplanung eingeladen worden. Den Zuschlag erhielt das Architekturbüro Thomas Schregenberger zusammen mit Lorenz Eugster, Landschaftsarchitektur und Städtebau, beide aus Zürich.

In einem Masterplan sind die weiteren Entwicklungsschritte festgelegt worden. 2019 wurde für die Zentrumsüberbauung ein Sondernutzugsplan vom Kanton genehmigt. Dieser verfolgte drei Hauptziele: eine gute Einfügung ins Ortsbild, einen haushälterischen Umgang mit dem Boden und die Verbesserung der Verkehrssituation.

43 neue Wohnungen im Dorfzentrum

Das denkmalgeschützte Dorfbild von Kirchberg ist von klassizistischen Biedermeier-Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert mit Walmdächern und Kreuzgiebeln geprägt. Auf dem südlichen Areal sind sechs neue Gebäude geplant und in zwei Etappen erstellt worden. Die Neubauten integrieren die bestehende Struktur in zeitgenössischer Architektur. Die Überbauung ist massvoll verdichtet. Die Verkehrssituation wurde durch die Verlegung einer Strasse verbessert.

Das dominante Bankgebäude ist als einziges fünfgeschossig. Das Dachgeschoss ist eine Holzkonstruktion mit sichtbaren tragenden Stützen. Das Gebäude ist von der Strasse zurückversetzt. Dadurch ist ein Dorfplatz mit einer Bushaltestelle entstanden. Er dient als Parkplatz, könnte aber auch als Festplatz genutzt werden. Für die Bevölkerung wichtig ist auch der Dorfladen, ein Volg mitten im Dorf.

Der fünfstöckige Bankneubau steht im Zentrum des Kirchberger Dorfkerns Süd. Im Erdgeschoss des benachbarten Gebäudes befindet sich der Dorfladen. (Bild: Josef Bischof)

Früher gab es in diesem Areal sieben Wohnungen. Neu weist das Zentrum 43 Wohnungen und fünf Ateliers auf. Die Wohnungen teilen sich je hälftig in Miet- und Eigentumswohnungen auf. Unter der Überbauung liegt eine Tiefgarage mit 74 Plätzen. Alle Neubauten nehmen die klassische Fassadengestaltung aus Sockel- und Obergeschossen auf. Die Wohngebäude sind konventionell mit Betonkern und verputzten Aussenwänden gebaut. Die Sockelgeschosse weisen Sichtbeton auf, die Dachgeschosse sind meist holzverkleidet.

Zwei Goldene Schemel überreicht

Nach der Mitgliederversammlung des Heimatschutzes wiesen auch Heimatschutz-Präsident Jakob Ruckstuhl und Daniel Cavelti, Jury-Präsident des Goldenen Schemels, auf die vorbildlich koordinierte Planung und deren eindrückliches Resultat hin.

Seit zehn Jahren verleiht der Heimatschutz alljährlich diese Trophäe für gute Baukultur. Die Künstlerin Katalin Deér hat den Schemel geschaffen. Sie gestaltet jährlich ein neues der begehrten Einzelstücke aus Bronze. In diesem Jahr waren es zwei. Für die Gemeinde Kirchberg nahm Gemeindepräsident Roman Habrik die Auszeichnung entgegen, für die Clientis Bank Andreas Fässler, der Vorsitzende der Bankleitung.

Reizvolle Durchsicht zwischen den Neubauten. (Bild: Josef Bischof)
 
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