Tausende Ostschweizer tauschen blauen Führerausweis nicht um
Er gehört für viele Generationen zum Alltag: der blaue Führerausweis. Bis 2003 wurde das Dokument im Papierformat ausgestellt – seit Anfang November 2024 ist es jedoch nicht mehr gültig. Trotzdem sind laut «streetlife.ch» noch immer rund 380’000 Exemplare im Umlauf.
Ein Teil davon entfällt auf die Ostschweiz: Rund 24'600 dieser alten Ausweise sind hier noch im Verkehr. Über 15’000 gehören St.Gallerinnen und St.Gallern, 6556 blaue Lappen gehören Personen aus dem Thurgau. Im Appenzellerland sind es 2612 in Ausserrhoden und 491 in Innerrhoden.
Warum viele den Umtausch aufschieben
Wer noch im Besitz eines solchen Ausweises ist, kann ihn jederzeit in den heute üblichen Führerausweis im Kreditkartenformat umtauschen. Das haben auch viele Ostschweizer kurz vor Ablauf der Frist Ende Oktober bis Ende Dezember 2024 getan – die Strassenverkehrsämter erreichten in diesem Zeitraum den Höhepunkt bei den Umtauschgesuchen. Danach flaute die Nachfrage ab. In St.Gallen werden beispielsweise derzeit noch rund fünf Ausweise pro Woche ersetzt, in Innerrhoden geschieht dies nur noch vereinzelt.
Das wird für den Umtausch benötigt
Generell für den Umtausch benötigt: Formular des jeweiligen Kantons, blauer Führerausweis im Original oder bei Verlust eine Verlustanzeige sowie ein Passfoto, das bestimmten Kriterien entspricht.
Links zu näheren Informationen und Anforderungen der Ostschweizer Kantone: St.Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden
Dass noch so viele alte Dokumente existieren, hat laut «streetlife.ch» mehrere Gründe: Wie eine Sprecherin der Vereinigung der Strassenverkehrsämter sagt, handle es sich häufig um ältere Personen, die nicht mehr aktiv Auto fahren und deshalb keinen Handlungsbedarf sehen würden. Dazu kämen auch Schweizerinnen und Schweizer im Ausland, die ihren Ausweis ebenfalls nicht mehr benötigten.
Nostalgie dürfte hingegen eine kleinere Rolle spielen, auch wenn der alte Ausweis für viele ein Stück Erinnerung ist: Wer ihn behalten möchte, darf das in der Ostschweiz tun. Beim Umtausch wird das Dokument lediglich entwertet und kann als Andenken aufbewahrt werden.
Im Appenzellerland doppelt so teuer wie in St.Gallen
Die Kosten für den neuen Führerausweis unterscheiden sich je nach Kanton – an das Spitzenniveau von Basel-Stadt mit 75 Franken kommt in der Ostschweiz jedoch keiner heran. In St.Gallen kostet der Umtausch 30 Franken, im Thurgau 40 Franken. Am teuersten ist es im Appenzellerland: In beiden Halbkantonen werden jeweils 60 Franken fällig.
Seit dem Ende der Umtauschfrist verzichten die Ostschweizer Behörden darauf, aktiv an die Ungültigkeit des blauen Führerausweises zu erinnern, wie sie auf Anfrage mitteilen. Zuvor wurde breit informiert – etwa über Rechnungen, Websites, Medienmitteilungen oder Bildschirme in den Ämtern. Auch die St.Galler Kantonspolizei machte im Vorfeld auf Social Media auf das Auslaufen aufmerksam:
Busse bei blauem Führerausweis
Wer heute noch mit dem alten Dokument unterwegs ist, riskiert eine Busse von 20 Franken wegen «Nichtführens eines Fahrausweises». In der Praxis kommt das in der Ostschweiz jedoch selten vor. Die Kantonspolizei Thurgau spricht von vereinzelten Fällen, in Innerrhoden sei bislang noch nie eine solche Busse ausgestellt worden. «Sehr viele Leute haben den Führerschein in der Zwischenzeit umgetauscht», heisst es von der St.Galler Kantonspolizei.
Wird dennoch ein Fahrzeuglenker beanstandet, fallen die Reaktionen laut der Thurgauer Kantonspolizei unterschiedlich aus. «Häufig sind sich die Personen aber bewusst, dass sie einen neuen Ausweis hätten beantragen müssen.»
Gezielte Kontrollen gibt es laut Kapo-Angaben in der Ostschweiz nicht. Dass ein veralteter Ausweis auffällt, ist meist Zufall – etwa im Rahmen einer gewöhnlichen Verkehrskontrolle. Oder anders gesagt: wenn es wieder heisst: «Führer- und Fahrzeugausweis, bitte!»
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