Dieb macht auf Casinoparkplatz grosse Beute im Auto eines Schweizers
Es ist abenteuerlich, was der 27-jährige Deutsche erzählt. Er habe versehentlich an der Garderobe des Bregenzer Spielcasinos eine falsche Jacke genommen. Draussen habe er gemerkt, dass es nicht seine war und sich ein Autoschlüssel in der Jackentasche befand. Weil er neugierig sei, so seine Angabe, habe er die Fernbedienung betätigt und sei anschliessend zu jenem VW-Kompaktwagen hingegangen, der auf das Signal reagierte. «Vielleicht hatte ich die Intention, nachzusehen, ob man etwas mitnehmen könnte, es war aber nichts drin», so sein einziges Zugeständnis.
Ganz anders sieht es der Schweizer Stammgast, der regelmässig in Bregenz spielt. Bei ihm scheint das Geld locker zu sitzen und die Nachfrage bei Gericht, warum er so viel Geld im Wagen hatte, nervt ihn sichtlich.
Der Mann kann sich das Glücksspiel leisten
Der 41-jährige Schweizer erzählt ganz offen, dass er viel Geld habe und er es sich deshalb leisten könne, viel zu spielen. Er besitze drei Geschäfte, reise viel und habe deshalb immer viel Bares dabei. Ja, Casino, das gefalle ihm, da vergesse er die Zeit – er spielt laut eigenen Angaben auch viel in Monaco, aber auch sonst «auf der ganzen Welt», wie der Mann in Cordhose, Trainingsjacke und Turnschuhen angibt. An jenem Abend Mitte März hat er bereits 50'000 Euro verspielt, weshalb er zum Auto wollte, wo er weiteres Geld in Reserve deponiert hatte. Er habe fünf verschiedene Verstecke. «Der hat ja nicht mal alles gefunden, vermutlich musste er sich beeilen», sagt der Wohlhabende in Schweizer Dialekt. Jedenfalls fehlten ihm aus zwei Fächern in dem Wagen, der nicht gerade unbedingt für Luxus und Reichtum steht, 10.000 Schweizer Franken und 20.000 Euro. Weitere 800 Franken waren in seiner Jacke, auch die waren schlussendlich weg.
Die Erklärung des Angeklagten ist nicht plausibel
«Es gibt keine objektiven Anhaltspunkte, dass wirklich so viel Geld im Wagen war. Da lacht ja die Kuh im Stall», so der Verteidiger. Dass die Version seines Mandanten auch nicht gerade sehr glaubwürdig ist, muss der Verfahrenshelfer allerdings einräumen. Warum der Angeklagte auch noch eine Damenjacke mitgehen liess, dafür hat er ebenfalls keine plausible Erklärung.
Der Deutsche hat rund 20'000 Euro Schulden, ist in Ausbildung, lebt vom Bruder und ist vorbestraft. Die Richterin glaubt dem Schweizer. Das Urteil für den Beschuldigten: sechs Monate auf Bewährung, 960 Euro Geldstrafe und 30'800 Euro Schadenersatz an das Diebstahlopfer. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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