Die Saison brachte mehr Tiefschläge als Höhepunkte
Dem Toggenburg ging es aus fussballerischer Warte schon besser. Nach dem Abstieg von Neckertal-Degersheim und Kirchberg (beide in die 4. Liga), stellt das Thurtal in der nächsten Meisterschaft mit Bazenheid und Bütschwil zwei Zweitligisten, zwei Drittligisten (Wattwil und Ebnat-Kappel) sowie die erwähnten zwei Absteiger, die eine Liga tiefer einen Neuanfang vorantreiben.
Aushängeschild bleibt FF Toggenburg, das zwei Jahre nach dem Aufstieg eine dritte Saison in der 1. Liga in Angriff nehmen wird. Das haben sich die Teams vor gut zehn Monaten vorgenommen und so ist es herausgekommen:
FF Toggenburg – Saisonziel: Ligaerhalt
Die Premierensaison vor einem Jahr beendeten die Frauen in der 1. Liga mit 30 Punkten auf Rang 9. Nun ist es mit der gleichen Anzahl Punkten Platz 8 geworden. Der Unterschied zur eben beendeten Meisterschaft: Vor einem Jahr hat die Mannschaft nach einer guten Hinrunde im zweiten Teil eher etwas nachgelassen.
Ganz anders war «frau» in den letzten Monaten unterwegs. Im Herbst noch auf einem Abstiegsplatz, waren die spielerischen Fortschritte im Frühjahr offensichtlich. Der Ligaerhalt wurde letztlich, wenn auch erst in der zweitletzten Runde, problemlos geschafft. Höhepunkt war der Sieg bei Gambarogno, das nächste Saison in der NLB spielt.
FC Bütschwil – Saisonziel: Ligaerhalt

Das dritte Jahr in der 2. Liga begann für Bütschwil schwierig. Nach fünf Runden hatte man erst einen Punkt auf dem Konto. Der erste Sieg war das 2:1 gegen Gossau 2 am 28. September. Es folgte zwar noch die klare Niederlage bei Aufsteiger Frauenfeld (0:5), danach blieb das Team bis zur Winterpause ungeschlagen. Nach dem Jahreswechsel ging es im selben Stil weiter. Bis Ende April musste man sich nur zweimal geschlagen geben (Uzwil 2 und Rapperswil-Jona 2).
Anfang Mai bestand dann die Chance, sich mit einem Sieg gegen Steinach den Ligaerhalt zu sichern. Das 3:4 nach 3:1-Führung warf die Mannschaft aber völlig aus dem Tritt. Ende gut, alles gut. Nach dem Sieg in der Schlussrunde gegen Eschenbach verbleiben die Toggenburger in der 2. Liga. Für Trainer Ruedi Eisenhut war es die Krönung sieben erfolgreicher Jahre. Er hat die Mannschaft in der 4. Liga übernommen und ist zweimal mit ihr aufgestiegen. Nun hört er auf. Diese Zeitung geht in einer der nächsten Ausgaben auf das Wirken von ihm als Trainer auf der Breite ein.
FC Bazenheid – Saisonziel: Erste Tabellenhälfte

Vor einem Jahr aus der 2. Liga Inter abgestiegen, standen die Bazenheider vor einer ungewissen Zukunft. Zwölf Monate später darf der Neustart mit Schlussrang 4 als gelungen bezeichnet werden. Sportchef Dejan Baumann sagte am Sonntag: «Vor einem Jahr gab es viele Stimmen, die uns voraussagten, dass wir gleich in die 3. Liga durchgereicht werden. Diesen Kritikern haben wir das Maul gestopft.» Es wäre sogar noch mehr möglich gewesen.
Nach der Vorrunde lag das Team lediglich sechs Punkte hinter Frauenfeld, dem späteren Aufsteiger. Nach einigen unnötigen Niederlagen im Frühjahr vergrösserte sich der Abstand aber fortlaufend. Das 1:1 am Sonntag, nach überlegen geführtem Spiel gegen Frauenfeld, zeigte aber, dass die Mannschaft zu einem Spitzenteam herangereift ist. Weil die Leistungsträger alle auf dem Ifang bleiben und der Kader laut Sportchef Baumann gezielt verstärkt wird, dürften die Bazenheider auch kommende Saison vorne anzutreffen sein.
FC Wattwil Bunt – Saisonziel: Näher zur Spitze rücken
Nachdem mehrere arrivierte Spieler auf die Grüenau zurückgekehrt waren, wollten die Verantwortlichen einen Schritt nach vorne machen und näher zur Spitze aufrücken. Noch selten klafften Anspruch und Wirklichkeit derart weit auseinander. Die Mannschaft hat sich erst am letzten Spieltag mit dem Zittersieg in Ebnat-Kappel den Ligaerhalt gesichert. Mit dem neuen Trainer Roman Kipfer, er kehrt zu seinen Wurzeln zurück, soll es nun wieder aufwärts gehen. Ihm zur Seite steht das bisherige Führungsduo Ciro Marino und Sanin Muric.
FC Ebnat-Kappel – Saisonziel: Ligaerhalt

In Ebnat-Kappel ist man sich der begrenzten Möglichkeiten bewusst und gibt sich jeweils entsprechend zurückhaltend. Der Ligaerhalt war das Saisonziel und der wurde auch mehr oder weniger problemlos geschafft. Klar wurde es zum Ende hin nochmals eng, die Mannschaft hat aber ohne Zweifel das Potenzial, um hie und da auch einen Grossen zu ärgern. Mit Co-Trainer Stefan Hinterberger, der für Roman Kipfer das Traineramt übernimmt, schenkt der Vorstand in der nächsten Saison einem «Eigenen» das Vertrauen.
FC Kirchberg – Saisonziel: In der Liga etablieren

Nach der Rückkehr vor vier Jahren in die 3. Liga glaubte sich der Verein auf gutem Weg, sich weiter in der Liga etablieren zu können. Der Abstieg macht nun vieles zunichte. Der Vorstand mit Präsident Ruben Schönenberger hat dem Trainerduo Dave Obrist/Andreas Hollenstein aber schon in der Winterpause das Vertrauen ausgesprochen. Mit ihnen plant man auch den Neuanfang in der 4. Liga.
FC Neckertal-Degersheim – Saisonziel: Obere Tabellenhälfte

6, 4, 6, lauteten die Ränge von Neckertal-Degersheim in der Endabrechnung der vergangenen drei Jahre. Daran wollte man festhalten und peilte erneut die obere Tabellenhälfte an. Es lief aber von der ersten Runde an überhaupt nicht und das Team lag schon im Winter abgeschlagen am Tabellenende.
Das 0:4 am Samstag gegen Uzwil 3 war die 17. Niederlage im 22. Spiel und das vorläufig letzte Kapitel in der 3. Liga, das vor neun Jahren mit dem Aufstieg begonnen hatte. Für die Neckertaler kommt das Ende sicher unerwartet. Nun möchte man möglichst schnell in die 3. Liga zurück.
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