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Die Argumente der jFBP sehen alt aus

Nach der Jugendunion hat sich nun endlich auch die junge FBP zu der Petition «Wahlalter 16» geäussert. Obwohl die Inhaltsleere ihrer Argumente schnell ersichtlich sein sollte, soll sie doch nicht unkommentiert bleiben.
Autor
Samuel Schurte, Balzers

Argument 1: «Eine Aufsplittung des aktiven und passiven Wahlalters ist nicht zielführend»
Was für ein Bombenstart. Statt auf unsere Argumente einzugehen, hängt sich die jFBP gleich an dem Detail auf, das wir bereits erschöpfend begründet haben, und zudem mit verwirrender Wortwahl. Denn welches Ziel die jFBP hier verfehlt sieht, wird uns auch auf Anfrage nicht erklärt.
Hätten sie allerdings unsere Interviews gelesen, hätten sie ziemlich schnell unseren Standpunkt verstanden: Mit 16-17 Jahren ist man in der Ausbildung. In dieser Zeit ist es zeitlich weder möglich noch sinnvoll, sich einem Wahlkampf zu stellen und danach ein Mandat zu tragen, das sich viele ältere Menschen, die mitten im Berufsleben stehen, auf Grund des anspruchsvollen Zeitplans nicht zutrauen.

2: «Eine politische Beteiligung ist auch ohne Wahlrecht bereits möglich»
Wie wir beispielsweise an der Energievision 2050 der Regierung sehen, hat es nichts gebracht, dass letztes Jahr mehrere hundert Schüler*innen auf dem Peter-Kaiser-Platz demonstrierten. Der Klimastreik wird von der Regierung eben so wenig wahrgenommen wie Leserbriefe von Jugendlichen. Es wäre einfach schade, wenn jede*r Jugendliche sich in einer Jungpartei engagieren müsste, nicht zuletzt deshalb, weil 2/3 dieser Jungparteien ihnen nicht das Vertrauen zum Wählen und Abstimmen aussprechen wollen.

3: «Wählen ist nicht nur ein Recht sondern eine Pflicht»
Das haben sie gut verstanden. Was hat das aber mit unserem Anliegen zu tun? Das ist ganz ein anderes Thema, weshalb das hier nicht weiter kommentiert werden muss.

4: «Wer noch nicht für seine eigenen Entscheidungen geradestehen muss, soll auch nicht für ein ganzes Land abstimmen dürfen»
Mal darüber hinweggesehen, dass wir das auch unfair fänden, wenn eine Person nicht für die eigenen Handlungen zur Rechenschaft gezogen wird und trotzdem über ein ganzes Land entscheiden darf. Es ist einfach nicht so, dass man sich mit 16 Jahren alles leisten kann und keine Konsequenzen davonträgt. Auch in diesem Alter wird Kriminalität bestraft und es wird erwartet, dass Entscheidungen getroffen werden, die das ganze Leben beeinflussen (Beispiel Berufswahl). Vielmehr ist es so, dass Entscheidungen über die Köpfe der Jugend getroffen werden, mit denen genau sie am längsten Leben müssen.

Zum Glück für Jugendunion und jFBP wurde die Arena des Jugendrats bis auf weiteres verschoben. Damit die Diskussion interessant wird, hoffen wir, dass sich die beiden Jungparteien noch etwas mit der Thematik und unserer Argumentation auseinandersetzen. Somit kann dann sachlich darüber statt nur daran vorbeigeredet werden.

Samuel Schurte
Alberweg 6
9496 Balzers

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