«Total daneben» und «das Leben geht weiter»: Reaktionen auf Flaschenfeuerwerk im «Metzgertor» – der städtische Gastro-Präsident hat eine klare Meinung
Sprühkerzen auf Champagnerflaschen: So feierten vergangenes Wochenende Gäste in der St.Galler Bar Metzgertor. Dies nur einen Monat nach der tragischen Brandkatastrophe in Crans-Montana, die durch ein solches Flaschenfeuerwerk verursacht wurde. Auf Instagram kursierten mehrere Videos von der Feier im «Metzgertor», in der Zwischenzeit wurden sie gelöscht.
Der Vorfall sorgt für Unverständnis und Empörung. René Rechsteiner, Präsident von Gastro Stadt St.Gallen spricht von Respektlosigkeit. Er habe den Vorfall mit grosser Irritation zur Kenntnis genommen, schreibt er in einem Online-Kommentar zum «Tagblatt»-Artikel.
Für das Verhalten dieses Gastronomen fehlten ihm jegliche Worte, schreibt er. «Mitten in einer Zeit, in der viele Menschen in unserer Stadt sensibel, belastet oder schlicht noch die traurigen Ereignisse von Crans-Montana noch vor Augen haben.»
Normalerweise sei es nicht Sache des Gastroverbands, sich einzumischen. Aber als Präsident von Gastro St.Gallen erwartet er, dass Betriebe Vorbilder seien – nicht Risikofaktoren. «Solche Aktionen gefährden nicht nur Gäste und Personal, sondern beschädigen auch das Vertrauen in unsere Branche», sagt Rechsteiner. Und: «Was hier stattgefunden hat, ist nicht Ausdruck von Gastfreundschaft, sondern ein Zeichen von fehlender Pietät und mangelndem Respekt, ja sogar ein Affront gegenüber unserer Gemeinschaft, unseren Nachbarn und der Verantwortung, die jeder Gastronomiebetrieb trägt.»
Er fordert dazu auf, dieses Verhalten umgehend zu überdenken und sicherzustellen, dass sich derartige Vorfälle nicht wiederholen. «Unsere Stadt und unser Kanton, Spitäler, Sanität, Polizei und Feuerwehr verdienen mehr Rücksicht; und unsere Branche mehr Professionalität», so Rechsteiner.
Das Nachtleben geht weiter
In den Kommentarspalten sind die Meinungen diverser. Während einige finden, dass mit Flaschenfeuerwerk in Bars zu feiern, aktuell und unabhängig von der gesetzlichen Grundlage, «sicher nicht angezeigt ist» – halten andere daran fest, dass sich das «Metzgertor» im rechtlichen Rahmen bewege.
«Dass gefeiert wird, bedeutet weder Gesetzesverstoss noch mangelnden Respekt, sondern schlicht, dass das Nachtleben weitergeht», findet ein «Tagblatt»-Leser.
Ähnlich sieht es eine Leserin: «Darf man denn nicht mal mehr einen Geburtstag feiern?» Das «Metzgertor» verfüge über zwei Notausgänge, eine nicht brennbare Decke sowie grosse Fenster. Sprühfeuerwerk sei momentan einfach nicht angebracht, findet eine andere Leserin.
In einem anderen Kommentar schreibt eine Leserin: «Nach so kurzer Zeit dieses Unglücks bin ich über derartiges Verhalten fassungslos». Pietät und Mitgefühl scheinen gewisse Leute nicht zu kennen. «Exakt auf diese Art und Weise zu feiern, finde ich total daneben. Und nun kursieren solche Bilder im Netz: ein Hohn!»
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