Damals im Toggenburg: Wie aus dem «Toggenburger» das «Tagblatt» wurde
Vor 100 Jahren
30. August 1926: Obertoggenburg. Allerlei Gesindel treibt sich heute in unserem Lande umher. Man klagt nicht nur im Tessin wegen den unerwünschten «Wandervögeln», sondern besonders auch in unseren Grenzgebieten der Ostschweiz. Zum Beispiel werden auch bei uns im Obertoggenburg nicht selten in den letzten Tagen Elemente aufgegriffen, die ohne Schriften durch unser Land ziehen und meistens aus dem Vorarlbergischen kommen. Gewöhnlich muten sie nicht wie Barone an und die Leute machen sich rein nichts daraus, wenn sie der Landjäger abfängt. Denn die zweifelhafte Ehre blüht uns dann, diese Subjekte auf Staatskosten zu verpflegen und in ihr Land zurückführen zu lassen, was diese Menschen lächelnd entgegennehmen. Auf diese Weise kommen sie billig einmal durch die schöne Schweiz und wir haben zum Schaden höchstens noch den Hohn.
Vor 50 Jahren
1. September 1976: Alt St. Johann. Eine Hundertjährige auf dem Sessellift. Seit ihrem 30-jährigen Bestehen beförderte die Sesselbahn Alt St. Johann-Alp Selamatt vor einigen Tagen in der Person der im hundertsten Altersjahr stehenden Frau aus Rorschach den bisher ältesten Fahrgast. Sie, die noch nie einen Sessellift benützte, war über die Berg- und Talfahrt sehr begeistert und erklärte spontan, diese Fahrt im nächsten Jahr nochmals zu wiederholen, sofern es ihr Gesundheitszustand erlaube. Die Tatsache, dass eine hundertjährige Person die Sesselbahn ohne Schwierigkeiten benützen konnte, liefert den Beweis, dass während der Sommerfahrplanperiode sich auch ältere Fahrgäste zu einer solchen Fahrt entschliessen dürfen.
Vor 20 Jahren
1. September 2006: Toggenburg. Mit dieser heutigen Zeitung halten Sie die erste Ausgabe des «Toggenburger Tagblatts» in der Hand. «Der Toggenburger» ist Vergangenheit. Der neue Name und die neue Schrift im Zeitungskopf haben verschiedene Gründe. Mit der neuen frischen Schrift kann der bisherige Widerspruch des altmodischen Titels zum sehr modernen Layout Ihres «Toggenburger Tagblatts» beseitigt werden. Mit dem Namenswechsel zum «Toggenburger Tagblatt» wird Ihre Zeitung als das benannt, was sie seit acht Jahren ist, ein Tagblatt. Auf dem Zeitungsmarkt im Toggenburg herrscht mit einem halben Dutzend Titeln unterschiedlicher Ausrichtung ein wahrscheinlich schweizweit einmaliges Gedränge. Dies führt zu Unsicherheiten und Verwechslungen. Man ist überzeugt, dass sich diese durch die Umbenennung vom «Der Toggenburger» zum «Toggenburger Tagblatt» verkleinern lässt. Der Lokalbund wird weiterhin von sieben motivierten Redaktorinnen und Redaktoren in Wattwil produziert. (red)
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