«Wie eine von Kindern betriebene Olma»: Der Kreativmarkt fördert junge Ideen
An drei Samstagen im November macht der Kinder-Kreativmarkt des Bildungs- und Innovationslabors «Smartfeld» in Buchs, St.Gallen und Rapperswil-Jona Halt. Schulklassen von der 3. Primar- bis zur 1. Sekundarstufe haben die Möglichkeit, ihre selbst entwickelten Produkte zu präsentieren und zu verkaufen. Dabei sollen Verantwortung, Kooperation und Innovationsgeist gefördert werden. Am 7., 14. und 21. November können Eltern und Interessierte schauen, stöbern – und kaufen.
«Smartfeld» vermittelte den teilnehmenden Lehrpersonen im Vorfeld der Veranstaltungen die Grundlagen der Produktentwicklung und unterstützte sie bei der Vorbereitung. Für die Umsetzung ihrer Ideen erhielt jede Klasse ein Materialbudget. Die Einnahmen aus dem Verkauf können für die Klassenkasse oder ein gemeinsames Projekt eingesetzt werden.
Vom Barista-Kurs bis zu Schneidebrettern
Damarin Bartolini, Primarschullehrer an der Primarschule Rotmonten in der Stadt St.Gallen, nimmt mit einer 6. Klasse am örtlichen Kreativmarkt teil. Die Idee der Veranstaltung habe ihn sofort angesprochen. Bereits kurz nach den Sommerferien habe er seinen Schülerinnen und Schülern Zeit gegeben, erste Inspirationen für Produkte zu sammeln und Gruppen zu bilden. Im Anschluss sei jedes Team selbst dafür verantwortlich gewesen, benötigte Materialien zu beschaffen.
Die Schülerinnen und Schüler hätten drei Wochen, teilweise auch in der Freizeit, an den Projekten gearbeitet. Ein Team verkauft am Markttag Kaffee und Teigtaschen und hat dafür in einer lokalen Rösterei einen Barista-Kurs besucht. Andere hätten sich Knüpfarten von Armbändern angeeignet, um Schmuck herzustellen. Eine weitere Gruppe hätte Taschen und Käppis «bedazzelt», so nennt man das Verzieren mit Glitzersteinen. Andere Schülerinnen und Schüler hätten Schneidebretter und Schlüsselanhänger aus Holz gebastelt oder T-Shirts mit der Siebdrucktechnik bedruckt.
Der Weg ist das Ziel
Die Klassen seien mit viel Euphorie dabei gewesen. «Es war sehr motivierend für die Kinder, selbst Verantwortung zu übernehmen und ihren eigenen Interessen zu folgen», sagt Bartolini. Nur die Organisation in der Gruppe sei für manche Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung gewesen. Nun ist der Primarlehrer gespannt, wie viele Besucherinnen und Besucher der Kreativmarkt anzieht. Denke er an die Veranstaltung, stelle er sich «eine von Kindern betriebene Olma» vor. Wie viel die Kinder dabei tatsächlich verdienen, spiele keine so grosse Rolle: «Für die Kinder war die Vorbereitung allemal ein spezielles Erlebnis, das ihnen bleiben wird.»
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