In Wattwil wollen sich Seniorinnen und Senioren füreinander einsetzen
Die Probleme der Menschen manifestieren sich oft altersspezifisch. Am Samstag haben sich 130 Menschen im Alter zwischen 65 und 90 Jahren im Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg in Wattwil mit ihrer Rolle in der Gesellschaft auseinandergesetzt. Sie bestärkten sich in der Absicht, das Heft des Handelns so weit wie möglich selbst in der Hand zu behalten. Dazu wurde das «Forum 60+ Wattwil» gegründet.
Zur Auftaktveranstaltung hiess Maria Kaiser willkommen. Sie ist Präsidentin des Verbandes für Seniorenfragen St. Gallen-Appenzell, ehemalige Gemeinderätin von Wattwil und Initiantin des Forums.
Ältere Menschen würden gesellschaftlich oft lediglich als Kostenfaktor wahrgenommen, bedauerte Kaiser. Ziel des Forums sei es auch, die vielen Leistungen, die Menschen aus dieser Altersgruppe freiwillig und meist ehrenamtlich erbringen, fortzuführen und zu ergänzen. Ausserdem soll herausgefunden werden, welche Angebote und Dienstleistungen in Wattwil fehlten.
Auch die Gemeinde ist in der Pflicht
Zugegen war auch der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner. Er zeigte sich erfreut über die Bereitschaft vieler Mitmenschen, sich im Forum zu engagieren und einen Beitrag zur eigenen Lebensqualität zu leisten. Die Bezeichnung «60+» stehe sowohl für Erfahrung als auch für Neugier, führte er aus. Das Alter 60+ sei eine Zeit voller Möglichkeiten.

«Alle wollen alt werden, aber niemand will alt sein», zitierte er die Schriftstellerin Elke Heidenreich. Gunzenreiner führte auch die Gedanken Heidenreichs zu ihrem eigenen Leben und ihre Schlussfolgerung dazu an: «Ich habe beschlossen, glücklich zu sein». Diese Unbeschwertheit wünschte der Gemeindepräsident auch den Versammelten.
Dass die demografische Entwicklung auch Wattwil betrifft, verdeutlichte der Gemeindepräsident mit folgenden Zahlen: 2018 gab es in Wattwil 1777 über 65-Jährige. Bis 2040 wird mit einem Anstieg auf 2350 gerechnet. Daraus müsse die Gemeinde ableiten, welche niederschwelligen, ambulanten und stationären Angebote sie bereitzustellen habe. Für die Heimbetriebe seien die Zahlen der über 80-Jährigen in Wattwil und Lichtensteig von Interesse. Diese werden von 775 im Jahr 2025 auf 1267 im Jahr 2045 steigen.
Wünsche für das Leben im Alter formuliert
Nachdem die Teilnehmenden in einem Referat von der Fachärztin Maria Brassel erfahren hatten, wie das Gehirn fit gehalten werden kann, machten sie sich in zehn Gruppen an die Arbeit.
Die Teilnemenden beleuchteten ihren privaten und den öffentlichen Lebensbereich. Wertschätzend erwähnten sie die Anbindung Wattwils an den öffentlichen Verkehr und die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. Auch für die intakte Umgebung und zahlreiche gesellschaftliche Angebote fanden sie lobende Worte. Letztere würden allerdings teilweise schlecht genutzt. Dies wiederum sei wohl eine Folge davon, dass bloss digital darauf aufmerksam gemacht werde. Hilfreich könnten in diesem Problemfeld auch eine bessere Vernetzung und Nachbarschaftshilfe sein.
Die Liste der Wünsche reichte von einem Generationenhaus über betreute Alterswohnungen, eine offene Sprechstunde und in Wohnnähe platzierte Postbriefkästen bis zum geheizten Schwimmbad. Dass die Behörde die Befindlichkeit der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger im Auge behalten will, zeigte sie durch die Teilnahme des Gemeindepräsidenten und mehrerer Gemeinderäte am Auftaktanlass des Forums. Dieser Kontakt soll fortgesetzt werden. Die Forumsmitglieder wollen ihrerseits auch Hilfe zur Selbsthilfe leisten.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben







Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.