Damals im Toggenburg: Hitze, Dürre und Wassermangel im Toggenburg anno 1976
Vor 100 Jahren
9. Juli: Ulisbach. Seit zehn Tagen sind die Arbeiten an der Staatsstrasse im Gange. In dieser Zeit hat sich die Freude manches Hausbesitzers, dass er nun bald eine staubfreie Strasse haben werde, in Aerger verwandelt. Die Strassenverwaltung begnügt sich nämlich nicht mit der Teerung der Strasse und die Anpassung der Schalen und Hausplätze, sondern hat namentlich in den Kurven starke Erhöhungen des Strassenbodens vorgenommen.
Dadurch sind die Häuserbesitzer stark in Nachteil geraten, indem die Anpassungsarbeiten viel mehr kosten, als vorgesehen war und die Häuser zudem noch durch die tiefere Lage entsprechend entwertet werden. Teilweise beträgt die Erhöhung der Strassenkante über 40 Zentimeter. Das Strassenbild ist verunstaltet und die Autofahrer werden durch die kunstgerechte Anlage einer Rennbahn direkt zum Schnellfahren veranlasst. Die Stimmung unter den Anwohnern und betroffenen Hausbesitzern ist daher keine gute und bereits sind auch Protestschreiben nach St.Gallen abgegangen. So kann mit den Bürgern auf dem Lande denn doch nicht verfahren werden.
Vor 50 Jahren
9. Juli: Ebnat-Kappel. Hitze, Dürre und Wassermangel auch im Toggenburg. Lage in Ebnat-Kappel: Beinahe das Gesprächs-Thema der vergangenen Tage und Wochen lieferte die andauernde Tropenhitze mit ihren beängstigenden Auswirkungen. Der Eichbach, einer der vielen Bergbäche, die bei starken Wettereinbrüchen mitunter als unbändige wilde Gesellen ihre reissenden Wasser der Thur zuführen, ist zurzeit gänzlich ausgetrocknet und lässt an die Dürrezeit vor 29 Jahren erinnern. Die Thur selbst bewegt sich nur noch als müdes Wässerlein talwärts und die wenigen kurzen, gewittrigen Niederschläge in den Berggebieten vermochten die Wasserführung nicht zu beeinflussen, sondern versickerten im rissig und spaltig gewordenen Erdboden der Berghänge.
Vor 20 Jahren
14. Juli: Lütisburg. Das Gebiet rund um den Zusammenfluss von Thur und Necker zieht bei schönem Sommerwetter zahlreiche Besucher aus nah und fern an. Warum nicht einmal zu Hause Ferien machen? Im Wasser plantschen und Sonne tanken kann man genau so gut an der Thur und am Necker zwischen Lütisburg und Ganterschwil, anstatt teuer in die Ferien zu fliegen. Einer der aufgesuchten Badeplätze befindet sich bei der Thurbrücke in Lütisburg. Auf der Halbinsel aus Kies fühlt man sich fast wie an der Riviera.
Vor 10 Jahren
11. Juli: Dicken. Hoch hinaus mit der Schifflischaukel. Kinder wollen immer hoch hinaus. Am Wochenende fand die Dickler Chilbi statt. Der Verkehrsverein organisiert, ein Verein – diesmal die Gugge – hilft und fertig ist das Fest. Am Samstag war das viertgrösste Talent der Schweiz 2016, Julius Nötzli, zu Gast. «Dä Nötzli mit de Chlötzli» riss mit seinen Chlefeli-Künsten das Publikum komplett von den Bänken. (red)

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