Abwasserreinigung im Toggenburg: Sanierung der Anlagen wird Millionenkosten aufwerfen
«Operatives Geschäft fordert und fördert uns.» Mit dieser Einleitung eröffnete Gemeindepräsident Kilian Looser am Freitagabend im Büelensaal die Bürgerversammlung der Gemeinde Nesslau. Zu Beginn informierte Looser die 158 anwesenden Stimmberechtigten über laufende und künftige Projekte.
Das Thema Abwasserentsorgung beschäftigt nicht nur die Gemeinde Nesslau sondern das ganze Toggenburg. Die Abwasserreinigungsanlagen müssen in den nächsten zwei Jahrzehnten im Tal in grösserem Umfang saniert werden. Die Kosten für einzelne Anlagen betragen zwischen 8 und 15 Millionen Franken.
Es wird geprüft, ob Zusammenschlüsse von Anlagen sinnvoll und möglich sind. Dies würden Anlagen von Wildhaus bis Bazenheid betreffen. Bereits liegen Konzepte vor für den Leitungsausbau für Ebnat-Kappel bis Wildhaus. Die nächsten Schritte für die Zukunft sind die Zusammenlegung der vier ARA Betriebe Ebnat-Kappel, Nesslau Rechenweid, Nesslau Churfirsten und Wildhaus Schönenboden. Zudem sollen mögliche Synergien mit kantonalen Strassenprojekten genutzt werden, etwa durch gleichzeitige Leitungsverlegungen.
Brunnenmeister sollen vermehrt zusammenarbeiten
Auch die Wasserversorgung war ein Thema. Die Gemeinde trägt die Aufsicht und stellt sicher, dass die Bevölkerung jederzeit mit Trinkwasser versorgt ist. Aktuell werden zwei Drittel der Haushalte direkt durch die Gemeinde Nesslau versorgt. Weitere Anschlüsse sind die Wasserkorporationen Ennetbühl und Laad. Zu den Nachbargemeinden bestehen zur Zeit keine Verbindungen.
Die Gemeinden Nesslau und Wildhaus-Alt St.Johann planen bei der Twinkwasserversorgung Synergien. In einem ersten Schritt sollen die Brunnenmeister der beiden Gemeinden vermehrt zusammenarbeiten. Michael Louis wird vermehrt für die Wasserversorgung eingesetzt, da Turi Tobler pensioniert ist. Die Brunnenmeister stehen der Gemeinde während 365 Tagen, täglich 24 Stunden zur Verfügung. Durch die Zusammenarbeit mit Wildhaus-Alt St.Johann kann das Wissen der komplexen Anlagen auf mehrere Personen verteilt werden. Das Ziel ist auch eine einheitliche Steuerung, Leitungen sowie die Qualitätssicherungssysteme.
Ein weiterer Programmpunkt war die Entwicklung des Wohnraums in Nesslau. Eine Prognose des Kantons aus dem Jahr 2015 ging von einem Bevölkerungswachstum von 57 Personen bis 2040 aus. Diese Zahl wurde bereits 2025 mit einem Zuwachs von 358 Personen deutlich übertroffen.

Zustupf für Rufbus Mybuxi könnte 2026 enden
Im Rahmen der Diskussion zum Finanzplan sprach Ivan Louis das Mobilitätsprojekt MyBuxi an. Die Gemeinde Nesslau unterstützte dieses im vergangenen Jahr mit 80’000 Franken, für 2026 sind weitere 22’000 Franken vorgesehen. Ende März ist eine Aussprache zusammen mit der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann und dem Kanton bezüglich dem weiteren Vorgehen mit dem Rufbus-Konzept geplant. Sollte keine Lösung gefunden werden, endet die Pilotphase voraussichtlich Ende 2026.
Die Abstimmungen über die Jahresrechnung, das Budget und den Steuerplan wurden anschliessend an die Informationen des Gemeindepräsidenten einstimmig ohne Gegenmehr und Enthaltungen angenommen.
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