827 Unterschriften gegen die geplanten Strassenverengungen in Ganterschwil
Zu fünft stehen sie an diesem Montagmorgen vor dem Gemeindehaus in Bütschwil. Thomas Preisig aus Ganterschwil hält eine weisse Schachtel in den Händen. Darin liegt ein Stapel A4‑Papier. Nicht zu übersehen ist die Zahl darauf: 827. Sie steht für die Anzahl Unterschriften, die er gemeinsam mit Gleichgesinnten gegen die Strassenverengungen für die geplante Strassensanierung an der Oberdorfstrasse in Ganterschwil gesammelt hat.
Unter den Unterzeichnenden befänden sich Einwohner von Ganterschwil, ehemalige Ganterschwilerinnen, Lieferanten, Personen aus dem Gewerbe, Waldbesitzer und andere aus ihrem nahen Umfeld.
Mit Petition Druck erhöhen
Thomas Scherrer ist ebenfalls aus Ganterschwil und Landwirt. Auch er ist an diesem Vormittag mit von der Partie. «Wir wollen der Gemeinde zeigen, wer alles gegen die Strassenverengungen ist. Von den Anwohnenden sind fast alle dabei», sagt Scherrer. Dabei betont er nochmals, dass es ihnen nicht darum gehe, die Strassensanierung als solche zu verhindern, sondern eben um die Strassenverengungen.
Über die Argumente der Gegnerinnen und Gegner berichtete diese Zeitung bereits: Sie fürchten unter anderem eine Behinderung von Landwirtschaft und Schwerverkehr, Probleme für den Holztransport, sowie die Gefährdung der Verkehrssicherheit und des Verkehrsflusses.

Mit der Petition wollen sie laut Scherrer in erster Linie die Strassenverengungen stoppen, aber sie hat noch einen anderen Sinn. «Wir wollen damit auch bewirken, dass künftige Mitwirkungsverfahren der Gemeinde anders ablaufen.» Denn Scherrer und Co. wurden lediglich darüber informiert, dass ihre Vorschläge von der Gemeinde abgelehnt wurden. Ein gemeinsames Gespräch fand nicht statt.
Gemeinde will der Mehrheit entsprechen
Etwas nach elf Uhr kommt Gemeindepräsident Hans Städler nach draussen, um die Unterschriften entgegenzunehmen. Thomas Preisig übergibt ihm die Schachtel und zeigt ihm einen Plan der betroffenen Strasse. «Die farbig markierten Häuser stehen für die Bewohnerinnen und Bewohner, die unsere Anliegen unterstützen», sagt Preisig. Auf dem Plan sind fast alle Häuser um die Strasse pink markiert. Städler hört interessiert zu und merkt an, dass dies die dritte Petition sei, die er während seiner Amtszeit entgegengenommen hat. Bisher hätte man immer eine Lösung gefunden. Er informiert darüber, dass sich der Gemeinderat beraten wird und am 22. September über die Petition entscheidet.
827 Unterschriften sind gemäss Städler «ernst zu nehmen». Und damit ist das nicht der einzige Widerstand: Ihm liegen auch noch zwölf Einsprachen von Anstösserinnen und Anstössern vor. Die meisten davon würden die sechs geplanten Strassenverengungen bemängeln. Mit ihnen seien noch Einspracheverhandlungen geplant. Das Ziel des Gemeindepräsidenten: «Die Idealvorstellung wäre, dass wir der Mehrheit entsprechen.»
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