«Sie hat kaum natürliche Feinde»: Asiatische Hornisse breitet sich im Kanton St.Gallen aus
Seit einigen Jahren breitet sich die invasive Asiatische Hornisse vom Westen der Schweiz Richtung Ostschweiz aus. Nachdem 2024 das erste Nest im Kanton St.Gallen gefunden worden sei, häuften sich in diesem Sommer die Nachweise deutlich, schreibt der Kanton St.Gallen in einer Mitteilung. «In Europa hat die Asiatische Hornisse kaum wirksame natürliche Feinde, weshalb sie sich als invasive Art so rasant vermehren kann», sagt Adrian Weidmann, Mitarbeiter Neobiota des Kantons St.Gallen, auf Anfrage. Gelegentlich würden heimische Vogelarten wie der Wespenbussard oder Insektenfresser wie Vögel und Spinnen einzelne Tiere fressen. «Diese Eingriffe reichen jedoch bei weitem nicht aus, um die Dynamik der Brut und die riesigen Populationen einzudämmen.»
Meldungen von Sichtungen im Kanton St.Gallen liegen inzwischen aus Balgach, Goldach, Oberuzwil, Neckertal sowie aus der Stadt St.Gallen vor. «In Balgach und in der Stadt St.Gallen konnten zudem bereits zwei Primärnester lokalisiert und durch Fachpersonen entfernt werden», heisst es im Communiqué weiter.
Nester liegen oft in Baumkronen
In dieser Jahreszeit beginne die entscheidende Phase: «Die Völker ziehen von ihren gut sichtbaren Primärnestern in deutlich grössere Sekundärnester um, die meist hoch in Baumkronen liegen und nur schwer zu finden sind.» Je früher ein Nest entdeckt werde, desto grösser sei die Chance, die weitere Ausbreitung wirksam zu verlangsamen. Aber besteht überhaupt noch Hoffnung, dass der Vormarsch der invasiven Art aufgehalten werden kann? Dazu Adrian Weidmann: «Mit grosser Wahrscheinlichkeit ist nur noch die Verlangsamung respektive Eindämmung realistisch.»

Der Kanton St.Gallen ist nicht der einzige Ostschweizer Kanton, der vom Vormarsch der Asiatischen Hornisse betroffen ist. Auch im Appenzellerland und im Thurgau sind Sichtungen gemeldet worden. Über die Arbeitsgruppe Cercle Exotique (CE) arbeiten die Kantone zusammen bei der Bekämpfung des artfremden Insekts. Der CE habe zum Ziel, die Kantone bei ihren Aufgaben gemäss Freisetzungsverordnung im Bereich invasiver Neobiota zu unterstützen. «Im Vordergrund steht der Austausch zwischen den kantonalen Vollzugsstellen sowie das Sicherstellen der Schnittstelle zur nationalen Steuerungsgruppe invasive gebietsfremde Arten», sagt Weidmann.
Für Menschen nicht gefährlicher als einheimische Hornisse
Die Asiatische Hornisse jagt Honigbienen, Wildbienen und zahlreiche weitere Insektenarten. Dadurch kann sie die Biodiversität beeinträchtigen und Schäden in der Landwirtschaft verursachen. Für den Menschen ist sie grundsätzlich nicht gefährlicher als die einheimische Hornisse. Zur Aufzucht ihrer Brut benötigt sie grosse Mengen an Nahrung und kann ganze Bienenvölker erheblich schwächen oder zerstören. Im Herbst können aus einem einzigen Nest bis zu 600 Jungköniginnen ausschwärmen und im folgenden Jahr neue Völker gründen. In stark besiedelten Gebieten sind mehr als zehn Sekundärnester pro Quadratkilometer möglich.
Fast vollständig schwarzer Körper
Die Bevölkerung könne einen entscheidenden Beitrag leisten, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Die Asiatische Hornisse sei an ihrem fast vollständig schwarzen Körper mit einer orange-gelben Hinterleibsspitze und den auffallend gelben Beinen gut zu erkennen.
Verdächtige Tiere oder Nester sollten fotografiert und mit einer möglichst genauen Ortsangabe über www.asiatischehornisse.ch gemeldet werden. Nester dürfen nicht selbst entfernt werden, sondern sind Fachpersonen zu überlassen.
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