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Toni Brunner: Die Offa – ein Kulturgut

Am Sonntag ist die Ostschweizer Frühlings- und Freizeitausstellung zuende gegangen. «Tagblatt»-Kolumnist Toni Brunner wirft einen Blick in die Schweizer Messelandschaft und kommt zum Schluss: Der Gang aufs Olma-Areal ist eine Ostschweizer Pflicht.
«Tagblatt»-Kolumnist Toni Brunner. (Bild: Michel Canonica)

Bis gestern Sonntag fand die OFFA, die Ostschweizer Frühlingsmesse, in St. Gallen statt. Jährlich unterhalten rund 500 Ausstellende rund 90’000 Besucher. Das ist nicht mehr selbstverständlich. Immer mehr Messen verschwinden in der Schweiz.

Verschwunden ist die MUBA in Basel. Die MUBA war die älteste Publikumsmesse der Schweiz. Sie gibt es nicht mehr.

Verschwunden ist die Züspa in Zürich. Die Züspa fand auf dem Messegelände in Zürich-Oerlikon statt. Sie gibt es nicht mehr.

Verschwunden ist der Comptoire Suisse in Lausanne. Der Comptoire Suisse (Expo Beaulieu) war eine der grössten Publikumsmessen der Westschweiz und wurde bis 2018 durchgeführt. Sie gibt es nicht mehr.

Verschwunden ist auch der traditionelle Auto-Salon Genf. In seinen besten Zeiten der Auto-Salon mit 750’000 Besuchern frequentiert und gehörte damit zu einer der grössten Messe-Veranstaltungen in der Schweiz überhaupt. In der Vergangenheit machte der Genfer Autosalon ein Drittel der Einnahmen von Palexpo, dem Genfer Messegelände aus. Den Auto-Salon den gibt es nicht mehr.

Auch verschwunden ist die sogenannte Baselworld. Die Baselworld im Messegelände in Basel war eine internationale Fachmesse für Uhren, Schmuck und Edelsteine. Sie gibt es nicht mehr.

Es gibt am einen oder anderen Ort Ersatzmessen mit einem neuen Namen und neuen Ansätzen. Aber es sind eben nicht mehr die traditionellen Schweizer Messen mit Geschichte.

Man könnte jetzt sagen, Messen und Ausstellungen sind aus der Mode gekommen. Sie verschwinden, weil heute online bestellt wird und immer öfters Ware aus China bestellt wird.

Wer das macht, verpasst aber genau alles, was eine Publikumsmesse auch heute noch ausmacht. Es sind Begegnungen, gute Gespräche, alte Bekanntschaften, Leute die man schon länger nicht mehr gesehen hat und unverhofft wieder trifft, es ist am Schluss auch die Regionalität, die Fröhlichkeit und die Lebenslust.

Wer es beispielsweise an einer OFFA lieber etwas ruhiger mag, soll am Dienstagabend, am Mittwoch oder Donnerstag gehen, am Freitag und Samstag geht sowieso die Post ab und am Sonntag ist es auch erstaunlich lebendig.

Für Ostschweizer ist es eine heilige Pflicht: Ab an die OLMA 2026! Die landwirtschaftlich geprägte Publikumsmesse mit Tierausstellungen, dem Säulirennen und vielen bäuerlichen Erzeugnissen startet am 8. Oktober 2026 für 11 Tage mit gegen 640 Ausstellenden und rund 350'000 Besuchern. Wenn das in Zukunft wieder mehr tun, dann erleiden unsere St.Galler Messen nicht das gleiche Schicksal, wie sie viele andere. Wir sichern damit ein Kulturgut.

Toni Brunner, der ehemalige Präsident der SVP Schweiz, ist Gastwirt und Bergbauer im Toggenburg. Er schreibt diese Kolumne immer montags im Turnus mit Carla Maurer, Walter Hugentobler und Ulrike Landfester.

 

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