«Wenn ich im Kadett fahre, tut mir nichts mehr weh»: Ernst Roth hat Alt-Opel-Jahrestreffen in Wildhaus organisiert
Zum dritten Mal nach 1988 (Bellinzona) und 2009 (Wangen an der Aare) hat das Alt-Opel IG Jahrestreffen in der Schweiz stattgefunden. Dafür gesorgt hat der Trübbächler Ernst Roth, seit zwölf Jahren Präsident der Sektion Schweiz dieser Interessengemeinschaft. Die Idee kam ihm, als er vom Curlingtraining in Wildhaus heimfuhr. «Wir haben hier alles und müssen nicht mal ein Zelt aufstellen.» Die Halle bietet viel Platz, und das Parkplatzangebot ist geradezu ideal.
Zugute kam den Organisatoren aus der Schweiz, dass es in Deutschland immer schwieriger wird, diesen Anlass durchzuführen. So wurde der Austragungsort im Toggenburg wohlwollend angenommen. Mit viel Herzblut hat Roth mit seinem Team das viertägige Treffen vom 14. bis 17. Mai auf die Beine gestellt, das reich an Höhepunkten war. Darunter eine Zeitreise durch die Opel-Geschichte, die als Parade zelebriert wurde.
Seit 34 Jahren Besitzer eines Opel Kadett C Coupés
Mit noch mehr Herzblut ist Ernst Roth Opel-Fan. Dies fing im Kindesalter an. Denn sein Vater fuhr bereits diese Marke. «Erst war es ein Rekord-C-Coupé, danach ein Rekord-D-Kombi», sagt Roth. 1985 hat der heute 58-Jährige seinen Führerschein gemacht. Sein erstes Auto: ein Opel Kadett-C-Coupé. «Dieses Fabrikat war im Rennsport sehr erfolgreich und war immer ein Traum von mir. Als Kind habe ich dieses Auto gesehen und gewusst: Diesen Opel will ich einmal haben.»
Nach drei Jahren erfolgte der Wechsel vom Modell mit 1,2 Liter Hubraum zu jenem mit 1,0 Liter. Mit diesem Gefährt ist Ernst Roth nun in Wildhaus beim Alt-Opel IG Jahrestreffen. Seit 34 Jahren hegt und pflegt er seinen Opel Kadett-C-Coupé.
Seine Geschichte ist kein Einzelfall, wie er erzählt: «Wir haben sehr viele Mitglieder, die in einem Opel gross geworden sind. In der Regel bleibt dann einer aus der Familie der Marke treu.» Bei Roths geht die Opel-Erfolgsstory längst weiter. Denn zusammen mit Sohn Jan gibt es einen zweiten Alt-Opel in der Familie: einen Ascona mit Baujahr 1988. «Deshalb sage ich auch immer, dass ich eineinhalb Oldtimer besitze.»
Erst der Opel, dann der Ferrari
Doch warum fasziniert Opel als Automarke? «Es waren schon immer schöne und vor allem sportliche Autos», sagt Roth. Keine Automarke habe so eine Geschichte wie Opel. «Es wurden einige zeitlose Coupés gebaut, die heute noch edel und schön sind.» Trotz sportlicher Ambitionen, so meint der Trübbächler weiter, habe sich Opel seine Familientauglichkeit bewahrt, und die Modellvielfalt habe dafür gesorgt, dass die Fangemeinde stetig wuchs.
Besonders im für jedermann erschwinglichen Preissegment. Nicht von ungefähr, wie Roth sagt, wird Opel als «Brot-und-Butter-Auto» betitelt. Was den 58-Jährigen nicht stört, sondern ehrt: «Wenn ich bei einem Oldtimer-Treffen bin und neben einem Ferrari stehe, dann schauen sich die Leute erst meinen Kadett an. Der Grund: Viele Leute haben eine Verbindung zu Opel. So hört man bei diesen Treffen auch immer, dass schon der Grossvater oder der Onkel so ein Auto hatte.» Opel – das ist Nostalgie und Heimatgefühl in einem.
Originalzustand ist für Ernst Roth elementar
Kein Wunder also, dass es für Ernst Roth nur einen Alt-Opel gibt: seinen Opel Kadett-C-Coupé. Deshalb ist es ihm sehr wichtig, dass er sein Gefährt in Schuss hält und an schönen Tagen fährt. Sein Kadett sei zudem der beste Therapeut gegen seine Rückenschmerzen: «Wenn ich im Kadett fahre, tut mir nichts mehr weh.» Andere Leute von Alt-Opel, so Roth, empfinden genau gleich. Er meint, das sei Kopfsache, weil die betroffenen Personen sich so sehr freuen, ihr spezielles Autos zu fahren..
Aussergewöhnlich war auch die Anschaffung seines Kadetts, die einem Grundprinzip folgte: «Mir war wichtig, dass es im Originalzustand ist», sagt der Trübbächler. Nur dann sei ein Kadett als Veteran zugelassen. Ausserdem habe ein Originalauto einen höheren Wert. Doch als er in Wangen an der Aare fündig wurde, gab es Probleme, wie er schildert: «Ich habe das Auto Probe gefahren, zugesagt und mit dem Verkäufer den Preis ausgehandelt. Doch vor der Übernahme musste man noch die Schaumsitze und die Riesenmusikanlage entfernen.»
Danach war aber nur scheinbar alles in Butter. «Beim Heimfahren sagte dann mein jüngster Bruder, der mich zusammen mit meiner späteren Ehefrau begleitet hat: Wenigstens hat der Kadett ein Dachfenster. Ich war so fasziniert von dem Auto, dass mir dies überhaupt nicht aufgefallen ist.» Ein paar Jahre später erhielt er dann von einem ausgeschlachteten Coupé ein neues Dach.
Sein Kadett hatte einen Auftritt an Roths Hochzeit
Auch später spielte dieser Opel nochmals eine wichtige Rolle. Am Tag von Ernst Roths Hochzeit war sein Kadett weggesperrt. «Mit diesem Auto fährt niemand anders», sagt Ernst Roth. Doch an jenem Tag wurde er überrascht. Der Vizepräsident des damaligen Rheintaler Kadett-Clubs verschaffte sich Garagen- und Autoschlüssel. Der Verein wusste von der Route des Hochzeits-Cars nach der Trauung und stand mit seinen Opels Spalier. «Als wir auf jenen Platz fuhren, und ich zuvorderst meinen Kadett sah, hatte ich Augenwasser.»
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